<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"><channel><title><![CDATA[This & That]]></title><description><![CDATA[This & That - Dies & Das]]></description><link>https://tat.xbopp.com/</link><image><url>https://tat.xbopp.com/favicon.png</url><title>This &amp; That</title><link>https://tat.xbopp.com/</link></image><generator>Ghost 5.81</generator><lastBuildDate>Fri, 22 May 2026 17:27:45 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://tat.xbopp.com/rss/" rel="self" type="application/rss+xml"/><ttl>60</ttl><item><title><![CDATA[Die Akademie der Intoleranz: Donald Trumps Schlag gegen die Universitäten war richtig]]></title><description><![CDATA[An vielen Unis herrscht eine ideologische Enge, wie nun auch ein Bericht der Yale-Universität bestätigt. Diese Borniertheit überträgt sich auf die gesamte Gesellschaft.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/die-akademie-der-intoleranz-donald-trumps-schlag-gegen-die-universitaten-war-richtig/</link><guid isPermaLink="false">6a106d2e22af75753df25560</guid><category><![CDATA[Education]]></category><category><![CDATA[Politics]]></category><category><![CDATA[Trump]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Fri, 22 May 2026 14:53:13 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/05/hq720.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/05/hq720.jpg" alt="Die Akademie der Intoleranz: Donald Trumps Schlag gegen die Universit&#xE4;ten war richtig"><p></p><p><strong>An vielen Unis herrscht eine ideologische Enge, wie nun auch ein Bericht der Yale-Universit&#xE4;t best&#xE4;tigt. Diese Borniertheit &#xFC;bertr&#xE4;gt sich auf die gesamte Gesellschaft.</strong></p><p><em>NZZ, &#xA0;</em><a href="https://www.nzz.ch/impressum/benedict-neff-ld.1643245?ref=tat.xbopp.com"><em>Benedict Neff</em></a><em>, 22.05.2026</em></p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img-msp-prod.nzz.ch/2026/05/21/11a1c3b5-fcfa-4d53-b662-4840581d6873.jpg?width=654&amp;height=654&amp;fit=bounds&amp;quality=75&amp;auto=webp&amp;crop=4351,2900,x0,y0" class="kg-image" alt="Die Akademie der Intoleranz: Donald Trumps Schlag gegen die Universit&#xE4;ten war richtig" loading="lazy" width="654" height="436"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Ein studentischer Aktivist schwenkt die pal&#xE4;stinensische Fahne auf dem Campus der Columbia-Universit&#xE4;t, New York, 30.&#x2005;April 2024.Mary Altaffer / AP</span></figcaption></figure><p>Die Dominanz der Woke-Kultur hat mit Donald Trump abgenommen. Das k&#xFC;ndigte sich schon kurz vor dessen Wiederwahl an. In einem Video erkl&#xE4;rte der Meta-Chef Mark Zuckerberg reum&#xFC;tig, Facebook habe es mit der Zensur &#xFC;bertrieben.&#xA0;Konzerne weltweit haben ihre Diversity-Programme heruntergefahren &#x2013; und viele Leute d&#xFC;rften dies als Erleichterung empfunden haben. Die rigiden Denk- und Sprechverbote waren l&#xE4;stig geworden. Die permanente Betonung der DEI-Werte (&#xAB;diversity&#xBB;, &#xAB;equity&#xBB; und &#xAB;inclusion&#xBB;) erinnerte zunehmend an einen sektiererischen Kult, der sich von seinem Nutzen weitgehend verselbst&#xE4;ndigt hatte.</p><p>Die Wirtschaft spurte, ein grosser Teil der Bev&#xF6;lkerung atmete auf, und so kn&#xF6;pfte sich Trump nach seiner Wahl die amerikanischen Universit&#xE4;ten vor. Denn nat&#xFC;rlich sind sie die Zentren, aus denen all die Ideen stammen, die unter Woke-Kultur grossz&#xFC;gig zusammengefasst werden.</p><p>Man k&#xF6;nnte &#xAB;Woke&#xBB; als eine Kampfansage an die Vergangenheit bezeichnen, die rassistisch, sexistisch und homophob war. Aus dieser Einsicht entwickeln Aktivisten ihre Haltung f&#xFC;r die Gegenwart: Alles Diskriminierende muss ausgemerzt werden, und wer sich diesem Furor kritisch entgegenstellt, wird selbst ausgegrenzt. Das ist der Kern der Cancel-Culture. Der Imperativ zur Toleranz musste unweigerlich in die Intoleranz f&#xFC;hren. Das bekamen Professoren zu sp&#xFC;ren, die sich angemasst haben, an der Idee von zwei Geschlechtern festzuhalten. Oder die mit ihren Studenten Uralte-weisse-M&#xE4;nner-Literatur wie Platon und Aristoteles diskutieren wollten. Sie wurden von fanatisierten Studenten bedroht und eingesch&#xFC;chtert.</p><p>Zum Massstab wurden nicht objektive Kriterien gemacht, sondern das eigene Gef&#xFC;hl: Wer sich diskriminiert f&#xFC;hlt, gilt als diskriminiert. Interessanterweise hat diese Woke-Kultur die Menschen nicht befreit, sondern radikal auf ihre Identit&#xE4;t zur&#xFC;ckgeworfen. Herkunft und Geschlecht wurden zum Kriterium f&#xFC;r Opferanspr&#xFC;che. Minderheiten galten per se als benachteiligt, Weisse im Vornherein als Rassisten. Der Westen wurde zum B&#xF6;sen schlechthin stilisiert.</p><h2 id="das-fanal-f%C3%BCr-die-woke-kultur">Das Fanal f&#xFC;r die Woke-Kultur</h2><p>Diese ideologische Grundlage schwang&#xA0;bei den massenhaften Demonstrationen gegen Israel und f&#xFC;r die Pal&#xE4;stinenser an amerikanischen und europ&#xE4;ischen Universit&#xE4;ten mit. Das ging so weit, dass nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7.&#x2005;Oktober 2023 viele Studenten nicht nur mit der pal&#xE4;stinensischen Bev&#xF6;lkerung sympathisierten, sondern mit der terroristischen Hamas-Organisation und der Vernichtung Israels.</p><p>Doch handelte es sich nicht nur um eine ideologische Verirrung von Studenten, das verdeutlichte keine Person so sehr wie die fr&#xFC;here Harvard-Pr&#xE4;sidentin Claudine Gay. Als sie sich vor dem amerikanischen Kongress wegen der antisemitischen Ausw&#xFC;chse auf dem Campus erkl&#xE4;ren musste, zeigte sich, dass sie selbst Teil des Problems war. Auf die Frage, ob Aufrufe zum Genozid an Juden eine Regelverletzung seien, meinte sie, es komme auf den &#xAB;Kontext&#xBB; an.</p><p>Als Claudine Gay, die erste schwarze Frau an der Spitze von Harvard, von ihrem Amt zur&#xFC;cktrat, machte sie das zeitgeistig und formvollendet:&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/claudine-gay-harvard-wokismus-antisemitismus-ld.1773448?ref=tat.xbopp.com">Sie sei Opfer einer rassistischen Kampagne geworden.</a>&#xA0;Ihr Abgang war ein Fanal f&#xFC;r die Woke-Kultur, die bis zu einem gewissen Grad lange auf breite Unterst&#xFC;tzung stiess: Wer ist nicht f&#xFC;r gleiche Rechte, unabh&#xE4;ngig von Herkunft und Geschlecht? Deren &#xDC;bertreibungen und Widerspr&#xFC;che f&#xFC;hrten aber zunehmend ins Absurde und ins Totalit&#xE4;re.</p><h2 id="angst-vor-trumps-revanche">Angst vor Trumps Revanche</h2><p>Trump stellte die Elite-Unis mehr oder weniger erfolgreich vor die Wahl: Entweder sie passten ihre Diversity-Richtlinien an oder ihnen wurden Bundesgelder entzogen. Insbesondere Harvard deckte der Pr&#xE4;sident mit Kritik ein. Es handle sich um eine antisemitische und linksextreme Institution. Harvard, so Trump, sei eine &#xAB;Bedrohung f&#xFC;r die Demokratie&#xBB;. Damit wechselten in den Augen der &#xD6;ffentlichkeit zum Teil die Rollen wieder: Die Universit&#xE4;ten, die sich in Misskredit gebracht hatten, erschienen nun pl&#xF6;tzlich als Opfer von Trumps Furor. Die Medien publizierten melodramatische Berichte &#xFC;ber Professoren, die sich eine &#xAB;Flucht&#xBB; nach Europa &#xFC;berlegten. Schien eben noch die wissenschaftliche Freiheit durch ideologisierte Professoren und Studenten in Gefahr, so f&#xFC;rchtete man nun Trumps Revanchismus und seine Masslosigkeit.</p><p>Dabei traf seine Kritik ins Schwarze. Viele Unis hatten sich ideologisch verirrt und abgeschottet.&#xA0;<a href="https://president.yale.edu/sites/default/files/2026-04/Report-of-the-Committee-on-Trust-in-Higher-Education.pdf?ref=tat.xbopp.com">In diesem Kontext hat die Yale-Universit&#xE4;t vor kurzem einen bemerkenswert selbstkritischen Bericht ver&#xF6;ffentlicht.</a>&#xA0;Die Uni geht dem Vertrauensverlust der Universit&#xE4;ten in Amerika nach. Noch vor zehn Jahren hatten in den USA 57 Prozent der Amerikaner &#xAB;sehr grosses&#xBB; oder &#xAB;ziemlich grosses&#xBB; Vertrauen in die Universit&#xE4;ten. Obwohl sich das Vertrauen im Jahr 2025 leicht verbesserte, sind&#xA0;immer noch&#xA0;70 Prozent der Meinung, es gehe bei den Hochschulen in die falsche Richtung. Ein entscheidender Grund ist dabei auch die mangelhafte Meinungsfreiheit.</p><h2 id="kaum-konservative-professoren">Kaum konservative Professoren</h2><p>Selbstzensur sei ein echtes Problem, h&#xE4;lt der Bericht fest. Ein Drittel der Studenten f&#xFC;hle sich nicht frei, politische &#xDC;berzeugungen auf dem Campus auszudr&#xFC;cken. Das entspricht einem Anstieg von 17 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. Eine Umfrage des Buckley Institute kommt zu dem Befund, dass sich landesweit die H&#xE4;lfte der Studenten nicht getraue, ihre Meinungen im Unterricht zu teilen. Der Bericht geht auch auf die Kritik von Konservativen ein, wonach konservative intellektuelle Traditionen an den Unis marginalisiert seien. Tats&#xE4;chlich bewertet wird dies nicht, aber Zahlen geben Hinweise auf ein eklatantes politisches Ungleichgewicht.</p><p>So geht der Bericht von einer Sch&#xE4;tzung aus, wonach an bestimmten Instituten der Yale-Universit&#xE4;t das Verh&#xE4;ltnis von registrierten Demokraten zu Republikanern bei 36 zu l liegt. Landesweit sollen auf einen republikanischen Professor zehn demokratische Professoren kommen. Auch dieses Ungleichgewicht ist nicht v&#xF6;llig neu: Die Professorenschaft war tendenziell schon immer eher links. Aber das Verh&#xE4;ltnis hat sich seit den 1980er Jahren noch einmal erheblich nach links verschoben. Man wollte Diversity und schuf Konformit&#xE4;t. Davon, ein Spiegel der Gesellschaft zu sein, ist man weit entfernt.</p><p>Der Bericht h&#xE4;lt fest: &#xAB;Die Tendenz, selbstbezogen, isoliert und unempf&#xE4;nglich f&#xFC;r legitime Kritik zu sein, erzeugt kein &#xF6;ffentliches Vertrauen. Eine &#xC4;nderung der Einstellung ist erforderlich.&#xBB; Neben verschiedenen Massnahmen betont die Uni das Recht eingeladener Redner &#xAB;jeglicher politischer oder intellektueller &#xDC;berzeugung&#xBB;, auf dem Campus zu sprechen. Der Protest dagegen soll ebenso gew&#xE4;hrleistet werden, allerdings friedlich, ohne Blockaden und Niederbr&#xFC;llen.</p><h2 id="haltungsjournalismus-und-gegenaggression">Haltungsjournalismus und Gegenaggression</h2><p>An kaum einem Ort klaffen Realit&#xE4;t und Ideal so weit auseinander wie an den Universit&#xE4;ten. Gleichzeitig akzentuieren sich in dem Bericht der Yale-Universit&#xE4;t gesamtgesellschaftliche Probleme des Westens. Zig Umfragen haben gezeigt, dass sich viele Menschen nicht mehr trauen, ihre Meinung &#xF6;ffentlich zu &#xE4;ussern. Prim&#xE4;r nicht, weil sie der Staat daran hindern w&#xFC;rde, sondern weil es eine kollektive Idee davon gibt, was man sagen darf und was nicht.</p><p>Die Universit&#xE4;ten und die Medien sind bei der Definierung dieses Raums des Sagbaren&#xA0;entscheidend. Indem sie legitime Meinungen vorschnell als rassistisch und sexistisch disqualifizieren, lenken sie den Diskurs. Von einem Teil des Publikums wird diese erzieherische Attit&#xFC;de honoriert, ja geradezu erbeten. So erfreut sich der Haltungsjournalismus bis heute einer gewissen Popularit&#xE4;t. Er hat aber auch Gegenaggressionen geweckt, die sich etwa in einem Begriff wie &#xAB;L&#xFC;genpresse&#xBB; ventilieren. In der Regel f&#xFC;hrt die vorschnelle und ideologisch motivierte Abqualifizierung von anderen Meinungen nicht zum Gespr&#xE4;ch, sondern zum R&#xFC;ckzug in die sogenannten Echokammern, die wiederum von allen so sehr bedauert werden.</p><h2 id="akademiker-sind-intoleranter">Akademiker sind intoleranter</h2><p>Menschen mit h&#xF6;heren Bildungsabschl&#xFC;ssen haben besonders M&#xFC;he, andere Meinungen zu tolerieren,&#xA0;<a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/allensbach-umfrage-gruenen-anhaenger-tun-sich-mit-anderen-meinungen-besonders-schwer-accg-200738623.html?ref=tat.xbopp.com">das hielt zuletzt eine Allensbach-Studie im Auftrag der &#xAB;FAZ&#xBB; fest.</a>&#xA0;Das ist im Grunde ein ern&#xFC;chternder Befund. Die angeh&#xE4;ufte Bildung f&#xFC;hrt in der Tendenz zu mehr Besserwissertum, zu einem Gef&#xFC;hl der &#xDC;berlegenheit und Intoleranz. Das haben auch die Pro-Hamas-Demonstrationen an den Universit&#xE4;ten gezeigt: Hier demonstrieren nicht intellektuelle Zweifler, sondern selbstgerechte Ideologen. Die Befassung mit Theorien birgt immer die Gefahr, ihnen zu verfallen und dabei das tats&#xE4;chliche Leben aus den Augen zu verlieren. So sind an den Unis Studenten dem Marxismus, Maoismus, Stalinismus und Leninismus verfallen &#x2013; genauso wie den radikalen Ausw&#xFC;chsen des Postkolonialismus und der Identit&#xE4;tspolitik.</p><p>Die Allensbach-Studie kam im &#xDC;brigen auch zu dem Befund, dass die Intoleranz gegen&#xFC;ber anderen Meinungen bei Anh&#xE4;ngern der Gr&#xFC;nen am gr&#xF6;ssten ist. 28 Prozent der Gr&#xFC;nen-Sympathisanten gaben an, dass sie sich aufregen w&#xFC;rden, wenn andere Leute Meinungen vertr&#xE4;ten, die nicht ihren eigenen entspr&#xE4;chen. Die Idee, dass besonders die Meinungsblasen im Internet ein Problem seien, st&#xFC;tzt die Studie nicht. Im Gegenteil sei das Meinungsspektrum im analogen Freundeskreis noch homogener. Vielleicht ist der gr&#xFC;ne Beamte also die gr&#xF6;ssere Gefahr f&#xFC;r die Meinungsfreiheit als der Wutb&#xFC;rger im Internet. Darauf sollte man sich allerdings nicht berufen, wie der Fall eines Rentners zeigt. Robert Habeck im Internet einen Schwachkopf zu nennen, kann in Deutschland zu einer polizeilichen Hausdurchsuchung f&#xFC;hren.</p><h2 id="das-bequeme-prinzip-%C2%ABshooting-the-messenger%C2%BB">Das bequeme Prinzip: &#xAB;shooting the messenger&#xBB;</h2><p>Die geistige Enge der Universit&#xE4;ten ist keine isolierte Geschichte. Sie &#xFC;bertr&#xE4;gt sich auf die Gesellschaft mit ihren Theorien, Texten und vor allem mit ihrem Personal. Denn all diese Studienabg&#xE4;nger werden sp&#xE4;ter Journalisten, Beamte, Politiker und Manager. Deshalb ist eine offene und tolerante Gespr&#xE4;chskultur hier besonders notwendig. Dazu geh&#xF6;rt auch die Souver&#xE4;nit&#xE4;t, Kritik, die vielleicht einen Absender hat, der einem erst einmal nicht passt, einzustecken und zu pr&#xFC;fen. Im Falle der Universit&#xE4;ten: Donald J. Trump.</p><p>Denn einer der primitivsten &#xF6;ffentlichen Mechanismen ist es, Kritik allein damit abzuwehren, dass man den Absender abwertet. Man nennt das &#xAB;shooting the messenger&#xBB; &#x2013; auch in dieser Praxis sind Akademiker im &#xF6;ffentlichen Diskurs Vollprofis. Der Umgang mit rechten Parteien im Westen basiert zu einem guten Teil auf diesem bequemen Prinzip. Inhalte werden gar nicht erst gepr&#xFC;ft, stattdessen arbeitet man sich an Stilfragen und am Personal ab. Im Zweifel macht man aus ihnen Rechtsextreme oder Faschisten.</p><h2 id="das-recht-das-unaussprechliche-zu-diskutieren">Das Recht, das Unaussprechliche&#xA0;zu diskutieren</h2><p>Unter dem Eindruck von studentischen St&#xF6;raktionen an der Yale-Universit&#xE4;t verfasste eine Kommission unter der Leitung des Historikers C.&#x2005;Vann Woodward bereits 1974 einen Bericht, der einer flammenden Verteidigung der Meinungsfreiheit gleichkommt. Universit&#xE4;ten h&#xE4;tten die Funktion, die Grenzen des Wissens zu erweitern. Um diese Mission zu erf&#xFC;llen, brauche es das Recht, &#xAB;das Undenkbare zu denken, das Unaussprechliche zu diskutieren und das Unbestreitbare herauszufordern&#xBB;. Darum geht es.</p><p>Der Schutz der Meinungsfreiheit ist aber nicht nur die Voraussetzung f&#xFC;r Forschung und Fortschritt. Es ist das Fundament der Demokratie: Rede und Gegenrede. Wenn dies schon an den Universit&#xE4;ten, dem Trainingslager der Dialektik und des Disputs, nicht gelingt, ist dies ein schlechtes Omen f&#xFC;r die ganze Gesellschaft. Deshalb ist es gut, wenn Universit&#xE4;ten wie Yale selbstkritisch vorangehen. Denn im Grunde w&#xFC;nscht man sich keine&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/wissenschaft/diese-neue-amerikanische-uni-gibt-sich-als-anti-harvard-ein-ortsbesuch-in-austin-ld.1925224?ref=tat.xbopp.com">konservativen Gegenuniversit&#xE4;ten.</a>&#xA0;Sondern freie Unis f&#xFC;r alle.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[How Climate Science Lost Its Way on Scenarios]]></title><description><![CDATA[The scenarios driving climate projections — the foundational assumptions about our collective future — described a world so removed from plausible reality that the projections built on them tell us more about a hypothetical future than about the one we are actually navigating.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/untitled-4/</link><guid isPermaLink="false">6a06c5b522af75753df2554e</guid><category><![CDATA[Global Warming]]></category><category><![CDATA[Science]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Fri, 15 May 2026 07:10:21 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/05/Emissionsszenarien_V01.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<h1 id></h1><h3 id="a-summary-of-our-2021-deep-dive-on-what-went-wrong">A summary of our 2021 deep dive on what went wrong</h3><img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/05/Emissionsszenarien_V01.png" alt="How Climate Science Lost Its Way on Scenarios"><p>THB, <a href="https://substack.com/@rogerpielkejr?ref=tat.xbopp.com">Roger Pielke Jr.</a>, 13.5.2026</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!VEPp!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F4f2ff88c-80f6-48fc-a58f-096078454438_960x720.png" class="kg-image" alt="How Climate Science Lost Its Way on Scenarios" loading="lazy" width="960" height="720"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Awesome forecast. Wrong planet.</span></figcaption></figure><p>Suppose you ask a meteorologist for a weather forecast to help with planning a picnic for tomorrow. She gives you a detailed, technically sophisticated weather forecast for Mars.</p><p>Every equation underlying the forecast is correct. The modeling is state of the art. But the forecast is irrelevant to your picnic planning, because the forecast describes the weather on the wrong planet.</p><p>For well over a decade, a large portion of climate research and the use of that research has had a real-world version of this problem. The scenarios driving climate projections &#x2014; the foundational assumptions about our collective future &#x2014; described a world so removed from plausible reality that the projections built on them tell us more about a hypothetical future than about the one we are actually navigating.</p><p>The news that the most extreme climate scenarios have now been&#xA0;<a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/rcp85-is-officially-dead?ref=tat.xbopp.com">officially put out to pasture</a>&#xA0;has now begun to spread far and wide. The scenarios &#x2014; specifically, RCP8.5, SSP5-8.5, and SSP3-7.0. &#x2014; were&#xA0;<a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/rcp85-is-officially-dead?ref=tat.xbopp.com">quietly retired last month</a>&#xA0;by the international committee responsible for developing a new basket of official scenarios. It cannot be overstated how significant this change is &#x2014; the now-obsolete extreme scenarios underpin the work of the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), tens of thousands of research papers, government policy and regulation around the world, financial standards for the world&#x2019;s banks, along with much of the media coverage of climate change, from which most people learn about climate science and policy.</p><p>Longtime readers of THB, and the outlets where I published before, will know that my colleagues and I have called for the retirement of the extreme scenarios for almost a decade. Now it has happened and the fallout inevitably will be significant.</p><p>Back in 2019, building on the foundational work of my collaborator Justin Ritchie, he and I set about trying to document and make sense of how it came to be that the climate research community became locked in on scenarios that were fundamentally flawed and implausible &#x2014; distorting our view of the climate future.</p><p>The result was a magnum opus paper, coming in at more than 21,000 words, published in 2021:</p><blockquote>Pielke Jr, R., &amp; Ritchie, J. (2021). Distorting the view of our climate future: The misuse and abuse of climate pathways and scenarios.&#xA0;<em>Energy Research &amp; Social Science</em>,&#xA0;<em>72</em>, 101890.</blockquote><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Rx3Z!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fc16b6a68-2658-49c9-92c7-d0c31e927a43_842x1084.png" class="kg-image" alt="How Climate Science Lost Its Way on Scenarios" loading="lazy" width="842" height="1084"></figure><p>Our paper explains the many mistakes made in the development of climate scenarios that have come to have profound global impact, far beyond the science of earth system modeling.</p><p>As we quote one participant in the scenario development process:</p><blockquote>&#x201C;You simply do not realize that the RCPs can start a life of their own.&#x201D;</blockquote><p>I have received dozens of requests to help people better understand the significance of the extreme scenarios, why their retirement is such a big deal, and how we got into this mess in the first place. Today, I summarize Pielke and Ritchie 2021 with the remainder of this post, and for THB paid subscribers at the bottom I offer a PDF of the full text of the paper.</p><p>It is a remarkable story.</p><h4 id="scenarios-are-the-foundation-of-everything">Scenarios Are the Foundation of Everything</h4><p>Long-term projections of the climate future depend on much more than just math and physics&#x2014; they are built upon a foundation of internally consistent stories about plausible futures, called scenarios. Scenarios project answers to question such as: How many people will there be? How wealthy will they be and in what occupations? What will power the economy? What technologies will we have for agriculture, industry, transportation and so on?</p><p>These scenarios result in projections of greenhouse gas emissions, land use and land cover, aerosols, and many other influences on the climate system that feed into earth system models, which produce projections of variables such as temperature, sea level, drought frequency, and storm intensity. The results of these projections are typically fed into still more models that project climate impacts, economic costs and benefits, and the possible consequences of alternative policy options.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!G3VL!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa47383f5-847e-4ecf-9f00-13c26e43ba12_943x518.png" class="kg-image" alt="How Climate Science Lost Its Way on Scenarios" loading="lazy" width="943" height="518"></figure><p>Those projections do not stay in academic journals. Financial regulators in Europe, the United Kingdom, and the United States now require banks and insurers to conduct climate stress tests built directly on this work. Infrastructure engineers consult scenarios when setting design standards for roads, bridges, ports, and water systems. Urban planners use them to decide where to permit development. The insurance and reinsurance industry prices risk from them. Credit rating agencies assess sovereign and corporate debt through futures envisioned via scenarios. And much, much more.</p><p>When the scenarios are wrong, everything downstream is wrong too. They propagate into trillion-dollar investment decisions, regulatory frameworks, engineering specifications, and government policy.</p><h4 id="climate-modeling-and-decision-making-need-different-things">Climate Modeling and Decision-Making Need Different Things</h4><p>Our paper documents a central tension: climate modelers and real-world decision makers need fundamentally different kinds of scenarios, and the scenario development process has consistently prioritized the needs of researchers over the needs of decision makers.</p><p>Climate modelers want to employ a wide range of inputs to their earth system models &#x2014; from very low to very high atmospheric greenhouse gas concentrations &#x2014; so they can map the climate system&#x2019;s response across a wide range of inputs. An extreme high-end scenario is very useful for research seeking to detect forced signals against the noise of natural variability, and for comparing model outputs across different research groups. Extreme scenarios generate large, clear changes that are easier to identify and analyze.</p><p>Whether that extreme scenario is plausible in the real world is, for the climate modeler&#x2019;s specific technical purpose, largely beside the point.</p><p>Decision makers need something completely different. A city engineer designing a flood barrier, a central bank stress-testing a loan portfolio, an insurer pricing hurricane risk &#x2014; all of them need scenarios grounded in the real world because that is where their decision making takes place.</p><p>They often want to have a credible baseline or &#x201C;current policy&#x201D; scenario that offers a defensible account of where the world &#x2014; as it is today &#x2014; is likely heading without major new policy interventions. Such a reference scenario should be connected to actual trends in energy technology, economic development, and demographics. For decision makers, an implausible scenario is worse than useless &#x2014; they produce misleading numbers that could very easily lead to misdirected investment, distorted regulation, and flawed planning.</p><p>For most of the history of climate science, researchers managed this tension by developing socioeconomic scenarios first, as illustrated in the figure below. Demographers, technologists, economists and others together constructed internally consistent stories about future human society, those stories drove emissions projections, and those projections then fed into climate models as inputs.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!flwx!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5ecc2448-702f-4c46-8560-5acb30feab01_875x404.png" class="kg-image" alt="How Climate Science Lost Its Way on Scenarios" loading="lazy" width="875" height="404"></figure><p>The socioeconomic foundation came first; the physical climate science followed. That sequence mattered because it anchored the entire chain in a recognizable account of the human world &#x2014; one that could at least be interrogated and debated by the engineers, planners, economists, and regulators who ultimately had to act on the results.</p><h4 id="the-plausibility-vacuum">The Plausibility Vacuum</h4><p>The creation of the Representative Concentration Pathway (RCP) scenarios, developed starting in 2005, broke that sequence. The design intent was a &#x201C;parallel approach&#x201D;: rather than waiting for socioeconomic scenarios to be built first, climate modelers would receive radiative forcing pathways immediately &#x2014; atmospheric greenhouse gas concentrations specified over time &#x2014; so they could begin their long, computationally expensive model runs without delay. The socioeconomic scenarios would follow later and &#x2014; hopefully &#x2014; plausibly lead to the radiative forcing trajectories that had already been adopted without consideration of their plausibility.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!5kfl!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5e8b89e9-4cdc-483d-a295-8a6712d8636c_953x556.png" class="kg-image" alt="How Climate Science Lost Its Way on Scenarios" loading="lazy" width="953" height="556"></figure><p>This approach created what Ritchie and I call a &#x201C;plausibility vacuum.&#x201D; Once radiative forcing was severed from its socioeconomic foundation, there was no longer any mechanism to ask whether a given forcing pathway was consistent with a plausible description of human society.</p><p>The RCPs floated free. Researchers using them to project impacts on agriculture, public health, ecosystems, and infrastructure could no longer be certain that the human world embedded in their scenarios bore any coherent relationship to the physical climate outcomes they were projecting. For research focused on better understanding the physical sciences of climate and climate change, the plausibility vacuum didn&#x2019;t matter. But for everyone else, it did.</p><p>The parallel approach that created the plausibility vacuum was originally sold as a temporary measure. In practice it has been permanent &#x2014; Consider that since the start of 2025 about 7,500 research articles have been&#xA0;<a href="https://scholar.google.com/scholar?hl=en&amp;as_sdt=0%2C6&amp;as_ylo=2025&amp;q=rcp8.5&amp;btnG=&amp;ref=tat.xbopp.com">published with RCP8.5</a>.</p><p>When socioeconomic analysis finally caught up years later it revealed that the most commonly used scenario &#x2014; the one whose creators labeled &#x201C;business as usual&#x201D; &#x2014; required&#xA0;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0360544217314597?ref=tat.xbopp.com">levels of coal consumption and population growth that were implausible</a>. In fact, the integrated assessment models that produced the other three RCPs &#x2014; RCP2.6, RCP4.5, and RCP6.0 &#x2014; could not even reach a radiative forcing of 8.5 watts per square meter, under any set of input assumptions.</p><p>The selection of RCP8.5 as the highest priority scenario for climate research, and the only one designated as a reference or baseline scenario, was a fateful choice. Remarkably, climate scenario development in 2026 still takes place in a plausibility vacuum.</p><h4 id="the-rcps-were-never-comparable-with-each-other">The RCPs Were Never Comparable with Each Other</h4><p>The problems run deeper still, because the original four RCPs were not derived from a common framework. Each came from a different integrated assessment model &#x2014; IMAGE, MiniCAM, AIM, and MESSAGE &#x2014; which were developed by different research groups working from different assumptions about population, economics, technology, and land use. Each model had its own internal baseline, against which its own policy interventions produced lower forcing outcomes.</p><p>The four scenarios were never apples-to-apples. They were four different fruits from four different trees. Yet, over more than a decade and in tens of thousands of papers, RCP8.5 was treated as where the world was headed and the other three scenarios &#x2014; but especially RCP4.5 and 2.6 &#x2014; as a world with climate policy interventions. The 2018 U.S. National Climate Assessment treated RCP8.5 as a reference and RCP4.5 as policy success, both assumptions were wrong.</p><p>The RCP designers warned the community about this explicitly when the scenarios were being developed &#x2014; the scenarios &#x201C;cannot be treated as a set with consistent internal logic&#x201D; and the high scenario &#x201C;cannot be used as a no-climate-policy reference scenario for the other RCPs.&#x201D; That warning has been comprehensively ignored.</p><h4 id="the-scenario-that-took-over">The Scenario That Took Over</h4><p>One of the four RCPs &#x2014; RCP8.5, the highest &#x2014; came to dominate the literature to a degree that is impossible to overstate. RCP8.5 accounted for more than half of all RCP references in the 2018 U.S. Fourth National Climate Assessment, nearly 60 percent in the IPCC&#x2019;s Special Report on the Ocean and Cryosphere, and about a third of all RCP references in the IPCC Fifth Assessment Report.</p><p>By early 2020, researchers were publishing studies invoking RCP8.5 at a rate of roughly 20 per day. So far in 2026, studies using RCP8.5 (or its even more extreme successor, SSP5-8.5) are being published at a rate of ~30 new studies per day.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ugFu!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa3891334-3fb0-4664-8087-013a95f3a2bb_641x550.png" class="kg-image" alt="How Climate Science Lost Its Way on Scenarios" loading="lazy" width="641" height="550"></figure><p>The dominance of RCP8.5 happened for reasons that are explainable and understandable, even if deeply pathological. Here are some of those factors, and certainly not an exhaustive accounting:</p><ul><li>When the four RCPs were published, only RCP8.5 was structured as a baseline &#x2014; the other three were all constructed as policy intervention scenarios. Researchers who needed a no-policy reference had one option available.</li><li>The IPCC, which assesses published literature, consequently emphasized RCP8.5 in its reports.</li><li>Media coverage amplified the click-friendly, alarming projections from the RCP8.5 studies.</li><li>Researchers may or may not have cared about plausibility of the scenarios that underlay their research, but for those whose careers depend on publication and visibility it was no doubt a feature not a flaw that RCP8.5 generated the most striking results attractive to journal editors, climate beat reporters, and university press offices.</li></ul><p>Justin and I explain that no one need invoke bad faith or a conspiracy:</p><blockquote>The bottom line is that scenario misuse involving the RCPs resulted from myriad factors coming together and reinforcing each other. They range from the ridiculously simple &#x2013; the common naming scheme for the RCPs, to the incredibly complicated &#x2013; the collapsing of complexity involved with the notion of baseline scenarios in methodologies of scenario planning, abuse of the scenario probability vacuum, to institutional dynamics &#x2013; the IPCC assuming the role of orchestrating the very literature that its main function was simply to assess. As such the objective of understanding scenario misuse is not to apportion or assign blame, but to understand how such a pervasive and consequential failure of scientific integrity came to be on such an important topic, how it can be corrected and how it can be avoided in the future.</blockquote><h4 id="the-successor-scenarios-did-not-fix-the-problem">The Successor Scenarios Did Not Fix the Problem</h4><p>The Shared Socioeconomic Pathways (SSPs), published in 2017 were supposed to restore the socioeconomic foundation that the RCP process had severed. They did so only partially and too late. The SSP development process actually confirmed that a forcing level of 8.5 W/m&#xB2; &#x201C;can only emerge under a relatively narrow range of circumstances&#x201D; &#x2014; language that should have triggered a fundamental reorientation of the research agenda. Instead, the desire for continuity with a decade of prior modeling work meant that SSP5-8.5 was designated the highest-priority scenario for the climate model experiments informing the IPCC Sixth Assessment.</p><p>The modeling community&#x2019;s need for continuity &#x2014; for results that can be compared to earlier model runs &#x2014; trumped the policy community&#x2019;s need for scenarios grounded in the real world. That is the dynamic the scenario development process has consistently reproduced, across multiple generations of scenarios.</p><p>The SSPs also introduced a new pathology. Researchers began mixing elements from incompatible scenarios &#x2014; combining the grim, impoverished-world narrative of SSP3 with the extreme forcing level of RCP8.5 to construct a &#x201C;chimera&#x201D; scenario, SSP3-8.5, that the SSP developers themselves had flagged as implausible. Dozens of published studies now use this combination to explore worst-case impacts, generating projections built on a future world that no serious socioeconomic analysis supports.</p><p>Our paper goes into some detail on the SSPs. Those interested can see more there.</p><h4 id="what-needs-to-change">What Needs to Change</h4><p>Course correction will be difficult. Enormous institutional momentum is well entrenched &#x2014; thousands of published papers, active grants, ongoing IPCC cycles, regulatory frameworks already built on RCP8.5-derived projections. But the direction of change is clear, the only question is how long it&#x2019;ll take to get back on course.</p><p>Over the week or so since I announced to the world that the extreme scenarios have been retired, my social media feed have been filled with many, including experts, with some version of &#x201C;nothing to see here.&#x201D; In a future post I&#x2019;ll chonicle and correct the many false claims that are being spun about the retirement of the extreme scenarios.</p><p>There is much that needs to be done to correct course in climate science and policy. For the research community focused on meeting the needs of decision makers, near the top of the list: scenario development needs to be more frequent, more anchored to near-term policy-relevant time horizons, and more accurate about what real-world trends actually imply &#x2014; something closer to how the International Energy Agency updates its scenarios annually in light of current conditions.</p><p>Most fundamentally, the needs of decision makers must be given equal weight to the needs of climate modelers in the scenario development process. Those two audiences require different things, and consistently privileging one over the other has produced a decade of science that is technically sophisticated and often policy-irrelevant, if not flat-out misleading.</p><p>Even better, exploratory climate research should be spun off from that focused on informing decision makers. We simply cannot kill two birds with one stone.</p><h4 id="why-this-matters">Why This Matters</h4><p>Climate change is real. The risks are serious. The case for strong policy action does not depend on whether RCP8.5 is a plausible baseline &#x2014; All of the arguments I made back in 2010 in&#xA0;<strong>The Climate Fix</strong>&#xA0;survive the retirement of extreme scenarios.</p><p>Ultimately, successful climate policies necessarily require broad public confidence in the integrity of research and demonstration that science is self-correcting. How the community responds now will go a long way to determining whether trust is deserved.</p><p>Our 2021 paper is a careful account of how the climate science community ended up in this mess &#x2014; and what it would take to get out. We are not there yet.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[You Can’t Trust ‘Climate Economics’]]></title><description><![CDATA[Governments, banks and other institutions have based policies on models unconnected to reality.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/you-cant-trust-climate-economics/</link><guid isPermaLink="false">69f764589af4c44473771bc5</guid><category><![CDATA[Global Warming]]></category><category><![CDATA[Science]]></category><category><![CDATA[UNO]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Sun, 03 May 2026 15:09:13 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/05/What-Are-The-Economic-Effects-Of-Climate-Change-1024x654.webp" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<h2 id="governments-banks-and-other-institutions-have-based-policies-on-models-unconnected-to-reality">Governments, banks and other institutions have based policies on models unconnected to reality.</h2><hr><img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/05/What-Are-The-Economic-Effects-Of-Climate-Change-1024x654.webp" alt="You Can&#x2019;t Trust &#x2018;Climate Economics&#x2019;"><p>WSJ, Roger Pielke Jr., 29.4.2026</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://opinion-images.wsj.net/im-54264240/" class="kg-image" alt="You Can&#x2019;t Trust &#x2018;Climate Economics&#x2019;" loading="lazy" width="1280" height="850"></figure><p>The scientific journal Nature in December&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/s41586-024-07219-0?ref=tat.xbopp.com">retracted</a>&#xA0;one of the most influential climate economics papers of the past decade. The paper, by&#xA0;Maximilian Kotz,&#xA0;Anders Levermann&#xA0;and&#xA0;Leonie Wenz, claimed that unmitigated climate change would cost the global economy $38 trillion a year (in 2005 international dollars) by midcentury. It was the second-most-mentioned climate paper by the media in 2024, according to&#xA0;<a href="https://www.carbonbrief.org/analysis-the-climate-papers-most-featured-in-the-media-in-2024/?ref=tat.xbopp.com">Carbon Brief</a>. The paper was cited by central banks and governments to justify aggressive climate policies.</p><p>Then it collapsed. The authors&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/s41586-025-09726-0?ref=tat.xbopp.com">acknowledged</a>&#xA0;that its errors were &#x201C;too substantial&#x201D; for a correction. Nature retracted the paper more than 18 months after first learning of its problems.</p><p>Most media coverage treated this as an unfortunate aberration in what is otherwise settled science. The retraction, however, isn&#x2019;t a one-off. It revealed a crack that runs much deeper into the foundation of climate research.</p><p>Economists&#xA0;Finbar Curtin&#xA0;and&#xA0;Matthew Burgess&#xA0;at the University of Wyoming released a&#xA0;<a href="https://osf.io/preprints/socarxiv/g8khf_v1?ref=tat.xbopp.com">preprint</a>&#xA0;on April 20 that points out the broader flaws with current climate change research, making the Kotz et al. retraction look like small potatoes. Their paper, &#x201C;The Empirically Inscrutable Climate-Economy Relationship,&#x201D; starts from the most basic question in climate economics: Can researchers actually measure how climate affects the economy from the historical record?</p><p>Their answer is no. That matters enormously, because over the past decade, the field of climate economics has generated some of the most consequential numbers in global finance and governance. Central banks around the world have restructured their risk frameworks around these findings. The Network for Greening the Financial System&#x2014;a coalition of more than 130 central banks and supervisors, including the European Central Bank and the Bank of England&#x2014;built its climate scenario guidance on climate economics research. Federal agencies in the U.S., especially under the Obama and Biden presidencies, estimate the &#x201C;social cost of carbon&#x201D; when assessing the costs and benefits of proposed environmental policies. This framework has shaped regulations governing appliance standards, pipeline permitting and vehicle emissions. Financial-disclosure frameworks at the Securities and Exchange Commission, and parallel regimes across the European Union and U.K., treated these damage projections as credible scientific findings deserving regulatory weight.</p><p>Messrs. Curtin and Burgess show that the method underlying this subfield of economics can&#x2019;t do what researchers claim it can. The problem, they argue, is that the statistical procedure strips out nearly everything that would allow researchers to identify a climate signal, then mistakes the residual noise for that signal. Lumping together countries with similar average temperatures but entirely different institutions, histories and natural resources and then calculating a single damage relationship for all of them doesn&#x2019;t work; it describes the average but fails to describe a single real place on earth accurately. Such studies use sophisticated math to generate numbers&#x2014;but these numbers don&#x2019;t describe anything real.</p><p>Messrs. Curtin and Burgess implicate an entire influential field of literature projecting future climate damages. They argue that there&#x2019;s no way out of this methodological predicament; the future effects of climate change are irreducibly uncertain, and could be small or large. Climate economist&#xA0;Noah Kaufman, who worked under Presidents Obama and Biden in the White House,&#xA0;<a href="https://x.com/noahqk/status/2046597783818289519?ref=tat.xbopp.com">tweeted</a>&#xA0;that the &#x201C;implication of this paper is that a lot of policy guidance from climate economists over the last 30 years was built on sand.&#x201D;</p><p>The problem runs upstream too. For more than a decade, researchers built many of their climate projections on the back of a hypothetical standardized scenario called Representative Concentration Pathway 8.5&#x2014;a vision of the future which required coal consumption to quintuple by 2100 based on assumptions about future energy use. Those assumptions have already diverged sharply from actual energy trends, and we know today that the scenario is implausibly extreme. That conclusion isn&#x2019;t fringe or even controversial. Yet many scientists continue to emphasize RCP8.5 in climate research, with new studies published daily. The outdated scenario likely persists because of the slow schedule for updating scenario assumptions, the incentive researchers face to publish headline-grabbing results, and a climate advocacy ecosystem built on apocalyptic warnings.</p><p>Thousands of studies use it. Projections of flood damage, heat mortality, agricultural disruption and wildfire risk have rested on an implausible baseline that describes an imaginary, modeled future. Governments and financial institutions have treated these projections as the accurate scientific picture of the climate future.</p><p>Isn&#x2019;t science self-correcting? Well, it&#x2019;s supposed to be, but the reality is more complicated.</p><p>In a 2025&#xA0;<a href="https://journals.ametsoc.org/view/journals/apme/64/4/JAMC-D-24-0222.1.xml?ref=tat.xbopp.com">paper</a>&#xA0;in the Journal of Applied Meteorology and Climatology, I documented one of the clearest examples of self-correction failure in climate research that I&#x2019;ve encountered in nearly three decades of research.</p><p>An insurance company modified a hurricane loss data set by starting from my team&#x2019;s carefully collected data. Many of those modifications have no documentation and no basis in research. The company appended data taken from a different tabulation of losses that were oranges to our apples. It posted the flawed &#x201C;data set&#x201D; online where researchers found it and, remarkably, used it as the basis for writing papers published in the peer-reviewed literature with conclusions that went in the opposite direction of the vast majority of peer-reviewed literature on trends in hurricane losses. It wasn&#x2019;t science that led to their conclusions; it was bad data.</p><p>The Intergovernmental Panel on Climate Change and the U.S. National Climate Assessment featured prominently in their assessment reports one of these papers even after peer-reviewed research pointed out the flawed data sets.</p><p>When I notified PNAS&#x2014;which published one of the papers relying on the data set&#x2014;of my concerns about the paper, the scientific journal stood behind the paper. The papers that have used the corrupted data set remain in the literature today. Self-correction failed.</p><p>There&#x2019;s no legitimate scientific ambiguity in this case. Either a data set reflects the data it claims to represent or it doesn&#x2019;t. I documented exactly where it didn&#x2019;t and published that finding in a peer-reviewed journal. Apparently, no one cared. If the scientific community can&#x2019;t act on obviously false data&#x2014;when the problems are carefully documented in the peer-reviewed literature&#x2014;the prospects for soon correcting course on tens of thousands of flawed studies don&#x2019;t look promising.</p><p>None of this means that climate change isn&#x2019;t real. Human activity warms the planet. The uncertain risks merit serious discussion and responses. But so-called settled science that is built on flawed data and shielded from correction fails both policymakers and the public. By defending flawed data, scientific institutions erode the public trust they need to solve the world&#x2019;s most challenging problems.</p><p>The cracks in the foundation of climate research with important policy implications are now too big to ignore. It is time for a course correction.</p><p><em>Mr. Pielke is a senior fellow at the American Enterprise Institute and author of the Honest Broker substack.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Cargo Cult Climate Economics]]></title><description><![CDATA[Last December, Nature retracted “The Economic Commitment of Climate Change,” by Kotz, Levermann, and Wenz (KLW24). The paper claimed that climate change would cost the global economy $38 trillion a year by 2049 ...]]></description><link>https://tat.xbopp.com/cargo-cult-climate-economics/</link><guid isPermaLink="false">69eb8b00a319e3a944108c8b</guid><category><![CDATA[Global Warming]]></category><category><![CDATA[Politics]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Fri, 24 Apr 2026 15:33:20 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/04/Economic-Damage-from-Climate-Change.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/04/Economic-Damage-from-Climate-Change.jpg" alt="Cargo Cult Climate Economics"><p><em>THB, Roger Pielke Jr., 23.4.2026</em></p><h5 id="%E2%80%9Cin-the-south-seas-there-is-a-cargo-cult-of-people-during-the-war-they-saw-airplanes-land-with-lots-of-good-materials-and-they-want-the-same-thing-to-happen-now-so-they%E2%80%99ve-arranged-to-make-things-like-runways-to-put-fires-along-the-sides-of-the-runways-to-make-a-wooden-hut-for-a-man-to-sit-in-with-two-wooden-pieces-on-his-head-like-headphones-and-bars-of-bamboo-sticking-out-like-antennas%E2%80%94he%E2%80%99s-the-controller%E2%80%94and-they-wait-for-the-airplanes-to-land-they%E2%80%99re-doing-everything-right-the-form-is-perfect-it-looks-exactly-the-way-it-looked-before-but-it-doesn%E2%80%99t-work-no-airplanes-land-so-i-call-these-things-cargo-cult-science-because-they-follow-all-the-apparent-precepts-and-forms-of-scientific-investigation-but-they%E2%80%99re-missing-something-essential-because-the-planes-don%E2%80%99t-land%E2%80%9D-%E2%80%94-richard-feynman-1974"><em>&#x201C;In the South Seas there is a Cargo Cult of people. During the war they saw airplanes land with lots of good materials, and they want the same thing to happen now. So they&#x2019;ve arranged to make things like runways, to put fires along the sides of the runways, to make a wooden hut for a man to sit in, with two wooden pieces on his head like headphones and bars of bamboo sticking out like antennas&#x2014;he&#x2019;s the controller&#x2014;and they wait for the airplanes to land. They&#x2019;re doing everything right. The form is perfect. It looks exactly the way it looked before. But it doesn&#x2019;t work. No airplanes land. So I call these things Cargo Cult Science, because they follow all the apparent precepts and forms of scientific investigation, but they&#x2019;re missing something essential, because the planes don&#x2019;t land.&#x201D; &#x2014;&#xA0;</em><a href="https://calteches.library.caltech.edu/51/2/CargoCult.htm?ref=tat.xbopp.com"><em>Richard Feynman 1974</em></a></h5><h5 id></h5><p><em>Part 2 of 2.</em><a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/cargo-cult-climate-economics?utm_source=post-email-title&amp;publication_id=119454&amp;post_id=195049466&amp;utm_campaign=email-post-title&amp;isFreemail=false&amp;r=1bp2np&amp;triedRedirect=true&amp;utm_medium=email#footnote-1"><em>1</em></a><em>&#xA0;</em><a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/the-paper-that-breaks-climate-economics?ref=tat.xbopp.com"><em>Part 1</em></a><em>&#xA0;explains the Curtin and Burgess (CB26) argument why the climate-economy relationship is empirically inscrutable. Here I walk through what Curtin and Burgess found when they replicated and stress-tested three of the most influential top-down climate damage studies &#x2014; and what follows from their results.</em></p><p>Last December,&#xA0;<em>Nature</em>&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/s41586-025-09726-0?ref=tat.xbopp.com">retracted</a>&#xA0;&#x201C;The Economic Commitment of Climate Change,&#x201D; by Kotz, Levermann, and Wenz (KLW24) &#x2014; one of the most influential climate economics papers of the past decade. The paper claimed that climate change would cost the global economy $38 trillion a year by 2049 and projected an income reduction of 19 percent within 26 years regardless of future emissions.</p><p>KLW24 was the second most mentioned climate paper by the media in 2024, according to&#xA0;<a href="https://www.carbonbrief.org/analysis-the-climate-papers-most-featured-in-the-media-in-2024/?ref=tat.xbopp.com"><em>Carbon Brief</em></a>. The paper was&#xA0;<a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/a-huge-retraction-the-usual-playbook?ref=tat.xbopp.com">cited by central banks and governments</a>&#xA0;to justify more aggressive climate policies.</p><p>I was among those who viewed the retraction as&#xA0;<a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/a-huge-retraction-the-usual-playbook?ref=tat.xbopp.com">good news</a>: science self-correcting, a bad paper removed, maybe things are getting back on track. It turns out there is more to the story &#x2014; Much more.</p><p>The Kotz retraction was not a one-off case of flawed science belatedly retracted.</p><p>The new preprint by Finbar Curtin and Matt Burgess, of the University of Wyoming &#x2014; &#x201C;<a href="https://osf.io/preprints/socarxiv/g8khf_v1?ref=tat.xbopp.com">The empirically inscrutable climate-economy relationship</a>&#x201D; &#x2014; makes undeniably clear that the KLW24 retraction was just a symptom of a much deeper problem in climate economics.</p><p>The methodological problems that result in KLW24 run through the entire top-down climate-economics literature. If it was appropriate to retract KLW24, then what now should happen to the hundreds of other papers with the same methodological shortfalls?</p><p>In&#xA0;<a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/the-paper-that-breaks-climate-economics?ref=tat.xbopp.com">Part 1</a>, I explained the CB26 theoretical argument: the data structure economists use to estimate climate damages cannot, in principle, recover the thing it is trying to measure. Country-year panels pool observations across space and time where and when the relationship between temperature and economic output differs enormously &#x2014; El Salvador is not Iraq, and India in 1970 is not India in 2020.</p><p>Fixed effects cannot solve that problem. The degrees of freedom run out. CB26 call that relationship empirically inscrutable. I go further and argue that seeking to connect two indicies &#x2014; climate and GDP &#x2014; can produce numbers, but cannot lead to meaningful results.</p><p>Today, in Part 2 I overview the CB26 replication of the three most influential papers in the top-down climate-economics literature. Each paper has similar weaknesses to those that resulted in the retraction of Kotz et al. 2024.</p><p>The table below summarizes what CB26 found with respect to those three papers: Burke, Hsiang, and Miguel 2015 (BHM15), Kahn et al. 2021 (KETAL21), and Bilal and K&#xE4;nzig 2025 (BK25).</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!4J80!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F43969248-c027-4122-8c9f-2fb4db662ffa_813x1080.png" class="kg-image" alt="Cargo Cult Climate Economics" loading="lazy" width="813" height="1080"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Note: This table and the source notes below this post have been updated based on comments from Matt Burgess. Thanks Matt!</span></figcaption></figure><p>Across these three papers are the same structural problems as KLW24:</p><ul><li>Results driven by a small number of outlier observations that have nothing to do with weather;</li><li>Sensitivity to specification choices;</li><li>And, the pooling of data across places and times where the relationship of interest clearly differs.</li></ul><p>These are not minor technical quibbles. They are the core identification failures that CB26 identified theoretically and also find in practice..</p><p>The retraction of KLW24 was due to data errors and an arbitrary lag structure. The data errors were the proximate cause &#x2014; a decimal-vs.-percentage-point mistake that reviewers should have caught.</p><p>The lag structure was arguably worse: Kotz et al. estimated that a year-to-year change in temperature carried effects equally large seven years later as in the present year, then added those lagged effects across years to produce damage totals that dwarfed everything in the prior literature. Remove a single anomalous observation &#x2014; the Uzbekistan outlier &#x2014; and the damage estimates collapsed.</p><p>Now look at the table above.</p><ul><li>BHM15 nonlinear damage function attenuates when a handful of &#x201C;growth miracles and growth disasters&#x201D; leave the sample &#x2014; events like Iraq&#x2019;s post-2003 rebound, the Soviet collapse, Oman&#x2019;s oil boom. These are real economic events with nothing to do with temperature, but they happened to fall in years of unusual weather in countries with volatile climates, and the regression assigned the weather as cause.</li><li>KETAL21 long-run growth effects vanish with different model specifications.</li><li>BK25 $1,200-per-tonne social cost of carbon disappears when local temperatures replace a global average index.</li></ul><p>The same methodological issues appear across all four papers: results driven by influential outlier observations, damage estimates sensitive to choices the authors present as defaults, and a fundamental inability to distinguish a real climate-economy signal from statistical artifacts produced by pooling incompatible data.</p><p>The Kotz retraction removed one flawed paper, leaving behind a flawed literature.</p><p>CB26 focused on three papers, but their critique applies to the entire literature: The top-down methodology those papers rely on &#x2014; panel regressions of GDP, agricultural output, labor productivity, or mortality on temperature and precipitation, with country or region fixed effects, across multi-decade samples &#x2014; runs through a large fraction of the empirical climate-economics literature published over the past fifteen years.</p><p>The literature CB26 critique includes&#xA0;<a href="https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257%2Fmac.4.3.66&amp;ref=tat.xbopp.com">Dell, Jones and Olken (2012)</a>,&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/nclimate2535?ref=tat.xbopp.com">Moore and Diaz (2015)</a>,&#xA0;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0095069620300838?ref=tat.xbopp.com">Kalkuhl and Wenz (2020)</a>,&#xA0;<a href="https://www.nber.org/papers/w32761?ref=tat.xbopp.com">Nath, Ramey and Klenow (2024)</a>&#xA0;&#x2014; each</p><blockquote>&#x201C;relating an aggregate climate index to an aggregate economic index and interpreting the resulting coefficient as a causal damage function.&#x201D;</blockquote><p>The three papers CB26 replicate are the most prominent examples of an approach shared across hundreds of published studies.</p><p>The top-down literature did not stay in academic journals. Top-down climate economics papers have been profoundly influential in regulatory frameworks, financial supervisory standards, and legal arguments that govern trillions of dollars in decisions. The table below documents some examples where those studies showed up in finance and policy.<a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/cargo-cult-climate-economics?utm_source=post-email-title&amp;publication_id=119454&amp;post_id=195049466&amp;utm_campaign=email-post-title&amp;isFreemail=false&amp;r=1bp2np&amp;triedRedirect=true&amp;utm_medium=email#footnote-2">2</a></p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!9ED1!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F80178759-4266-4339-b86b-325168e4e12f_884x1125.png" class="kg-image" alt="Cargo Cult Climate Economics" loading="lazy" width="884" height="1125"></figure><p>Long-time THB readers will know that&#xA0;<a href="https://issues.org/climate-change-scenarios-lost-touch-reality-pielke-ritchie/?ref=tat.xbopp.com">I have been writing for years about implausible climate scenarios</a>&#xA0;&#x2014; Specifically, how the high-end RCP8.5/SSP5-8.5 emissions scenario was the basis for tens of thousands of research papers, producing the most alarming results, and achieving enormous institutional standing. We now know that those extreme scearnios are implausible &#x2014; and we have known that for a while, thanks to my colleague&#xA0;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140988317301226?ref=tat.xbopp.com">Justin Ritchie&#x2019;s work from a decade ago</a>.</p><p>The top-down climate-economics literature has followed a similar path. An approach disconnected from the real world in specific, identifiable ways achieved enormous real-world influence.</p><p>In a&#xA0;<a href="https://doi.org/10.1016/j.erss.2020.101890?ref=tat.xbopp.com">2021 paper</a>, Ritchie and I argued that RCP8.5 came to have such a tight grip on climate research due to a confluence of factors &#x2014; including incentives faced by researchers, a world that welcomes apocalyptic scenarios, and the rewards of publishing research deemed supportive of climate action. I would guess that some combination of those factors are at play in climate economics as well.</p><p>For climate economics, I&#x2019;d add another factor to the mix &#x2014;&#xA0;<a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/dont-play-footsie-with-racism?ref=tat.xbopp.com">climate determinism</a>.</p><p>The core idea is old and repeatedly discredited: that climate conditions explain a large share of variation in human outcomes including prosperity, social organization, and economic development.</p><p>In the nineteenth century, scholars attributed tropical poverty to the heat. In the early twentieth century, Ellsworth Huntington built a career arguing that temperate climates produced superior civilizations. These ideas fell from favor because the evidence did not support them and the ideological freight they carried was obvious.</p><p>Climate determinism has&#xA0;<a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/dont-play-footsie-with-racism?ref=tat.xbopp.com">returned</a>&#xA0;&#x2014; Instead of historians speculating about civilizational effects of climate, economists ran panel regressions with fixed effects and reported precise numerical estimates of how a one-degree rise in a global index of temperature reduces GDP.</p><p>The math was new. The underlying claim was old: climate drives economic outcomes in ways that dominate human adaptation and institutional capacity.</p><p>The economists working in this literature did not set out to resurrect climate determinism &#x2014; I have no doubt that they all understand perfectly well that institutions, technology, and governance matter enormously.</p><p>However, the top-down methodology they employed requires a simplistic assumption that an aggregated index of weather over a year at the global level can explain outcomes across the global economy. That is climate determinism.</p><p>Curtin and Burgess explain the significance of their paper, which in my view is seminal:</p><blockquote>Our analysis should provoke a fundamental reevaluation of how climate-econometric studies are used and referenced in research and policymaking. Estimates of economic damages from climate change&#x2014;and other related quantities like the SCC&#x2014;affect trillions of dollars in public and private decisions. Often, decision-makers choose one or a small range of preferred damage estimates, which suit their purposes or political preferences (e.g., Democrat vs. Republican administrations&#x2019; choices of the SCC), and ignore others. We provide specific examples of such practices in the Section 1. Our analysis suggests that these practices are misguided, and they risk producing misleading or unwise decisions.</blockquote><p>They conclude:</p><blockquote>The climate&#x2013;economy relationship therefore remains deeply uncertain. Recognizing this uncertainty is not a failure of economics, but a necessary step toward more honest analysis and more robust policy and practice. Future research should focus less on extracting ever more precise estimates from insufficient data, and more on understanding the mechanisms of adaptation, resilience, and institutional change that will shape economic outcomes in a warming world.</blockquote><p>Amen.</p><p><strong>Technical details below.</strong></p><p><strong>SOURCE NOTES for TABLE 1 &#x2014; CB26 Replication Findings</strong></p><p><a href="https://www.nature.com/articles/nature15725?ref=tat.xbopp.com">Burke, Hsiang &amp; Miguel (2015),&#xA0;</a><a href="https://www.nature.com/articles/nature15725?ref=tat.xbopp.com"><em>Nature</em></a><a href="https://www.nature.com/articles/nature15725?ref=tat.xbopp.com">&#xA0;527, 235&#x2013;239</a>&#xA0;&#x2014; Claims unmitigated warming cuts global GDP per capita 23% by 2100 via an inverted-U damage function peaking at 13&#xB0;C. CB26 find that removing 6 influential outlier observations attenuates effect sizes by more than 20% and weakens the quadratic relationship, though significance does not disappear entirely. The effect does vanish in the post-2000 sample &#x2014; a temporal instability with no agreed explanation.&#xA0;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0095069621000280?ref=tat.xbopp.com">Newell, Prest &amp; Sexton (2021)</a>&#xA0;found no statistically significant temperature effect on GDP across 800 model specifications using BHM&#x2019;s own data. CB26&#x2019;s conclusion: the&#xA0;<em>magnitude</em>&#xA0;of any climate-economy effect cannot be reliably estimated from this methodology &#x2014; not that no effect exists.</p><p><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988321001997?ref=tat.xbopp.com">Kahn, Mohaddes, Ng, Pesaran, Raissi &amp; Yang (2021),&#xA0;</a><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988321001997?ref=tat.xbopp.com"><em>Energy Economics</em></a><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988321001997?ref=tat.xbopp.com">&#xA0;104</a>&#xA0;&#x2014; Claims climate damages accumulate permanently into GDP growth rates, with 3&#xB0;C of warming cutting global GDP by up to 18%. CB26 find that removing 9 influential observations attenuates but does not eliminate the effect. More consequentially, KMN calculate projected damages from the&#xA0;<em>acceleration</em>&#xA0;of climate change rather than its level &#x2014; a specification choice that produces the counterintuitive result of positive projected effects under low-emissions RCP2.6 for sub-Saharan Africa. Effects prove unstable across moving time windows.</p><p><a href="https://academic.oup.com/qje/advance-article-abstract/doi/10.1093/qje/qjag011/8490467?ref=tat.xbopp.com">Bilal &amp; K&#xE4;nzig (2026),&#xA0;</a><a href="https://academic.oup.com/qje/advance-article-abstract/doi/10.1093/qje/qjag011/8490467?ref=tat.xbopp.com"><em>Quarterly Journal of Economics</em></a>&#xA0;&#x2014; Claims 1&#xB0;C of warming reduces world GDP by more than 20% and puts the Social Cost of Carbon above $1,200 per tonne. CB26 find BK26&#x2019;s results sensitive to ENSO variation, a bandstop filter, decade fixed effects, and moving time windows in the PWT dataset underlying BK26&#x2019;s main damage function. Note: BK26 themselves showed their country-level local temperature results carry no significance at 5% &#x2014; CB26 did not need to demonstrate this. CB26&#x2019;s core objection is that BK26&#x2019;s exclusion restriction &#x2014; that short-run global temperature shocks carry the same indirect effects as long-run temperature changes &#x2014; is difficult to justify.</p><p><em>Source:&#xA0;</em><a href="https://osf.io/preprints/socarxiv/g8khf_v1?ref=tat.xbopp.com"><em>Curtin &amp; Burgess (2026), &#x201C;The empirically inscrutable climate-economy relationship,&#x201D; SocArXiv</em></a><em>. CB26 identify specification fragility and deep structural uncertainty &#x2014; they do not call for retraction of any paper. The Kotz et al. retraction followed a data error, which is qualitatively different from the specification sensitivities CB26 document.</em></p><p><strong>SOURCE NOTES for TABLE 2 &#x2014; Where the Top-Down Climate-Economics Literature Shows Up in Policy and Finance</strong></p><p><a href="https://www.scientificamerican.com/article/cost-of-carbon-pollution-pegged-at-51-a-ton/?ref=tat.xbopp.com">U.S. IWG Social Cost of Carbon &#x2014; $51/tonne interim value (2021)</a>&#xA0;| DICE model augmented with BHM-era damage functions from the&#xA0;<a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10640-025-01016-7?ref=tat.xbopp.com">Howard &amp; Sterner (2017)</a>&#xA0;meta-regression of top-down panel GDP studies. | Set the regulatory carbon cost used across the entire U.S. federal government for fuel economy standards, EPA rules, and infrastructure cost-benefit analyses.</p><p><a href="https://www.eenews.net/articles/epa-floats-sharply-increased-social-cost-of-carbon/?ref=tat.xbopp.com">EPA Proposed SCC &#x2014; $190/tonne (2022)</a>&#xA0;| BHM and updated damage functions from the&#xA0;<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9605864/?ref=tat.xbopp.com">RFF/GIVE model</a>, which explicitly incorporates BHM-era panel regression estimates. | Proposed near-quadrupling of the U.S. regulatory carbon price; drove EPA power plant and vehicle rules; contested in federal court.</p><p><a href="https://www.cbo.gov/system/files/2025-02/61186-Climate-GDP.pdf?ref=tat.xbopp.com">CBO Climate-GDP Analysis (February 2025)</a>&#xA0;| Meta-analysis incorporating&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/nature15725?ref=tat.xbopp.com">BHM</a>, Burke &amp; Tanutama (2019),&#xA0;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0095069620300838?ref=tat.xbopp.com">Kalkuhl &amp; Wenz (2020)</a>, Kotz et al. (2024,&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/s41586-025-09726-0?ref=tat.xbopp.com">since retracted</a>), and&#xA0;<a href="https://www.nber.org/papers/w32761?ref=tat.xbopp.com">Nath et al. (2024)</a>. | Official federal projections of macroeconomic climate damages; CBO noted that Kotz drove substantial upward pressure on its damage distribution.</p><p><a href="https://bidenwhitehouse.archives.gov/wp-content/uploads/2024/04/FY25-CEA-OMB-Climate-Macro-White-Paper-Final-2.pdf?ref=tat.xbopp.com">Biden White House CEA/OMB Climate Macro White Paper (April 2024)</a>&#xA0;|&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/nature15725?ref=tat.xbopp.com">BHM</a>,&#xA0;<a href="https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257%2Fmac.4.3.66&amp;ref=tat.xbopp.com">Dell, Jones &amp; Olken (2012)</a>,&#xA0;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988321001997?ref=tat.xbopp.com">Kahn et al. (2021)</a>, Acevedo et al. (2020), Casey et al. (2023) &#x2014; all top-down panel GDP studies. | Official executive-branch assessment of climate macroeconomic impacts; used to justify regulatory ambition and characterize risks from inaction.</p><p><a href="https://www.ngfs.net/en/communique-de-presse/ngfs-releases-fifth-vintage-its-climate-scenarios?ref=tat.xbopp.com">NGFS Central Bank Scenarios &#x2014; Phase V (November 2024)</a>&#xA0;| Kotz et al. (2024,&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/s41586-025-09726-0?ref=tat.xbopp.com">retracted</a>) embedded as the baseline damage function; NGFS warned users to &#x201C;be aware&#x201D; of the retraction only post-publication. See&#xA0;<a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/a-huge-retraction-the-usual-playbook?ref=tat.xbopp.com">Roger Pielke Jr.&#x2019;s analysis</a>. | Adopted by 130+ central banks &#x2014; Bank of England, ECB, Federal Reserve &#x2014; as the standard framework for climate stress testing and capital adequacy assessment.</p><p><a href="https://www.bankofengland.co.uk/stress-testing/2021/climate-biennial-exploratory-scenario-2021?ref=tat.xbopp.com">Bank of England Climate Biennial Exploratory Scenario (2021&#x2013;2022)</a>&#xA0;| NGFS scenarios drawing on BHM-lineage damage functions; Kotz methodology embedded in subsequent NGFS phases. | Directed UK banks to quantify climate-driven losses using top-down damage functions; informed PRA supervisory capital expectations.</p><p><a href="https://www.sec.gov/rules/final/2024/33-11275.pdf?ref=tat.xbopp.com">SEC Climate Risk Disclosure Rules (2024)</a>&#xA0;| Integrated assessment models incorporating BHM-era damage functions; NGFS and TCFD scenario frameworks tracing to the same top-down literature. | Required ~7,000 public companies to disclose climate financial risks using top-down-derived methodologies; partially stayed by courts.</p><p><a href="https://www.fsb-tcfd.org/?ref=tat.xbopp.com">TCFD Corporate Climate Reporting Framework</a>&#xA0;| Top-down GDP damage literature underpins the &#x201C;physical risk&#x201D; scenario quantification in TCFD guidance; BHM-lineage results travel through NGFS into TCFD disclosures. | Adopted globally; mandatory in the UK, EU, Canada, and Australia; trillions in assets under management now subject to TCFD-aligned climate reporting.</p><p><a href="https://www.imf.org/en/Topics/climate-change?ref=tat.xbopp.com">IMF Fiscal and Financial Stability Climate Risk Analyses</a>&#xA0;|&#xA0;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988321001997?ref=tat.xbopp.com">Kahn et al. (2021)</a>&#xA0;long-run growth effects;&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/nature15725?ref=tat.xbopp.com">BHM</a>; related top-down panel literature informing IMF staff country assessments. | IMF estimates of sovereign debt sustainability, fiscal space, and macroeconomic stability draw on the top-down framework; shape IMF surveillance and lending conditions.</p><p><a href="https://rogerpielkejr.substack.com/p/the-climate-litigation-infrastructure?ref=tat.xbopp.com">Climate Litigation &#x2014; Expert Testimony &amp; Damages Claims</a>&#xA0;|&#xA0;<a href="https://www.nature.com/articles/nature15725?ref=tat.xbopp.com">BHM</a>,&#xA0;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988321001997?ref=tat.xbopp.com">KMN</a>,&#xA0;<a href="https://academic.oup.com/qje/advance-article-abstract/doi/10.1093/qje/qjag011/8490467?ref=tat.xbopp.com">Bilal &amp; K&#xE4;nzig</a>; high-end SCC estimates derived from top-down damage functions; used in Rhode Island v. Chevron, Hawaii, and other cases. | Expert witnesses argue fossil fuel liability in the trillions; BK&#x2019;s $1,200/tonne SCC amplifies claimed damages by orders of magnitude.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[The Paper That Breaks Climate Economics]]></title><description><![CDATA[Curtin-Burgess ask a straightforward question: Can we actually measure how climate affects the economy from the historical record?
Their answer is no.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/the-paper-that-breaks-climate-economics/</link><guid isPermaLink="false">69e8d17da319e3a944108c76</guid><category><![CDATA[Global Warming]]></category><category><![CDATA[Science]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Wed, 22 Apr 2026 13:52:37 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/04/ddf3418c-a80a-4c07-9e70-84abe9677102_720x720.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/04/ddf3418c-a80a-4c07-9e70-84abe9677102_720x720.jpg" alt="The Paper That Breaks Climate Economics"><p><strong><em>Part 1 of 2 on a damning new paper that takes on the top-down climate-economics literature &#x2014; &#x201C;The empirically inscrutable climate-economy relationship&#x201D;</em></strong></p><p><em>THB, Roger Pielke Jr., 20.04.2026</em></p><p>Today, I discuss a new pre-print by&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/02ee9c4d-79c9-4529-984d-6cf1ab47fd6b?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Finbar Curtin</a>&#xA0;and&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/8e1988df-45c0-4cc6-8ecc-c40610de4b65?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Matt Burgess</a>&#xA0;of the University of Wyoming which is by far the most important climate paper I&#x2019;ve read in quite some time &#x2014; &#x201C;<a href="https://substack.com/redirect/1c364404-af1c-4e34-9ce8-b93c7d584d0c?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">The empirically inscrutable climate-economy relationship</a>.&#x201D;&#xB9;</p><p>Curtin-Burgess (CB26) ask a straightforward question: Can we actually measure how climate affects the economy from the historical record?</p><p>Their answer is no.</p><p>Economists have sought to identify a relationship of climate and the economy from the historical record as a basis for projecting into the future how changes in climate might affect economic growth. CB26 explain why meaningfully identifying that relationship is simply not possible.</p><p>In today&#x2019;s post, part one of two, I explain the analysis of CB26 and take it further. I argue that the question they ask was never really answerable to begin with &#x2014; the entire project of regressing aggregate economic output on aggregate climate variables is conceptually and fatally flawed.</p><p>This post briefly overviews the macroeconomics literature that has sought to connect climate and the economy, describes the theoretical framing of CB26, explains how I take their arguments even further, and sets the stage for Part 2 &#x2014; which looks at CB26 replications of key climate-economics papers.</p><p>Grab a cuppa and settle in . . .</p><p><strong>Bottom Up and Top Down</strong></p><p>Two parallel traditions in climate economics ask two different questions.</p><p>The older tradition, which dates to&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/ec4d029f-ffd4-467c-8b8c-e896433e968e?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">William Nordhaus&#x2019;s 1991 paper &#x201C;To slow or not to slow&#x201D;</a>&#xA0;and the&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/44278148-4b92-4fad-a6d1-7666f18ae599?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">DICE model he introduced in 1992</a>&#xA0;asked: what is the right global carbon price?</p><p>Answers to that question estimate what has come to be known as&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/f1c5d606-6ec8-46df-93ba-45f25c91f3c1?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">the social cost of carbon</a>&#xA0;&#x2014; the dollar value of the damage of an additional emitted ton of CO&#x2082;.</p><p>This work typically follows a&#xA0;<em>bottom-up&#xA0;</em>approach: Nordhaus and those who followed him estimate climate damage sector by sector, such as agriculture, human health, energy demand and so on. Add up the sectoral damages, and get a total damage estimate.</p><p><a href="https://substack.com/redirect/413ab0e5-90f2-4281-b3cb-b36175c08914?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Nordhaus won the Nobel Prize in 2018</a>&#xA0;for this work, and&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/3707b3c6-1d54-47fe-92bb-47416f107101?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">DICE remains the reference integrated assessment model</a>&#xA0;for U.S. government analyses.</p><p>The bottom-up approach combines &#x2014; sector-by-sector &#x2014; various damage functions that relate temperature (typically) to economic outcomes. Sectoral damage functions make explicit the causal pathway from climate to economic impact.</p><p>The newer tradition &#x2014;&#xA0;<em>top-down</em>&#xA0;&#x2014; emerged in the 2010s and asks a related but different question: how does climate actually affect economic output in the historical record as a basis for projecting how changes in climate might affect the economy in the future?</p><p>The top-down approach seeks to bypass creating sectoral damage functions and instead looks to establish a relationship between climate variables (typically temperature) and aggregate economic output. The core idea is that once that relationship is established, it can be used to explore how future economic output may change based on changes in climate variables.</p><p><a href="https://substack.com/redirect/859174cb-d2d3-4ce0-8fa6-90da81302f9e?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Dell, Jones and Olken (2012)</a>&#xA0;is an early example of a panel regression of GDP growth on temperature.&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/3068a7a5-0d9c-496a-b50c-e01eff0d68df?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Burke, Hsiang and Miguel (2015)</a>&#xA0;took this approach forward and produced the influential claim that unmitigated warming would cut global GDP per capita by 23 percent by 2100.</p><p>Many papers followed &#x2014;&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/79815295-7782-4ec0-989e-c7a34c856eb5?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Kahn et al. 2021</a>,&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/d836fa3d-9799-42d0-bc0c-a6d473182561?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Kalkuhl and Wenz 2020</a>,&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/378ef01c-822f-478a-8d5f-45f91f4778b6?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Kotz et al. 2024</a>&#xA0;(since retracted),&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/26e42bf3-4b3b-441b-8103-dc91d6bb0e18?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Nath, Ramey and Klenow 2024</a>,&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/3fb3e75b-bb6a-4dd2-96ae-ce514c3f71b2?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Bilal and K&#xE4;nzig 2026</a>&#xA0;&#x2014; each relating an aggregate climate index to an aggregate economic index and interpreting the resulting coefficient as a causal damage function, which could then be used to project future damage as a function of future changes in climate.</p><p>Curtin and Burgess challenge whether any such top-down approach can answer the core question it asks and conclude that top-down approaches are fundamentally incapable of answering that core question.</p><p>CB26 take on an entire literature.</p><p><strong>The Curtin and Burgess Critique</strong></p><p>Curtin and Burgess ask what it would take for an aggregate top-down regression to actually recover a meaningful causal relationship, and they explore whether econometric methods allow for meaningful results.</p><p>CB26 argue that they do not: The climate-economy relationship, as measured from aggregate historical data, is &#x2014; in their word &#x2014;&#xA0;<em>inscrutable</em>.</p><p>To be clear, CB26 explicitly accept that human activity changes the climate, posing risks. In fact, their critique has nothing to do with the physics of climate science. Their critique is about economics, and specifically methods of econometrics.</p><p>CB26 show &#x2014; rigorously and comprehensively &#x2014; that the magnitude of any climate effects on economic growth, resulting from the top-down approach, cannot come out of the historical record with any confidence, no matter how sophisticated the econometrics.</p><p>The CB26 theoretical argument is straightforward but technically involved. To illustrate, I will use panel-data regression of country GDP on country temperature as a running example, because that is the approach most of the top-down literature uses. The general conclusion applies to any top-down approach.</p><p>The data are a&#xA0;<em>panel</em>&#xA0;&#x2014; a table with one row per country per year. For instance, Rwanda 1994 is a row. India 1980 is a row. The United States 2010 is a row. Each row has a temperature, a precipitation, a GDP growth rate, and, depending on the approach, a handful of other variables. For example, 170 countries across 50 years gives 6,500 rows (170 x 50). That panel has two dimensions, country and year.</p><p>Climate economists want to know how a change in temperature causes a change in GDP growth. The methodological challenge is that temperature correlates with nearly everything. Countries with different temperatures have different institutions, religions, colonial histories, natural resources, neighbors, etc. Similarly, years with different temperatures have different oil prices, wars, technology, financial crises, etc. A naive regression of GDP on temperature risks mistaking spurious influences for a temperature effect.</p><p>Economists handle this challenge with a tool called&#xA0;<em>fixed effects</em>.</p><p>The&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/c8d1697f-23ae-45f8-8d68-d7d25a261d2f?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Princeton University Research Guide on panel data</a>&#xA0;explains:</p><blockquote>&#x201C;The fixed effects model assumes that the omitted effects of the model can be arbitrarily correlated with the included variables. . . . Fixed effects explore the relationship between predictor and outcome variables within an entity (country, person, company, etc.).&#x201D;</blockquote><p>In plain language: fixed effects tell the regression to throw away every kind of variation that is either specific to a country (and therefore potentially confounded with the country&#x2019;s average climate) or specific to a year (and therefore potentially confounded with global shocks that hit every country the same way).</p><p>Country fixed effects remove everything specific to a country that stays constant over time &#x2014; culture, institutions, geography, history. Year fixed effects remove everything that hit every country similarly in a given year &#x2014; the 2008 financial crisis, the 1973 oil shock, global technology trends. What remains is a residual: India ran hotter than usual in 1987, cooler than usual in 1988 &#x2014; and the regression uses that residual to identify the temperature effect.</p><p>This approach works only if the temperature-GDP relationship is the same everywhere, at every time. The regression pools every country&#x2019;s residual and fits a single function &#x2014; or a single quadratic, in the Burke-Hsiang-Miguel case &#x2014; through the data.</p><p>CB26 explain:</p><blockquote>&#x201C;Many climate-econometric studies assume one global climate-economy relationship. They employ panel methods which treat every individual time-period observation as variation over this global function (e.g., Dell et al. (2012); Burke et al. (2015c); Kahn et al. (2021)).&#x201D;</blockquote><p>The relationship cannot be the same everywhere. Take two countries that look similar on key dimensions. CB26 point to El Salvador and Iraq: about the same average temperature and the same level of affluence. When the authors estimate a temperature effect for each country separately, they find a positive relationship for El Salvador and a negative one for Iraq. The average conceals a tropical climate (El Salvador) and a desert oil economy (Iraq), a remittance-dependent labor market and a war-scarred institutional environment.</p><p>Pooling El Salvador and Iraq into one regression is, according to CB26, methodologically unsound:</p><blockquote>&#x201C;Assuming a global climate-economy relationship means that points from one country implicitly affect the estimate of the climate-economy relationship for all countries. Fixed-effects models result in countries&#x2019; relationships being implicitly weighted by their variations in temperature (and/or other climate variables used), with larger-variance countries given higher weight. . . . The result is that relatively small countries at temperature extremes can have a large influence on global estimates.&#x201D;</blockquote><p>Not only is it problematic to pool relationships across space, it is also problematic to pool them across time. For instance, a climate-economy relationship in India in 1965 is not the relationship in India in 2015. Over that time India&#x2019;s GDP increased by a factor of ten and saw expansion of air conditioning, irrigation, and a service sector.</p><p>Economic development changes how a country experiences weather:&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/cdf9d620-c997-48dd-8bf9-c34c628ff66e?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Kahn (2005)</a>&#xA0;and&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/48de3ef3-825b-4beb-9807-6b349de4e265?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Toya &amp; Skidmore (2007)</a>&#xA0;each found that a one-percent increase in real GDP per capita cuts death and damage rates from natural disasters by roughly half a percent. Rich countries and poor countries respond to identical weather differently, and the same country responds to identical weather differently as it grows rich. Pooling five decades of Indian data and looking for a temperature effect on GDP is, again, according to CB26, methodologically suspect.</p><p>Any relationship of climate and the economy varies across both of the panel&#x2019;s dimensions and CB26 argue that assuming otherwise, as the top-down literature does, introduces bias.</p><p>An obvious fix would be to let the relationship vary &#x2014; give every country its own coefficient, give every year its own coefficient, and let the coefficient depend on income and baseline climate. But that approach is also methodologically problematic because it turns a search for a fixed relationship into a need for as many relationships as there are specific times and places.</p><p>CB26 explain:</p><blockquote>&#x201C;Each data point in a climate-economy time series has a time index (t) and a space index (i, often country, sometimes region). If the climate-economy relationship has qualitatively meaningful variation across both space and time &#x2014; as we argue it does &#x2014; there are not enough degrees of freedom to estimate it. Assuming away some of spatial and/or temporal variation to preserve degrees of freedom creates qualitatively meaningful bias. This is the core, irreducible estimation challenge.&#x201D;</blockquote><p>So the top-down researcher has no way out. Let the climate-economy relationship vary as much as it actually varies, and it cannot be modeled. Hold it fixed, and the model can generate a headline-producing result, but that result has no real-world meaning in any specific place.</p><p>Curtin and Burgess describe this as the &#x201D;core, irreducible estimation challenge&#x201D; that better data or cleverer methods cannot fix.</p><p>CB26 go to some length to explain that theirs is a&#xA0;<em>statistical</em>&#xA0;argument, not a&#xA0;<em>climate</em>&#xA0;argument. It is a problem any panel-data researcher faces when the when the relationship of interest varies along every dimension of the data. Climate econometrics sits in an especially bad spot because both dimensions of heterogeneity are large.</p><p>The methodological problem that Curtin and Burgess describe is well-established in modern econometrics &#x2014; they cite&#xA0;<a href="https://substack.com/redirect/fb8668c8-09d9-42e5-88c9-c93173a9e90b?j=eyJ1IjoiMWJwMm5wIn0.df4TmecJkC1V2U1Wj-6TBzhQFakle9cE0NF4uAIwHLA&amp;ref=tat.xbopp.com">Chernozhukov et al. 2013</a>&#xA0;from that literature.</p><p>What is new in the Curtin-Burgess paper is the argument that this weighting problem is not simply a minor methodological issue &#x2014; it is a problem basic to the structure of every pooled estimate in the field.</p><p>Spatial and temporal heterogeneity are the core of the identification failure, but they are not the only problems, and Curtin and Burgess discuss three others.</p><ul><li>The first is the problem of&#xA0;<em>growth miracles and growth disasters</em>, terms CB26 use to describe a small number of extreme economic events in the historical record that have nothing to do with climate &#x2014; such as the collapse of the Soviet Union, the Rwandan genocide, Iraq&#x2019;s post-war rebound after 2003, or Oman&#x2019;s 1968 oil boom. Such events produce single-year GDP changes ten-to-thirty-times larger than a country&#x2019;s typical growth rate, up or down. When one of them happens to fall in a year of unusual weather in a small country, the regression treats the weather as the cause of the GDP swing. Curtin and Burgess show that six or nine such observations &#x2014; out of roughly 6,500 in the dataset &#x2014; drive a&#xA0;<em>quarter to a third</em>&#xA0;of the estimated climate damage in prominent papers (and will be discussed in Part 2).</li><li>The second is that the climate a country has already adapted to is not observable in the data. An economist cannot distinuish damage from novel events from damage caused by expected events in a country being poorly matched to its environment. A cold country with poor winter infrastructure will suffer losses when winter happens, but calling that climate damage would obviously be misleading, because the cause is poor adaptation to documented climate variability.</li><li>The third is that &#x201C;climate&#x201D; is not one number. Temperature, precipitation, humidity, extreme events, ocean circulation, and wind patterns all matter for how society functions and these variables interact with each other. Nearly every top-down study collapses all of that into annual-average temperature and total precipitation.</li></ul><p><strong>Why I Think the Problems Go Even Deeper</strong></p><p>Here go beyond Curtin and Burgess &#x2014; not to dispute their argument, which is solid, but to push it further than they do.</p><p>The authors treat the problems above as technical challenges in econometrics: Spatial heterogeneity introduces bias. Temporal heterogeneity introduces bias. Influential observations introduce fragility. Reducing climate to one variable introduces omitted-variable bias.</p><p>Their framing suggests that, in principle, a top-down regression done carefully enough with good enough data would recover a meaningful relationship if only researchers could overcome these obstacles. CB26 argue that in practice researchers cannot overcome the obstacles, so the relationship is &#x201C;empirically inscrutable.&#x201D;</p><p>Their theoretical model presumes that a well-defined climate-economy relationship exists and that the problem is aggregating it into a single estimable function based on available data.</p><p>I go further &#x2014; the aggregate relationship, as the top-down literature conceptualizes it, simply does not exist as a coherent causal object at all.</p><p>Consider what the top-down regression actually does when seeking to relate an average temperature to GDP. Both are indices: No person, no crop, no factory, no piece of infrastructure ever experiences average temperature. A farm in Iowa experiences the temperature at that farm, minute by minute. Similarly, a factory in Bangalore experiences the temperature at that factory. An average temperature in these studies is built up by averaging gridded observations across a country&#x2019;s land area &#x2014; usually population-weighted &#x2014; and then averaging again over the year. What enters the regression is a statistical summary of a summary.</p><p>GDP is a similar kind of index. Country GDP aggregates the output of millions of firms, each operating under local conditions, across sectors whose relationships to weather differ enormously. Global GDP aggregates country GDPs. No person, company, or government experiences GDP.</p><p>A defender of the top-down approach might reply that GDP is the variable we actually care about for policy, so treating it as downstream of the real mechanisms misses the point. That defense fails for a simple reason. GDP is the outcome we care about, and climate change is the cause we care about, but neither aggregate index is where the causal process actually plays out. The question is what causes changes in GDP &#x2014; and those causes operate at the level where people, firms, and physical systems respond to their local conditions.</p><p>Let me illustrate the problem with an analogy. Imagine trying to learn whether paying baseball players more makes them hit better by comparing team payrolls to team batting averages. You would find a correlation &#x2014; higher-payroll teams do tend to hit better on average, because they pay for talent &#x2014; but the correlation tells you almost nothing about the underlying question about how pay influences a batter&#x2019;s hitting.</p><p>A team&#x2019;s payroll is the sum of what every player on the roster earns, spread across superstars and journeymen in different proportions on every team. A team&#x2019;s batting average is a blend of what every hitter contributed, spread across starters and bench players in different proportions on every team across a long season. Whatever mechanism links pay to performance operates at the level of individual players in individual at-bats, and neither aggregate metric provides the data necessary to establish a causal relationship.</p><p>Correlating the two team averages can give a number, but it is a statistical artifact of thirty different roster structures over 162 games per team, with forty or so different players suiting up over a season, playing in different stadiums against different opponents.</p><p>Fancy econometrics can certainly produce a number that relates an index of batting to an index of salaries. The number will reflect some real pattern &#x2014; higher-paying teams do get better hitters on average &#x2014; but it will not answer the question a team owner actually cares about, which is whether spending more money on this roster or on new players would improve this team&#x2019;s performance. That counterfactual lives at the level of individual players, individual contracts, and individual at-bats, not at the level of team or season aggregates.</p><p>The climate-economy regression is worse off, because the indices it correlates sit even farther from the underlying mechanisms than payroll and batting average do.</p><p>The bottom-up approach, for all its problems, at least tries to include plausible causal pathways between changes in weather variables and outcomes. You can look at a Nordhaus damage function and see exactly what the author thinks is happening in agriculture, on coastlines, in the energy sector as climate changes.</p><p>The top-down approach skips the causal mechanism step and assumes that the aggregate statistical relationship somehow reflects the sum of all causal mechanisms.</p><p>CB26 provide strong evidence that the assumption fails. The sensitivities they document across the top-down literature &#x2014; 20, 30, 50 percent swings in headline estimates from minor specification changes; wildly different answers from papers using the same data; results driven by a handful of observations that have nothing to do with the weather &#x2014; are exactly what we should expect from a regression that is correlating two indices with no stable causal pathway between them. If a real aggregate relationship existed and had a stable causal interpretation, it would show up consistently across specifications that reasonably isolate it. The top-down climate literature&#x2019;s estimates do not show any such consistency.</p><p>The field has mistaken the inscrutability of a statistical artifact &#x2014; a quantitative relationship between two abstract indexes &#x2014; for uncertainty about a presumed-real quantity. The damage function the top-down literature claims to estimate simply does not exist as a coherent object.</p><p>If the problem were merely technical &#x2014; better data, longer panels, more clever econometrics &#x2014; the field could reasonably expect to close in on the truth over time. If the problem is conceptual &#x2014; that the top-down approach is correlating two downstream summaries with no causal structure between them &#x2014; then more data and cleverer methods will not help. The field will continue producing numbers and those numbers will generate headlines, but those numbers, whatever they mean, don&#x2019;t tell us anything meaningful about how future changes in weather might affect future economic activity.</p><p><em>In Part 2, I walk through what Curtin and Burgess found when they reproduced the three most influential papers in the top-down literature &#x2014; and what they document is devastating.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der Westen führt einen stillen Krieg gegen den Markt. Damit gefährdet er die Basis des eigenen Wohlstands]]></title><description><![CDATA[Die Regierungen in den Industrieländern greifen immer stärker in das freie Spiel von Angebot und Nachfrage ein und manipulieren die Preise. Damit bedienen sie eine wachsende Marktskepsis in der Bevölkerung.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/der-westen-fuhrt-einen-stillen-krieg-gegen-den-markt-damit-gefahrdet-er-die-basis-des-eigenen-wohlstands/</link><guid isPermaLink="false">69e4e3f7a319e3a944108c5f</guid><category><![CDATA[Politics]]></category><category><![CDATA[Economy]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Sun, 19 Apr 2026 14:26:13 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/04/EolPcI7W4AISu_v-1.jpeg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/04/EolPcI7W4AISu_v-1.jpeg" alt="Der Westen f&#xFC;hrt einen stillen Krieg gegen den Markt. Damit gef&#xE4;hrdet er die Basis des eigenen Wohlstands"><p><strong><em>Die Regierungen in den Industriel&#xE4;ndern greifen immer st&#xE4;rker in das freie Spiel von Angebot und Nachfrage ein und manipulieren die Preise. Damit bedienen sie eine wachsende Marktskepsis in der Bev&#xF6;lkerung.</em></strong></p><p><em>NZZ, Malte Fischer, 17.04.2026</em></p><p>Es ist ein leiser, heimlicher, unerkl&#xE4;rter Krieg, den die Regierungen des Westens f&#xFC;hren. Ein Krieg, in dem keine Bomben fallen. Und dennoch ist es ein Krieg, der grosse Sch&#xE4;den verursacht. Denn er richtet sich gegen die Marktwirtschaft, das Fundament des westlichen Wohlstands. Im Zentrum der staatlichen Attacken steht der Preismechanismus, der zentrale St&#xFC;tzpfeiler der Marktwirtschaft. Ohne ihn gibt es keinen Ausgleich von Angebot und Nachfrage, sondern wirtschaftliches Chaos.</p><p>Man muss nicht lange suchen, um die Schlachtfelder zu orten, auf denen die Regierungen angreifen. In Europas Hauptst&#xE4;dten ersinnen die Politiker seit&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/meinung/iran-krieg-hormuz-blockade-beschleunigt-abschied-von-erdoel-und-erdgas-ld.1933115?ref=tat.xbopp.com">Ausbruch des Iran-Kriegs</a>&#xA0;nahezu t&#xE4;glich neue Mittel und Wege, um die Preise an den Tankstellen k&#xFC;nstlich zu dr&#xFC;cken. Der autofahrende W&#xE4;hler, der die hohen Preise in der Haushaltskasse sp&#xFC;rt, soll gegen die Volten des Marktes abgeschirmt werden.</p><p>In den USA treibt die Regierung die&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/wirtschaft/was-hat-trump-mit-seinem-zollfuror-erreicht-eine-bilanz-in-grafiken-ld.1927701?ref=tat.xbopp.com">Preise f&#xFC;r Einfuhren durch Z&#xF6;lle</a>&#xA0;in die H&#xF6;he, um die eigene Industrie zu sch&#xFC;tzen. In Spanien, Frankreich, Portugal und Schottland verh&#xE4;ngen die Regierungen Mietpreisdeckel, um die Wohnkosten der B&#xFC;rger zu begrenzen. Und in Deutschland setzt die Regierung&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/international/mehr-zuzahlungen-fuer-medikamente-geringere-bonuszahlungen-fuer-aerzte-so-will-die-deutsche-gesundheitsministerin-das-milliardenloch-stopfen-ld.1933537?ref=tat.xbopp.com">H&#xF6;chstpreise f&#xFC;r Medikamente</a>&#xA0;und legt die Preise f&#xFC;r die Einspeisung von &#xD6;kostrom ins Stromnetz fest. Und das nicht erst seit gestern.</p><h2 id="sozialisierung-in-der-stammesgesellschaft">Sozialisierung in der Stammesgesellschaft</h2><p>Die inflation&#xE4;ren Eingriffe der Regierungen in die Preisbildung finden in der &#xD6;ffentlichkeit meist Beifall, gilt das ungehemmte Spiel der Marktkr&#xE4;fte mit seinem kompromisslosen Streben nach Rendite und Gewinn vielen B&#xFC;rgern doch als frivol, wenn nicht gar gef&#xE4;hrlich. M&#xE4;rkte werden daher h&#xE4;ufig nicht als Wohlstandsgeneratoren, sondern als Plattformen wahrgenommen, auf denen sich ein ungeb&#xE4;ndigter Raubtierkapitalismus austobt.</p><p>Das&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/der-andere-blick/deutschlands-regierung-muss-mehr-marktwirtschaft-wagen-ld.1879694?ref=tat.xbopp.com">Misstrauen gegen&#xFC;ber der Marktwirtschaft</a>&#xA0;wurzelt tief in der menschlichen Evolution. Menschen sind in der Stammesgesellschaft sozialisiert, der Familie, der Sippe, der Dorfgemeinschaft. Dort gelten andere Regeln als in der anonymen Grossgesellschaft. Nicht Gewinnstreben, sondern Solidarit&#xE4;t, nicht Egoismus, sondern Altruismus, nicht Privateigentum, sondern Gemeinschaftsg&#xFC;ter, nicht formale Vertragsbeziehungen, sondern das nachbarschaftliche &#xAB;do ut des&#xBB;, das gegenseitige Geben und Nehmen, regelt das Leben.</p><p>Daher f&#xE4;llt es den Menschen schwer, sich den Regeln des Marktes zu f&#xFC;gen und dessen emotionsfreie Bepreisung von G&#xFC;tern und Arbeitskraft zu akzeptieren.</p><h2 id="marktversagen-als-alibi-f%C3%BCr-staatliche-eingriffe">Marktversagen als Alibi f&#xFC;r staatliche Eingriffe</h2><p>Linken, marktfeindlichen Kr&#xE4;ften f&#xE4;llt es leicht, auf diesem gesellschaftlichen Resonanzboden ihre Angriffe auf die Marktwirtschaft zum Schwingen zu bringen. Mit ihrer antikapitalistischen Propaganda bedienen und verst&#xE4;rken sie die tiefliegenden Vorbehalte in grossen Teilen der Bev&#xF6;lkerung gegen Marktwirtschaft und Preise. So ist es ihnen gelungen, bis tief in die Academia hinein die Unvollkommenheit von M&#xE4;rkten als vermeintliches&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/wirtschaft/gerhard-schwarz-das-meiste-marktversagen-ist-gar-keines-ld.1701284?ref=tat.xbopp.com">&#xAB;Marktversagen&#xBB; zu brandmarken</a>.</p><p>Dem Staat haben sie dadurch ein Alibi f&#xFC;r Eingriffe aller Art verschafft. Welcher Politiker, der auf W&#xE4;hlerstimmen schielt, empfiehlt sich nicht gern als Schutzpatron der B&#xFC;rger, der sie vor den Zumutungen des Marktes sch&#xFC;tzt, &#xAB;Marktversagen&#xBB; korrigiert, Preise reguliert, Z&#xF6;lle erh&#xF6;ht und Konzerne rechtlich an die Kette legt?</p><p>Dabei schadet dem Wohlstand nichts so sehr wie das Aushebeln des marktwirtschaftlichen Preismechanismus. Denn dieser sorgt daf&#xFC;r, dass die Menschen mit den G&#xFC;tern versorgt werden, die sie begehren.&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/wirtschaft-und-staat-was-der-oekonom-walter-eucken-aus-der-krise-lernte-ld.1819703?ref=tat.xbopp.com">Walter Eucken, der Vordenker des Ordoliberalismus,</a>&#xA0;sah die Hauptaufgabe der Wirtschaftspolitik denn auch darin, &#xAB;den Preismechanismus funktionsf&#xE4;hig zu machen&#xBB;. &#xAB;Jede Wirtschaftspolitik scheitert, der dies nicht gelingt&#xBB;, sagte er.</p><h2 id="die-wertsch%C3%A4tzung-der-kunden-bestimmt-die-preise">Die Wertsch&#xE4;tzung der Kunden bestimmt die Preise</h2><p>Es war der&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/von_menger_zu_hayek-ld.580777?ref=tat.xbopp.com">&#xF6;sterreichische &#xD6;konom Carl Menger</a>, der im 19.&#xA0;Jahrhundert erkannte, dass der Preis &#xAB;nicht etwa eine willk&#xFC;rliche Gr&#xF6;sse&#xBB; ist, sondern &#xAB;das Ergebnis der &#xF6;konomischen Situation der Tauschenden, namentlich aber ihrer Wertsch&#xE4;tzung f&#xFC;r die betreffenden G&#xFC;ter&#xBB;. Nicht Willk&#xFC;r oder Kosten entscheiden gem&#xE4;ss Menger &#xFC;ber die H&#xF6;he der Preise, sondern die vom pers&#xF6;nlichen Nutzen und von der Wertsch&#xE4;tzung getriebene Nachfrage der Konsumenten.</p><p>Nach dieser Sicht sind die Spritpreise und die Mieten hoch, weil die Menschen Mobilit&#xE4;t und Wohnraum eine hohe Wertsch&#xE4;tzung entgegenbringen. Erst die hohe Zahlungsbereitschaft der Nachfrager erlaubt es den Mineral&#xF6;lkonzernen und Vermietern, hohe Preise durchzusetzen.</p><p><a href="https://www.nzz.ch/wirtschaft/die-wohnungsmisere-in-deutschland-laesst-die-mieten-explodieren-ld.1898309?ref=tat.xbopp.com">Staatliche Preis- und Mietbremsen</a>&#xA0;sind kontraproduktiv und gef&#xE4;hrlich. Denn sie kurbeln die Nachfrage an und mindern die Anreize, das Angebot auszuweiten. Knappe G&#xFC;ter werden dadurch noch knapper. Was der Staat wiederum gern zum Anlass nimmt, sich als Probleml&#xF6;ser ins Spiel zu bringen. So wie j&#xFC;ngst der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil. Um die Wohnungsnot zu lindern, m&#xFC;sse der Staat selbst Wohnungen bauen, forderte Klingbeil. Setzt er sich damit durch, w&#xE4;re der Weg in die Verstaatlichung des Wohnungsbaus vorgezeichnet.</p><h2 id="preise-sind-botschafter-der-knappheit">Preise sind Botschafter der Knappheit</h2><p>Staatliche Preisbremsen bremsen nicht die Knappheiten, sondern den Fortschritt. Warum sollten Mineral&#xF6;lkonzerne in neue Bohrtechniken investieren,&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/meinung/uebergewinnsteuer-der-eu-exxon-trifft-mit-klage-wunden-punkt-ld.1719144?ref=tat.xbopp.com">wenn der Staat ihre Gewinne beschneidet</a>? Warum sollten Investoren moderne Neubauten hochziehen, wenn sie bef&#xFC;rchten m&#xFC;ssen, dass diese in wenigen Jahren von der Regierung zu Altbauten deklariert und der Mietpreisbremse unterworfen werden?</p><p>Preise sind Botschafter der Knappheit. Sie bilden sich durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf den M&#xE4;rkten. Damit sind sie ein &#xAB;Mechanismus zur Kommunikation von Informationen, eine Art Maschine zur Registrierung von Ver&#xE4;nderungen&#xBB;, wie der&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/hayek-sah-den-sowjetischen-totalitarismus-schon-1944-kommen-und-schuf-das-schluesselwerk-des-wirtschaftsliberalismus-ld.1928749?ref=tat.xbopp.com">Wirtschaftsnobelpreistr&#xE4;ger Friedrich August von Hayek</a>&#xA0;in seinem ber&#xFC;hmten Essay &#xFC;ber die Verwendung des Wissens in der Gesellschaft erkannte.</p><p>Preise verdichten Informationen &#xFC;ber ver&#xE4;nderte Knappheitsverh&#xE4;ltnisse in einer einzigen Gr&#xF6;sse. Das Wissen ist dadurch nicht mehr das Privileg von wenigen, sondern steht der Masse der Marktteilnehmer zur Verf&#xFC;gung. Marktpreise demokratisieren den Zugang zu Informationen. Sie sind dadurch die Grundlage f&#xFC;r Handel, Arbeitsteilung und Wohlstand. W&#xE4;re der Preismechanismus kein Zufallsprodukt der Evolution, sondern das Ergebnis menschlicher Gestaltung, w&#xE4;re er &#xAB;zu einem der gr&#xF6;ssten Triumphe des menschlichen Geistes erkl&#xE4;rt worden&#xBB;, wie Hayek meinte.</p><h2 id="hohe-preise-sind-das-beste-mittel-gegen-hohe-preise">Hohe Preise sind das beste Mittel gegen hohe Preise</h2><p>Die&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/international/iran-und-die-oelwaffe-droht-ein-oelschock-wie-1973-ld.1928546?ref=tat.xbopp.com">Entwicklungen in den siebziger Jahren</a>&#xA0;best&#xE4;tigen Hayeks Feststellung. Der rasante Anstieg der &#xD6;lpreise w&#xE4;hrend der beiden &#xD6;lkrisen sorgte damals daf&#xFC;r, dass die Menschen neue D&#xE4;mmmaterialien f&#xFC;r ihre H&#xE4;user entwickelten, alte &#xD6;l- durch neue Gasheizungen ersetzten, sparsamere Motoren konstruierten und rohstoffsparende Recyclingverfahren ersannen. Heute ist der Energieverbrauch je Einheit des Bruttoinlandprodukts nur noch halb so hoch wie in den siebziger Jahren.</p><p>Knappheiten und hohe Preise stacheln den Erfindergeist an und wirken so als Motor f&#xFC;r den Fortschritt. Dieser l&#xE4;sst die Preise sinken. Kurzum: Hohe Preise sind das beste Mittel gegen hohe Preise. Unterbindet der Staat diesen Mechanismus, etwa um den W&#xE4;hlern kurzfristige Erleichterung zu verschaffen, richtet er mehr Schaden an, als er Nutzen stiftet.</p><p>Daran &#xE4;ndern auch die sozialen Probleme nichts, die auftreten, wenn die Preise pl&#xF6;tzlich kr&#xE4;ftig steigen. Klar, nicht jeder kann sich die hohen Spritpreise leisten, nicht jeder die&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/wirtschaft/ist-eine-miete-von-2900-franken-fuer-eine-neubauwohnung-ueberrissen-wer-wie-viel-an-einer-immobilie-verdient-ld.1926915?ref=tat.xbopp.com">hohen Mieten in den Grossst&#xE4;dten</a>&#xA0;zahlen. Doch dieses Problem l&#xE4;sst sich am besten durch direkte Einkommenstransfers an die betroffenen Personen l&#xF6;sen. So kommt das Geld den tats&#xE4;chlich Bed&#xFC;rftigen zugute, das Preisgef&#xFC;ge bleibt erhalten. Sozialpolitik muss ausserhalb des Marktes stattfinden, wenn die Marktwirtschaft keinen Schaden nehmen soll.</p><h2 id="staatliche-anmassung-von-wissen">Staatliche Anmassung von Wissen</h2><p>Auch in der Industrie- und Energiepolitik feiert der Interventionismus seit Jahren fr&#xF6;hliche Urst&#xE4;nd. Mit Preisverg&#xFC;nstigungen durch&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/wirtschaft/eine-neue-praemie-soll-den-batterieantrieb-antreiben-ld.1920529?ref=tat.xbopp.com">Kaufpr&#xE4;mien und Zusch&#xFC;sse</a>&#xA0;versuchen die Regierungen, E-Autos und W&#xE4;rmepumpen in den Markt zu dr&#xFC;cken, mit Anti-Dumping-Z&#xF6;llen wollen sie chinesische Produkte vom europ&#xE4;ischen Markt fernhalten, und mit CO<sub>2</sub>-Steuern versuchen sie, den Verbrauch fossiler Energietr&#xE4;ger zu drosseln.</p><p>Preise werden dadurch zu einem Instrument der Politiker, mit dem sie das Verhalten der Menschen in staatlich vorgedachte Bahnen lenken. Doch woher will der Staat wissen, welche Technologie zukunftsf&#xE4;hig ist? Woher will er wissen, wie hoch die Klimasch&#xE4;den sind, um sie passgenau zu bepreisen, wo doch selbst die Wissenschaft uneinig in dieser Frage ist?</p><p>Je mehr der Staat in die Preisbildung der M&#xE4;rkte eingreift, desto gr&#xF6;sser werden die Fehlsteuerungen. Und desto monstr&#xF6;ser wird die B&#xFC;rokratie, die erforderlich ist, um die Eingriffe und Regulierungen zu kontrollieren. In Deutschland muss jetzt das Bundeskartellamt darauf achten, dass die&#xA0;<a href="https://www.nzz.ch/international/hohe-spritpreise-regierung-will-kartellrecht-verschaerfen-ld.1929446?ref=tat.xbopp.com">Tankstellen ihre Preise nur um 12 Uhr mittags anheben</a>. Mehr Bevormundung und Planwirtschaft geht nicht.</p><p>Verforme der Staat die Preise, l&#xF6;se er eine Interventionsspirale aus, mahnte der &#xF6;sterreichische &#xD6;konom Ludwig von Mises. Jede staatliche Intervention erzeugt neue Verwerfungen, die dem Staat dann als Legitimation f&#xFC;r weitere Eingriffe dienen. Am Ende bleibt von Markt und Wohlstand nicht mehr viel &#xFC;brig. H&#xF6;chste Zeit, den Krieg gegen die Marktwirtschaft zu beenden.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Raketen auf Mannheim – die Israeli haben die Lektion der Vernichtung spätestens am 7. Oktober 2023 gelernt, die Europäer träumen immer noch weiter]]></title><description><![CDATA[Lange hat Europa zugesehen, wie in Iran ein mörderisches Regime islamischer Fanatiker ein militärisches Arsenal aufbaute, das nicht nur Israel und die USA mit Vernichtung drohte, sondern auch den Nahen Osten auf Dauer zerrüttete. Die Zeit dieser Lebenslüge ist abgelaufen.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/raketen-auf-mannheim-die-israeli-haben-die-lektion-der-vernichtung-spatestens-am-7-oktober-2023-gelernt-die-europaer-traumen-immer-noch-weiter/</link><guid isPermaLink="false">69d49bb8a319e3a944108c4a</guid><category><![CDATA[EU]]></category><category><![CDATA[Islam]]></category><category><![CDATA[Israel]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 05:58:20 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/04/2M92r1ze4Aj9XFrj36oPtL.webp" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/04/2M92r1ze4Aj9XFrj36oPtL.webp" alt="Raketen auf Mannheim &#x2013; die Israeli haben die Lektion der Vernichtung sp&#xE4;testens am 7. Oktober 2023 gelernt, die Europ&#xE4;er tr&#xE4;umen immer noch weiter"><p><em>NZZ, Chaim Noll, 4.4.2026</em></p><p><strong>Lange hat Europa zugesehen, wie in Iran ein m&#xF6;rderisches Regime islamischer Fanatiker ein milit&#xE4;risches Arsenal aufbaute, das nicht nur Israel und die USA mit Vernichtung drohte, sondern auch den Nahen Osten auf Dauer zerr&#xFC;ttete. Die Zeit dieser Lebensl&#xFC;ge ist abgelaufen.</strong></p><p>Seit dem iranischen Angriff auf die britisch-amerikanische Luftwaffenbasis Diego Garcia im Indischen Ozean mit einer Rakete von 4000 Kilometern Reichweite ist klar, dass auch Europa im Einschussbereich des Teheraner Regimes liegt. Was derzeit schon f&#xFC;r die arabischen Nachbarstaaten und Israel Alltag ist und f&#xFC;r die T&#xFC;rkei, Aserbaidschan und Zypern zumindest eine reale Bedrohung darstellt, k&#xF6;nnte auch Berlin, Z&#xFC;rich, Paris oder Rom treffen. Durch russische Satellitenaufnahmen und Geheimdienstinformationen ist die iranische F&#xFC;hrung &#xFC;ber strategisch lohnende Ziele gut im Bilde.</p><p>Angesichts der internationalen Bedrohung stellt sich die Frage, wie es m&#xF6;glich war, dass ein m&#xF6;rderisches Regime islamischer Fanatiker jahrzehntelang ungest&#xF6;rt ein Raketenarsenal bauen und Uran f&#xFC;r Atomwaffen anreichern konnte, obwohl seine Sprecher dem Westen den permanenten Krieg angesagt und ganz offen ihre Vernichtungsabsichten erkl&#xE4;rt hatten.</p><p>Ohne Frage wurde die Gefahr im Westen untersch&#xE4;tzt. Man hat den Massenm&#xF6;rdern in Teheran immer wieder die Hand gereicht, sich in &#xAB;Verhandlungen&#xBB; und &#xAB;Gespr&#xE4;chen&#xBB; hinhalten lassen, man hat mit ihnen Gesch&#xE4;fte gemacht und &#x2013; von Israel abgesehen &#x2013; tatenlos hingenommen, dass sie in den L&#xE4;ndern des Nahen Ostens ihre Milizen aufgebaut haben. Und das ist vielleicht die erste positive Wirkung des Krieges: dass man die Gefahr nun nicht mehr leugnen kann, dass der Westen gezwungen ist, einzugreifen und endlich seine technologische und milit&#xE4;rische &#xDC;berlegenheit ins Spiel zu bringen.</p><h2 id="sympathisch-aber-naiv">Sympathisch, aber naiv</h2><p>Aus muslimischer Weltsicht ist es nur als Schw&#xE4;che und Feigheit erkl&#xE4;rbar, dass die L&#xE4;nder des Westens, obwohl sie die bei weitem st&#xE4;rkeren Waffen besitzen, zugleich eine fast un&#xFC;berwindliche Scheu zeigen, sie einzusetzen. &#xAB;Nie wieder Krieg!&#xBB; ist eine sympathische, im von zwei Weltkriegen traumatisierten Europa verst&#xE4;ndliche, aber auch naive Formel. Wenn man angegriffen wird, ist Krieg unvermeidlich, es sei denn, man h&#xE4;tte suizidale Neigungen.</p><blockquote>Wer ehrlich ist und die Situation n&#xFC;chtern ins Auge fasst, muss sich eingestehen, dass Krieg mittlerweile zu unserer eigenen Realit&#xE4;t geh&#xF6;rt.</blockquote><p>Dass Europa seit 1945, also seit acht Jahrzehnten, keinen gr&#xF6;sseren Krieg mehr erlebt hat (wenn man die Sezessionskriege nach dem Untergang Jugoslawiens einmal grossz&#xFC;gig ausser acht l&#xE4;sst), ist eine historische Ausnahmeerscheinung. Diese Jahrzehnte haben gen&#xFC;gt, das Gefahrenbewusstsein der europ&#xE4;ischen Gesellschaften einzuschl&#xE4;fern und die Jugend in unt&#xE4;tige Fatalisten zu verwandeln. Doch die Friedfertigkeit von religi&#xF6;s fanatischen, Jihad-frommen Muslimen l&#xE4;sst sich nicht durch &#xDC;berredung oder, wie in der Kindererziehung, durch gutes Beispiel erreichen. Jetzt, im dritten Jahrzehnt des 21.&#xA0;Jahrhunderts, liegt auch in Europa Krieg in der Luft, und wer ehrlich ist und die Situation n&#xFC;chtern ins Auge fasst, gesteht sich ein, dass &#xAB;der Krieg&#xBB;, diese unbedingt zu verhindernde Ungeheuerlichkeit, von nun an zu unserer eigenen Realit&#xE4;t geh&#xF6;rt.</p><p>Die Menschen in Israel haben die Lektion sp&#xE4;testens am 7.&#xA0;Oktober 2023 begriffen: die Tatsache, dass einen selbst bei m&#xF6;glichst grosser eigener Friedfertigkeit der Nachbar &#xFC;berfallen und in einen Krieg hineinziehen kann, den man nicht wollte. Die Konstruktion europ&#xE4;ischer Medien, der Krieg Israels gegen Iran sei von einer &#xAB;rechtsextremen&#xBB; israelischen Regierung vom Zaun gebrochen worden (oder von Ministerpr&#xE4;sident Netanyahu, um von seinen Anklagen wegen Korruption abzulenken), verliert jeden Sinn angesichts der fast ungetr&#xFC;bten Zustimmung der israelischen Bev&#xF6;lkerung. Das v&#xF6;lkerm&#xF6;rderische Massaker der Hamas hat den Israeli vor Augen gef&#xFC;hrt, dass Wegschauen und falsche Toleranz im Umgang mit dem militanten Islam nichts n&#xFC;tzen. Dass es besser ist, sich einer Bedrohung zu stellen, statt ihr immer wieder auszuweichen.</p><p>In Europa ist der Krieg gegen die Mullahs in Iran extrem unpopul&#xE4;r. Seine Folgen sind steigende Benzinpreise, erh&#xF6;hte Terrorgefahr, wom&#xF6;glich eine neue Fl&#xFC;chtlingswelle. Unumwunden geben europ&#xE4;ische Medien zu verstehen, dass sie Trump f&#xFC;r sein gewagtes Vorhaben nichts Gutes w&#xFC;nschen, Israel ohnehin nicht, und dass sie den Status quo bei weitem einer &#x2013; und sei es am Ende auch f&#xFC;r Europa g&#xFC;nstigen &#x2013; Ver&#xE4;nderung vorgezogen h&#xE4;tten. Noch etwas macht diesen Krieg unbeliebt: Er setzt der bisherigen Politik einer Kollaboration mit dem Terrorregime in Teheran um wirtschaftlicher Vorteile willen ein Ende.</p><h2 id="die-v%C3%B6lkerrechtsfrage">Die V&#xF6;lkerrechtsfrage</h2><p>Unvermeidlich taucht das Argument auf, die USA und Israel h&#xE4;tten mit ihrem Angriff auf das Teheraner Regime &#xAB;V&#xF6;lkerrecht&#xBB; verletzt. Abgesehen davon, dass &#xAB;V&#xF6;lkerrecht&#xBB; eine ephemere, auf fl&#xFC;chtigen Mehrheiten und Absprachen beruhende Angelegenheit ist und de facto immer nur durchgesetzt werden konnte, wenn es vom amerikanischen Welthegemonen gedeckt war, lag mit der vom Mullahregime immer wieder erkl&#xE4;rten und unabl&#xE4;ssig aktiv betriebenen Vernichtungsabsicht anderen Staaten gegen&#xFC;ber l&#xE4;ngst ein Casus Belli vor.</p><p>Seit Jahrzehnten hat das Mullahregime seine imperialistischen Ambitionen offen deklariert, seine gegen andere Staaten gerichteten aggressiven Strategien, bis hin zu deren Ausl&#xF6;schung. Es hat im gesamten Nahen Osten Milizen aufgebaut, um dadurch andere L&#xE4;nder &#x2013; nicht nur Israel &#x2013; zu bedrohen und zu destabilisieren, es finanziert seit Jahrzehnten den Raketenkrieg der Hamas in Gaza, des Hizbullah in Libanon, der Hashd al-Shaabi im Irak, der Huthi in Jemen, wodurch Letztgenannte den Zugang zum Suez-Kanal blockieren und den internationalen Schiffsverkehr unterbrechen konnten.</p><p>Dieses Regime war in seinen kriegerischen Absichten von erstaunlicher Transparenz. Seine ganz auf die Produktion von Angriffswaffen ausgerichtete &#xD6;konomie, das Verelendenlassen der eigenen Bev&#xF6;lkerung, um gr&#xF6;ssenwahnsinnige R&#xFC;stungsprojekte zu realisieren, seine religi&#xF6;s unterlegte Hassrhetorik waren, zumindest als aussenpolitische Doktrin eines Staates, beispiellos.</p><p>2014 ver&#xF6;ffentlichte Ayatollah Khamenei, der geistliche F&#xFC;hrer des Regimes, ein Strategiepapier, bekannt als &#xAB;Islamic-Iranian Blueprint for Progress&#xBB;, das die iranische Politik f&#xFC;r die n&#xE4;chsten f&#xFC;nfzig Jahre vorstellte. Darin werden die Hegemonialanspr&#xFC;che einer machts&#xFC;chtigen islamisch-klerikalen Elite offen dargelegt, zun&#xE4;chst im Nahen Osten und nach dessen Unterwerfung global. Der &#xAB;Blueprint&#xBB; umreisst Khameneis Vision f&#xFC;r Iran: Er sieht das Land nicht bloss als dominierenden Nationalstaat, sondern als &#xAB;Vormund und H&#xFC;ter der muslimischen Welt&#xBB;, wie die iranischen Staatsmedien den Ayatollah tituliert hatten, und im weiteren Verlauf als F&#xFC;hrer einer &#xAB;neuen Zivilisation&#xBB;.</p><p>Iran werde in den kommenden Jahrzehnten &#xAB;eines der f&#xFC;nf f&#xFC;hrenden L&#xE4;nder der Welt in Wissenschaft und Technologie&#xBB; sein, verheisst der &#xAB;Blueprint&#xBB;, und seine auf dem Islam basierende Politik &#xAB;die wichtigste S&#xE4;ule der islamischen Einheit, der regionalen Stabilit&#xE4;t und der globalen Gerechtigkeit und des Friedens&#xBB;. Dieses Dokument wurde von den politischen Kreisen des Westens nicht ernst genommen (und von den Medien weitgehend ignoriert). In der Tat eignet diesem Text die Ausstrahlung von Geistesverwirrung und Realit&#xE4;tsverlust. Zugleich war das Teheraner Regime sehr klarsichtig, was die Schw&#xE4;chen des Westens betraf. Die Handlungsunf&#xE4;higkeit und Korrumpierbarkeit Westeuropas, so kalkulierte man, w&#xFC;rden Irans weltpolitische Ambitionen beg&#xFC;nstigen.</p><p>Dieses Regime hat den Westen seit &#xFC;ber vier Jahrzehnten unaufh&#xF6;rlich provoziert, ohne dass es zu nennenswerten Gegenreaktionen gekommen w&#xE4;re. Mit demonstrativer Grausamkeit, betont frauenfeindlich, christophob, antisemitisch, feindselig gegen&#xFC;ber freiem, kreativem Denken, als Bannertr&#xE4;ger des weltweiten Antiamerikanismus sowie erf&#xFC;llt von paranoidem Hass auf den Staat Israel und von schiitischen Hegemonial- und Rachegel&#xFC;sten gegen&#xFC;ber den sunnitisch-arabischen Staaten, unterwanderten die Mullahs und ihre Revolutionsw&#xE4;chter zun&#xE4;chst den Nahen Osten, indem sie schiitisch Minderheiten oder arabische Underdog-St&#xE4;mme mit Geldmitteln und modernen Waffen ausr&#xFC;steten.</p><p>Auf diese Weise haben sie die Zukunft Libanons zerst&#xF6;rt, das einst europ&#xE4;ische Partner als &#xAB;Schweiz des Nahen Ostens&#xBB; ertr&#xE4;umten und das heute nichts anderes ist als ein von B&#xFC;rgerkriegen ruiniertes Territorium. Auch die hoffnungslose Zerr&#xFC;ttung der pal&#xE4;stinensischen Sache in Gaza und im Westjordanland, die heute jede eigene Staatsgr&#xFC;ndung undenkbar macht, geht zum grossen Teil auf die W&#xFC;hlt&#xE4;tigkeit des iranischen Imperialismus zur&#xFC;ck.</p><h2 id="die-achse-teheran%E2%80%93peking">Die Achse Teheran&#x2013;Peking</h2><p>Eine verh&#xE4;ngnisvolle Zuspitzung erfuhr die nah&#xF6;stliche Situation im M&#xE4;rz 2021, als durch die Unt&#xE4;tigkeit der Biden-Administration der iranische Staatsvertrag mit China unterzeichnet werden konnte, den Trump in seiner ersten Amtszeit durch Sanktionsdrohungen verhindert hatte. Er sichert dem Mullahregime im Zeitraum der n&#xE4;chsten zwei Jahrzehnte die enorme Summe von 400 Milliarden Dollar f&#xFC;r den Verkauf von Roh&#xF6;l zu. Dieses Geld wird trotz der Armut, der Zur&#xFC;ckgebliebenheit und der maroden Infrastruktur des Landes zum gr&#xF6;ssten Teil f&#xFC;r die Aufr&#xFC;stung der ausw&#xE4;rtigen Milizen, den Bau von Angriffswaffen und die Anreicherung von Uran verwendet.</p><p>Durch den Massenmord an den jugendlichen Protestlern im Dezember 2025 und im Januar 2026 hat sich das iranische Regime als das zu erkennen gegeben, was es ist: inhuman, gemeingef&#xE4;hrlich, als Partner inakzeptabel. Hoffnung auf innere Reformierbarkeit dieses Systems besteht kaum, da die l&#xFC;ckenlose Kontrolle durch fundamentalistische Kleriker jedes alternative Denken im Keim erstickt.</p><p>F&#xFC;r den Nahen Osten gibt es keine Hoffnung auf Frieden, solange das Ayatollah-Regime und sein Repressionsapparat an der Macht sind. Sein Sturz w&#xE4;re ein Segen f&#xFC;r die gesamte Region, doch es bleibt Aufgabe der Iraner, ihn zu erzwingen. Auch wenn die amerikanisch-israelische Milit&#xE4;raktion nicht zum Sturz des Regimes f&#xFC;hrt, so werden die Machthaber in Teheran, ihre Ressourcen, ihr Milit&#xE4;r, ihre Aufr&#xFC;stung, auch ihre innenpolitische Schlagkraft erheblich geschw&#xE4;cht. Die &#xFC;berw&#xE4;ltigende Mehrheit der Bev&#xF6;lkerung, vor allem der iranischen Jugend, hasst das Regime, und die Erfahrung lehrt, dass sich bei der Bev&#xF6;lkerung verhasste Herrscher auch mit gr&#xF6;sster Brutalit&#xE4;t nur begrenzte Zeit an der Macht halten k&#xF6;nnen.</p><p><em>Chaim Noll, geboren 1954 in Berlin, wanderte 1995 mit seiner Familie nach Israel aus. Er unterrichtete an der Ben-Gurion-Universit&#xE4;t in Beer Sheva und verfasste zahlreiche B&#xFC;cher.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[«Das Schockierendste ist: In mehreren afrikanischen Ländern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen»]]></title><description><![CDATA[Sklaverei in Afrika existiert seit Jahrtausenden, mit Belegen, die bis 2900 v. Chr. zurückreichen, und betrifft auch heute noch schätzungsweise eine Million Menschen.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/das-schockierendste-ist-in-mehreren-afrikanischen-landern-kann-man-heute-noch-menschen-kaufen-und-verkaufen/</link><guid isPermaLink="false">699afcfea319e3a944108c05</guid><category><![CDATA[Africa]]></category><category><![CDATA[Islam]]></category><category><![CDATA[Racism]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Sun, 22 Feb 2026 13:07:13 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/02/Untitled-2.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/02/Untitled-2.jpg" alt="&#xAB;Das Schockierendste ist: In mehreren afrikanischen L&#xE4;ndern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen&#xBB;"><p>Der S&#xFC;dafrikaner Martin Plaut k&#xE4;mpfte gegen die Apartheid und berichtete f&#xFC;r die BBC jahrzehntelang aus Afrika. Er sagt, viele unangenehme Fakten zur Sklaverei werden aus politischen Gr&#xFC;nden ausgeblendet und eine Million Afrikaner seien weiterhin versklavt.</p><p><em>NZZ, </em><a href="https://www.nzz.ch/impressum/daniel-rickenbacher-ld.1909509?ref=tat.xbopp.com"><em>Daniel Rickenbacher</em></a><em>, 21.02.2026</em></p><hr><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/02/18/80bf37b0-37ca-4487-af38-275b78c4f397.jpg?width=654&amp;height=760&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="&#xAB;Das Schockierendste ist: In mehreren afrikanischen L&#xE4;ndern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen&#xBB;" loading="lazy" width="515" height="598"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Ein Kindersklave in Sansibar (um 1890). Bildunterschrift: &#xAB;Die Strafe eines arabischen Meisters f&#xFC;r ein geringf&#xFC;giges Vergehen&#xBB;. Oman dominierte w&#xE4;hrend zweier Jahrhunderte den Sklavenhandel im Indischen Ozean.</span><a href="https://www.rmg.co.uk/collections/objects/rmgc-object-262003?ref=tat.xbopp.com" target="_blank"><span style="white-space: pre-wrap;">Royal Museums Greenwich</span></a><span style="white-space: pre-wrap;"> / </span><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Slavezanzibar2.JPG?ref=tat.xbopp.com" target="_blank"><span style="white-space: pre-wrap;">Wikimedia</span></a></figcaption></figure><p><em>Herr Plaut, Sie sind in S&#xFC;dafrika w&#xE4;hrend der Apartheid aufgewachsen. Inwiefern war Sklaverei damals ein Thema?</em></p><p>In S&#xFC;dafrika allgemein nicht so, aber in Kapstadt schon. Dort gibt es viele Menschen, die Kapmalaien genannt werden. Sie kamen aus Indien, Indonesien und von anderen Orten. Viele wurden als Sklaven an das Kap gebracht. Im Gesch&#xE4;ft meines Vaters arbeiteten Leute aus diesen Gruppen, und ich kannte sie pers&#xF6;nlich. Sie waren Muslime. Ich erinnere mich an Gebete und an Zeremonien &#x2013; zum Beispiel an eine Trance-Zeremonie, bei der jemand sich Schwerter durch Wangen oder Bauch stach, ohne zu bluten. Das ist heute selten, aber damals war es ein Ausdruck religi&#xF6;ser Hingabe.</p><div class="kg-card kg-toggle-card" data-kg-toggle-state="close">
            <div class="kg-toggle-heading">
                <h4 class="kg-toggle-heading-text"><span style="white-space: pre-wrap;">Ein profunder Kenner Afrikas</span></h4>
                <button class="kg-toggle-card-icon" aria-label="Expand toggle to read content">
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            </div>
            <div class="kg-toggle-content"><p dir="ltr"><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Der geborene S&#xFC;dafrikaner Martin Plaut war Afrika-Redaktor f&#xFC;r die BBC und wirkte als Berater f&#xFC;r das britische und das amerikanische Aussenministerium. Er ver&#xF6;ffentlicht regelm&#xE4;ssig B&#xFC;cher und Beitr&#xE4;ge zur afrikanischen Geschichte und Politik. Sein j&#xFC;ngstes Buch, &#xAB;Unbroken Chains. A 5000-Year History of African Enslavement&#xBB;, erschien 2025 bei Hurst Publishers.</em></i></p></div>
        </div><p><em>Waren es diese Erlebnisse, die Sie dazu bewogen, &#xFC;ber afrikanische Sklaverei zu schreiben?</em></p><p>Ja, aber es ist komplizierter. Ich schrieb eine Biografie &#xFC;ber den ersten nichtweissen Stadtrat von Kapstadt, Dr.&#xA0;Abdullah Abdurahman, der von Sklaven abstammt. Ich merkte: Ich wusste neben der transatlantischen Sklaverei fast nichts &#xFC;ber Sklaverei. Und dachte: Wie kann das sein?</p><h3 id="wichtigste-sklavenrouten-zirka-7%E2%80%9319-jahrhundert">Wichtigste Sklavenrouten (zirka 7.&#x2013;19. Jahrhundert)</h3><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://nzz-q-assets2.static-nzz.ch/cdn-cgi/image/format=auto,width=640/https://nzz-q-assets2.static-nzz.ch/2026/02/19/Content-d6eff7f3fafe46d56d729541562a652e.png" class="kg-image" alt="&#xAB;Das Schockierendste ist: In mehreren afrikanischen L&#xE4;ndern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen&#xBB;" loading="lazy" width="640" height="413"></figure><blockquote><em>Quellen:&#xA0;</em><a href="https://espace-mondial-atlas.sciencespo.fr/en/topic-mobility/map-2C22-EN-western-and-eastern-slave-trades-7th-19th-centuries.html?ref=tat.xbopp.com" rel="noopener noreferrer"><em>Espace mondial l&#x2019;Atlas</em></a><em>,&#xA0;</em><a href="https://www.hurstpublishers.com/event/unbroken-chains-w-martin-plaut/?ref=tat.xbopp.com" rel="noopener noreferrer"><em>Martin Plaut: &#xAB;Unbroken Chains&#xBB;</em></a><em>NZZ&#x2009;/&#x2009;ida.</em></blockquote><p><em>Was sind die gr&#xF6;ssten Missverst&#xE4;ndnisse, wenn es um die afrikanische Sklaverei geht?</em></p><p>Mir fallen da drei grosse ein. Viele denken zun&#xE4;chst nur an den Atlantik und ignorieren die Sklaverei innerhalb Afrikas sowie jene &#xFC;ber den Indischen Ozean. Zweitens setzen viele Kolonialismus und Sklaverei gleich. Es gibt Verbindungen, aber es ist nicht dasselbe. In Grossbritannien wurde die Sklaverei im Empire 1833 abgeschafft, und in den folgenden Jahrzehnten gab es relativ wenig Kolonialismus in Afrika. 1870 waren nur etwa zehn Prozent von Afrika kolonisiert. Der europ&#xE4;ische Zugriff kam erst mit der Berlin-Konferenz von 1884. Und das Schockierendste: In mehreren afrikanischen L&#xE4;ndern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen. Und die Afrikanische Union ist nicht daran interessiert, dar&#xFC;ber zu diskutieren.</p><p><em>Woher kommt dieses Desinteresse?</em></p><p>Es ist zu peinlich. Die Afrikanische Union m&#xFC;sste eigene Mitglieder zur Verantwortung ziehen und sagen: Das ist inakzeptabel, ihr m&#xFC;sst handeln.</p><p><em>Also ist es leichter, die europ&#xE4;ischen Kolonialm&#xE4;chte der Vergangenheit verantwortlich zu machen?</em></p><p>Nat&#xFC;rlich. Dann kann man Reparationsforderungen stellen und jemand anderen zahlen lassen. Aber wo sind die Rechnungen an Saudiarabien? Wo jene an Oman &#x2013; die wichtigste Macht im Sklavenhandel im Indischen Ozean?</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/02/20/8ad0ba34-7920-45c0-9635-bf22063c347e.jpg?width=654&amp;height=492&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="&#xAB;Das Schockierendste ist: In mehreren afrikanischen L&#xE4;ndern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen&#xBB;" loading="lazy" width="654" height="492"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Befreite Sklaven auf einem britischen Schiff im Indischen Ozean (um 1880). Die britische Marine versuchte jahrzehntelang, den Sklavenhandel zu unterbinden.Royal Museums Greenwich / </span><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Slaves_on_HMS_%27London%27_(%3F)_RMG_E9092.tiff?ref=tat.xbopp.com" target="_blank"><span style="white-space: pre-wrap;">Wikimedia</span></a></figcaption></figure><p><em>Was ist der Grund daf&#xFC;r, dass gegen&#xFC;ber L&#xE4;ndern wie Oman oder &#xC4;gypten, die ebenfalls in den afrikanischen Sklavenhandel involviert waren, keine Reparationsforderungen erhoben werden?</em></p><p>Viele afrikanische L&#xE4;nder sind auf die Finanzierung aus diesen Staaten angewiesen. Und es gibt Arbeitsmigration: Zehntausende von &#xC4;thiopiern arbeiten beispielsweise in Saudiarabien, oft unter schrecklichen Bedingungen. Saudiarabien hat auf Fragen zur Sklaverei, die dort erst in den 1960er Jahren abgeschafft wurde, mit Archivschliessungen reagiert. Wer Fragen stellt, zahlt einen Preis.</p><p><em>Solche &#xDC;berlegungen erkl&#xE4;ren das Desinteresse afrikanischer Staaten. Aber warum wird der nichteurop&#xE4;ische Sklavenhandel im Westen nicht st&#xE4;rker beachtet?</em></p><p>Im Westen wird vor allem der transatlantische Sklavenhandel thematisiert, weil afroamerikanische Gemeinschaften nach dem Ende der Rassentrennung in den USA Zugang zu Universit&#xE4;ten erhielten, ihre Geschichte erforschten und politisch Druck machten. Darum sind etwa 95 Prozent der Forschung zur Sklaverei auf den Atlantik fokussiert. In Indien oder Saudiarabien gibt es kein vergleichbar grosses, politisch einflussreiches schwarzes Milieu. In Arabien wurden viele afrikanische Sklaven zudem zu Eunuchen gemacht, es gab weniger Nachkommenschaft. Frauen wurden in Harems oder in Beziehungen mit Arabern gezwungen &#x2013; daraus entstand keine schwarze Gemeinschaft wie in den USA.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/02/20/0b37a42f-7ec6-40be-8c84-e3c1b455906f.jpg?width=654&amp;height=477&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="&#xAB;Das Schockierendste ist: In mehreren afrikanischen L&#xE4;ndern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen&#xBB;" loading="lazy" width="654" height="477"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">&#xC4;gyptische Soldaten bewachen nubische Gefangene, die als Zeichen der Unterwerfung am Boden sitzen (um 1330 v.&#xA0;Chr.).</span><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Horemheb_Saqqara_prisoners.JPG?ref=tat.xbopp.com" target="_blank"><span style="white-space: pre-wrap;">Wikimedia</span></a></figcaption></figure><p><em>Wann begann die Sklaverei in Afrika?</em></p><p>Wir wissen es nicht exakt. Wir haben Belege, etwa Gravuren aus der Zeit um 2900 v.&#xA0;Chr., die die Versklavung von Nubiern durch &#xC4;gypter zeigen. 5000 Jahre ist darum ein belegbarer Startpunkt. Aber die Sklaverei k&#xF6;nnte auch 10&#xA0;000 Jahre alt sein oder noch viel &#xE4;lter. Genau weiss man es nicht.</p><p><em>Warum war die Sklaverei so best&#xE4;ndig?</em></p><p>Ich kann es mir selbst nicht recht erkl&#xE4;ren, aber die Sklaverei war &#xFC;ber Jahrhunderte ein normaler Teil menschlicher Gesellschaften. Niemand will Sklave sein, aber wenn man erobert wurde, wurde man oft versklavt. Es gab immer wieder Sklavenaufst&#xE4;nde, aber vieles wurde als schreckliches Schicksal hingenommen.</p><p><em>Gab es denn schon fr&#xFC;her Kritik an der Sklaverei, beispielsweise aus religi&#xF6;sen Kreisen?</em></p><p>Religionen haben das unterschiedlich gehandhabt. Im Koran wird Sklaverei h&#xE4;ufig behandelt, aber nicht als etwas, das abgeschafft werden soll. Aber es stehen darin Regeln, wie man Menschen behandeln soll und unter welchen Umst&#xE4;nden Freilassung geboten ist. Das heisst nicht, dass die Menschen sich daran hielten. Im Christentum war es &#xE4;hnlich.</p><p><em>In Westafrika wurden viele Afrikaner von muslimischen Sklavenh&#xE4;ndlern versklavt. Wie stark hat die Verbreitung des Islams die afrikanische Sklaverei angetrieben?</em></p><p>Klar war das ein Faktor. Die meisten Versklavten in Westafrika waren Nichtmuslime und geh&#xF6;rten afrikanischen Religionen an. Aber es wurden auch Muslime versklavt. Es wurde gesagt, wer kein &#xAB;guter Muslim&#xBB; sei, d&#xFC;rfe versklavt werden. Und diese Definition wurde laufend angepasst: &#xAB;Du bist Muslim, aber dein Emir ist kein guter Muslim, also bist du nicht gesch&#xFC;tzt.&#xBB;</p><p><em>Ich sehe Parallelen zu Boko Haram, die auch st&#xE4;ndig neu definiert, wer Muslim ist und wer nicht.</em></p><p>Da gibt es definitiv Verbindungen. Eine der interessantesten Beobachtungen ist: Warum verlaufen die grossen Konfliktlinien in Afrika ausgerechnet quer durch den Sahel von Mauretanien bis Somalia? Weil dort &#xFC;ber Jahrhunderte islamische Sklavenj&#xE4;ger, Araber und Berber, nach S&#xFC;den kamen, um Sklaven zu nehmen. Diese Spannungen reichen mindestens bis ins 9.&#xA0;Jahrhundert zur&#xFC;ck.</p><p><em>Ab dem 15.&#xA0;Jahrhundert beteiligten sich auch die europ&#xE4;ischen Kolonialm&#xE4;chte am Handel mit schwarzen Sklaven. Wie gingen sie vor?</em></p><p>Die Europ&#xE4;er erbeuteten die Sklaven in der Regel nicht selbst, sondern setzten auf lokale Verb&#xFC;ndete. Sie bauten Forts an der K&#xFC;ste, hielten kleine Gebiete, suchten lokale afrikanische Handelspartner. Diese nahmen Feinde als Sklaven und tauschten sie gegen G&#xFC;ter: Pferde und vor allem Gewehre. Die Briten waren besonders gut darin, Gewehre zu verkaufen. Das machte lokale Eliten m&#xE4;chtiger und reicher. Nur die Portugiesen, die von den Europ&#xE4;ern am meisten Sklaven verschifften, gingen etwas anders vor. Sie kontrollierten Angola und Mo&#xE7;ambique und drangen, oft unter Mithilfe lokaler Verb&#xFC;ndeter, tief ins Hinterland vor und versklavten dort die Menschen direkt.</p><p><em>Was machten die Europ&#xE4;er anders als die anderen grossen Sklavenh&#xE4;ndler?</em></p><p>Was die Europ&#xE4;er einbrachten, war ihre industrielle F&#xE4;higkeit, Menschen in sehr viel gr&#xF6;sseren Zahlen zu transportieren, weil die Nachfrage in der Karibik und den USA nach Baumwolle und in Brasilien nach Zucker enorm war. Die europ&#xE4;ische Sklaverei in Afrika war k&#xFC;rzer als die arabische, aber intensiver.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/02/20/3029336c-fcb6-4692-a19d-a7df6b956ea3.jpg?width=654&amp;height=589&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="&#xAB;Das Schockierendste ist: In mehreren afrikanischen L&#xE4;ndern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen&#xBB;" loading="lazy" width="654" height="589"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">1781 wirft der Kapit&#xE4;n der &#xAB;Zong&#xBB; &#xFC;ber 130 afrikanische Sklaven lebend &#xFC;ber Bord. Der Skandal befeuerte in Grossbritannien die Anti-Sklaverei-Bewegung.</span><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Slaves_being_thrown_overboard_from_an_unidentified_slave_ship.jpg?ref=tat.xbopp.com" target="_blank"><span style="white-space: pre-wrap;">Wikimedia</span></a></figcaption></figure><p><em>Waren die Europ&#xE4;er auch brutaler?</em></p><p>Die Europ&#xE4;er waren brutal, aber nicht brutaler als andere. Beim Transport schwarzer Sklaven durch die Sahara starben ganze Karawanen. Arabische Sklavenh&#xE4;ndler kastrierten Knaben oft, viele starben an Infektionen.</p><p><em>Welche Rolle spielte der Rassismus gegen&#xFC;ber dunklen Menschen in der afrikanischen Sklaverei?</em></p><p>Rassismus war ein Faktor, aber nicht immer. Es gibt die weitverbreitete Tendenz, die f&#xFC;r mich schwer erkl&#xE4;rbar ist, dass hellh&#xE4;utige Menschen sich als besser denn dunkelh&#xE4;utige sehen. Das gibt es in Arabien, China, Europa: Niemand ist immun. Rassismus existiert universell. In &#xC4;thiopien bezeichnen sich Hochland-&#xC4;thiopier oft als &#xAB;weiss&#xBB; und die s&#xFC;dlichen Nachbarn als &#xAB;schwarz&#xBB;, auch wenn wir das von aussen anders sehen. Rassismus ist also nicht nur ein Faktor beim Blick von Europa auf Afrika, sondern auch innerhalb Afrikas.</p><p><em>1833 schaffte Grossbritannien als erste Grossmacht weltweit die Sklaverei ab. Wie kam es zu diesem Sinneswandel?</em></p><p>Im 18.&#xA0;Jahrhundert entstand die Bewegung des Abolitionismus. Viele fr&#xFC;he Anti-Sklaverei-Akteure geh&#xF6;rten der christlichen Gemeinschaft der Qu&#xE4;ker an und bildeten den Kern der Bewegung. Es gab einen mentalen Wandel: Afrikaner wurden als Menschen gesehen, nicht als Dinge. Ein ber&#xFC;hmtes Abzeichen der Anti-Sklaverei-Bewegung zeigt einen knienden Afrikaner mit dem Satz: &#xAB;Bin ich kein Mann und Bruder?&#xBB; Wenn man jemanden als Bruder sieht, &#xE4;ndert sich alles. Dazu kam die juristische Entwicklung. Lord Mansfield urteilte in den 1770er Jahren, dass man Menschen nicht wie Ware behandeln k&#xF6;nne.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/02/20/802f56c7-f0c8-4456-bcb3-e6e9fd3430a6.jpg?width=654&amp;height=711&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="&#xAB;Das Schockierendste ist: In mehreren afrikanischen L&#xE4;ndern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen&#xBB;" loading="lazy" width="609" height="662"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Abzeichen britischer Gegner der Sklaverei von 1788. Das Parlament beschloss 1807 das Ende des transatlantischen Sklavenhandels und 1833 die Abschaffung der Sklaverei im ganzen britischen Empire.</span><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Am_I_not_a_man.jpg?ref=tat.xbopp.com" target="_blank"><span style="white-space: pre-wrap;">Wikimedia</span></a></figcaption></figure><p><em>Die britische Navy verfolgte &#xFC;ber Jahrzehnte Sklavenschiffe und bezahlte einen hohen Preis.</em></p><p>Dazu gibt es B&#xFC;cher, aber ich habe die Royal Navy gefragt, wie viele britische Seeleute im Indischen Ozean gestorben seien. Sie sagte: &#xAB;Wir wissen es nicht.&#xBB; Heute liegt der Fokus der Erinnerung aber nicht auf der Sklavenbefreiung durch die Briten, sondern darauf, dass die Briten Entsch&#xE4;digungen an Sklavenhalter zahlten, nicht an die Versklavten. Das wird heute als moralisches Problem gesehen. Weil Grossbritannien die &#xAB;Eigent&#xFC;mer&#xBB; der Sklaven entsch&#xE4;digte, entstanden grosse Staatsschulden.</p><p><em>Was passierte mit den befreiten Sklaven?</em></p><p>Grossbritannien wusste nicht, was man mit den vielen Menschen tun sollte. Es gab Orte wie Sierra Leone und Liberia, in denen man die befreiten Sklaven ansiedelte, aber oft landeten die Menschen nicht dort, woher sie urspr&#xFC;nglich stammten. Das f&#xFC;hrte zu Spannungen mit lokalen Gemeinschaften.</p><p>In der Kapkolonie wurden viele nicht sofort frei, sondern wurden als Vertragsarbeiter eingesetzt. Nach f&#xFC;nf, sieben Jahren Arbeit erfolgte dann die Freilassung, und sie wurden Teil der lokalen Bev&#xF6;lkerung.</p><p><em>Wie reagierten afrikanische Gesellschaften auf die Abschaffung der Sklaverei?</em></p><p>Viele waren dagegen oder glaubten nicht daran, und lange funktionierte es auch nicht. Es unterminierte die soziale und wirtschaftliche Stellung afrikanischer Eliten und wurde oft nicht umgesetzt. In &#xC4;thiopien beispielsweise &#xFC;bte vor allem Grossbritannien &#xFC;ber Generationen Druck aus, die Sklaverei zu beenden. Trotzdem fanden die italienischen Invasoren 1935 bei der Eroberung &#xC4;thiopiens in grossem Umfang Sklaven und nutzten dies zu Propagandazwecken. Es war auch wahr. Es gibt Fotos &#x2013; etwa von Sklaven am Hof des &#xE4;thiopischen Kaisers Haile Selassie, der als Held des Antikolonialismus gilt.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/02/20/4312ae93-0598-4bf9-99ef-a40024be5777.jpg?width=654&amp;height=471&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="&#xAB;Das Schockierendste ist: In mehreren afrikanischen L&#xE4;ndern kann man heute noch Menschen kaufen und verkaufen&#xBB;" loading="lazy" width="654" height="471"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">&#xC4;thiopische Sklaven begleiten ihre Besitzer auf dem Weg zu Kaiser Haile Selassie, um ihm nach der italienischen Invasion im Oktober 1935 Spenden f&#xFC;r den Krieg zu &#xFC;berbringen. Italien nutzte die Sklavenbefreiung in seiner Propaganda zur Rechtfertigung der Besetzung.Martin Plaut</span></figcaption></figure><p><em>Welche Rolle spielt dieses Kapitel der Sklaverei heute noch in Afrika?</em></p><p>Eine grosse. Ich kenne das von &#xC4;thiopien. Im Buch erw&#xE4;hne ich einen Vertreter der Volksgruppe der Oromo, der sagte: &#xAB;Ich wurde mein ganzes Leben wie ein Sklave behandelt.&#xBB; Er meinte damit nicht Europ&#xE4;er, sondern andere Afrikaner. In Tigray in Nord&#xE4;thiopien erz&#xE4;hlten mir Leute, dass bei Heiraten die &#xC4;ltesten die vorhergehenden Generationen bis zum siebten Grad pr&#xFC;ften: erstens, um nahe Verwandtschaft zu vermeiden, und zweitens, um sicherzustellen, dass kein Sklave in der Linie sei. Man m&#xF6;chte keine Sklaven als Vorfahren haben. Auch die Erinnerung an den somalischen Feldherrn Ahmad ibn Ibrahim al-Ghazi, der fast die &#xC4;thiopier besiegt h&#xE4;tte und viele von ihnen versklavte, ist im historischen Ged&#xE4;chtnis &#xC4;thiopiens wach geblieben.</p><p><em>Sie k&#xE4;mpften gegen die Apartheid und arbeiteten lange f&#xFC;r die britische Labour-Partei. In einer Besprechung Ihres Buches wurde aber davor gewarnt, dass Ihre Forschung dazu genutzt werden k&#xF6;nne, die europ&#xE4;ische Sklaverei &#xAB;reinzuwaschen&#xBB;. Wie reagieren Sie darauf?</em></p><p>Ich habe darauf geachtet, nichts zu besch&#xF6;nigen. Ich anerkenne vollst&#xE4;ndig, was Europ&#xE4;er getan haben. Wer das Buch liest, sieht das. Einige sagten auch: &#xAB;Warum schreibt ein weisser Autor &#xFC;ber dieses Thema?&#xBB; Ich halte das f&#xFC;r eine uninformierte Frage. Ich w&#xFC;rde niemals behaupten, dass Schwarze nicht &#xFC;ber Grossbritannien, die Schweiz oder Deutschland schreiben sollten. Ich bin in Afrika geboren und aufgewachsen, und selbst wenn das nicht der Fall w&#xE4;re, w&#xE4;re meine ethnische Zugeh&#xF6;rigkeit irrelevant.</p><p><em>Wie waren die Reaktionen bei afrikanischen Lesern?</em></p><p>Die meisten waren positiv. Das Buch basiert stark auf der Arbeit anderer, auch afrikanischer Forscher. Ich wollte ihre Erkenntnisse aus dem akademischen Silo heraus in die &#xF6;ffentliche Debatte holen, weil es tragisch ist, wenn Leute ihr ganzes Leben zu einem Feld forschen und niemand ausserhalb der Akademie davon erf&#xE4;hrt.</p><p><em>Gibt es heute noch Leerstellen in der Forschung zur afrikanischen Sklaverei?</em></p><p>Diese Leerstellen sind riesig. Bei der einheimischen Sklaverei haben wir erst an der Oberfl&#xE4;che gekratzt. Auch &#xFC;ber die heutige Sklaverei ist vieles unbekannt. Ich meine damit nicht &#xAB;moderne Ausbeutung&#xBB; im weiten Sinn, sondern Menschen, die wirklich versklavt sind und als Eigentum gehalten werden. Die Dimension der afrikanischen Sklaverei ist weiterhin gewaltig.</p><p><em>Von wie vielen versklavten Menschen sprechen wir?</em></p><p>Wenn ich v&#xF6;llig aus dem Bauch sch&#xE4;tzen m&#xFC;sste: eine Million. Ein Uno-Berichterstatter fand 2023 etwa 200&#xA0;000 Sklaven allein in Mali. Dazu kommen Mauretanien, Libyen, der Sudan, Niger und vermutlich weitere L&#xE4;nder, in denen Sklaverei weiterhin existiert. Ich verstehe nicht, wie man nachts schlafen kann, wenn man weiss, dass das im eigenen Land passiert.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Rutte on Nato and Trump]]></title><description><![CDATA[... if somebody is doing good stuff, and President Trump is doing a lot of good stuff, I believe. I know I’m irritating a lot of you again ...]]></description><link>https://tat.xbopp.com/rutte-on-nato-and-trump/</link><guid isPermaLink="false">6985ccbfa319e3a944108bf4</guid><category><![CDATA[Trump]]></category><category><![CDATA[EU]]></category><category><![CDATA[NATO]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Fri, 06 Feb 2026 11:25:27 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/02/EMGMX2B6XBBRTD4ZCTZD34Z5GU.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/02/EMGMX2B6XBBRTD4ZCTZD34Z5GU.jpg" alt="Rutte on Nato and Trump"><p>Of course not all of our friends have been happy about this&#x2014;or about Donald Trump generally&#x2014;and they were fortunate to receive a reality check this week from NATO Secretary General&#xA0;Mark Rutte. The former prime minister of the Netherlands spoke at a meeting of the European Parliament&#x2019;s foreign affairs and security committees in Brussels. Here&#x2019;s an excerpt from the&#xA0;<a href="https://www.nato.int/en/news-and-events/events/transcripts/2026/01/26/remarks-by-nato-secretary-general-mark-rutte-at-the-meeting-of-the-european-parliaments-committee-on-security-and-defence?ref=tat.xbopp.com">official transcript</a>:</p><p><strong>On my relationship with the President, hey, listen, if somebody is doing good stuff, and President Trump is doing a lot of good stuff, I believe. I know I&#x2019;m irritating a lot of you again, but I think so, because as I said, also in Davos, the 2% reached by all NATO countries now at the end of 2025 would never, ever, ever have happened without Trump. Do you really think that Spain and Italy and Belgium and Canada would have decided to move from 1.5 to 2%? Italy spending 10 billion more now on defence at the beginning of the year without President Trump? No way. It would not have happened. And do you really think that in The Hague we would have come to the 5% commitment without President Trump? No way. So, I think he is very important to NATO.</strong></p><p><strong>He is totally committed to NATO. He had one big irritant, one big pebble in the shoe, which is there since Eisenhower, the fact that the Europeans were not paying up. And with the NATO defence commitment in The Hague, the outcome of The Hague summit on spending, and also on industrial production in Ukraine, but particularly here on spending, we are now equalising with the US. So that irritant is gone. So, there is a total commitment by the US to&#xA0;</strong><a href="https://www.nato.int/en/what-we-do/introduction-to-nato/collective-defence-and-article-5?ref=tat.xbopp.com"><strong>NATO Article Five</strong></a><strong>, but also an expectation that Europeans and Canadians will pay more. And we are doing so.</strong></p><p><strong>&#x2026; when President Trump is doing good stuff, I will praise him. And I don&#x2019;t mind him publishing text messages.</strong></p><p><strong>And if anyone thinks here, again, that the European Union, or Europe as a whole, can defend itself without the US, keep on dreaming. You can&#x2019;t. We can&#x2019;t. We need each other. And why do we need each other? I tell you, first of all, because also the US needs NATO. And the US is not only in NATO to prevent a mistake after the First World War, not to re-engage with Europe, and then again, the long arm of history reaching out to the US again in the Second World War &#x2014; as Churchill famously said in his speech in 1941 in the US Congress. They are also in NATO because for the US to stay safe, and by the way, Arctic region is evidence here, they need a secure Arctic. They need a secure Euro-Atlantic, and they also need a secure Europe. So, the US has every interest in NATO, as much as Canada and the European NATO Allies. But for Europe, if you really want to go it alone, and those who you are pleading for that, forget that you can never get there with 5%. It will be 10%. You have to build up your own nuclear capability. That costs billions and billions of euros. You will lose then in that scenario, you would lose the ultimate guarantor of our freedom, which is the US nuclear umbrella. So hey, good luck.</strong></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ist die Globalisierung am Ende? «Ach, das ist doch ein Witz», sagt eine der Vordenkerinnen von Donald Trumps zweiter Präsidentschaft]]></title><description><![CDATA[Seine wichtigste Botschaft war, dass er sich Sorgen über den wachsenden chinesischen und russischen Einfluss in Grönland mache. Und dass Grönland mehr Schutz brauche. ]]></description><link>https://tat.xbopp.com/ist-die-globalisierung-am-ende-ach-das-ist-doch-ein-witz-sagt-eine-der-vordenkerinnen-von-donald-trumps-zweiter-prasidentschaft/</link><guid isPermaLink="false">69735b4f25a86b947e16ce0a</guid><category><![CDATA[EU]]></category><category><![CDATA[Trump]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Fri, 23 Jan 2026 11:37:18 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/01/3920-1200x742.jpeg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/01/3920-1200x742.jpeg" alt="Ist die Globalisierung am Ende? &#xAB;Ach, das ist doch ein Witz&#xBB;, sagt eine der Vordenkerinnen von Donald Trumps zweiter Pr&#xE4;sidentschaft"><p><em><strong>Diana Furchtgott-Roth</strong> ist &#xD6;konomin bei der Heritage Foundation. Im Interview sagt sie, warum sie Zolldrohungen f&#xFC;r legitim h&#xE4;lt und weshalb sie glaubt, dass Europa wirtschaftlich schwere Zeiten bevorstehen.</em></p><p>NZZ, <a href="https://www.nzz.ch/impressum/lorenz-honegger-ld.1584016?ref=tat.xbopp.com">Lorenz Honegger</a>, 22.01.2026</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/01/22/4bf5ecbb-7a12-40ce-ad2b-4d2033273895.jpg?width=654&amp;height=430&amp;fit=bounds&amp;quality=75&amp;auto=webp&amp;crop=2789,1831,x122,y1548" class="kg-image" alt="Ist die Globalisierung am Ende? &#xAB;Ach, das ist doch ein Witz&#xBB;, sagt eine der Vordenkerinnen von Donald Trumps zweiter Pr&#xE4;sidentschaft" loading="lazy" width="654" height="429"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Sie hat viel Einfluss &#x2013; und viele Kritiker: die Heritage Foundation in Washington (DC).Daniel Becerril / Reuters</span></figcaption></figure><p>Reagan, Bush senior, Bush junior, Trump. Diana Furchtgott-Roth hat f&#xFC;r alle republikanischen Pr&#xE4;sidenten der j&#xFC;ngeren amerikanischen Geschichte gearbeitet. Die 67-J&#xE4;hrige ist Mitautorin von &#xAB;Project 2025&#xBB;, einem 900 Seiten langen Strategiepapier der Heritage Foundation, das als ideologisches Fundament der zweiten Trump-Administration gilt. Politisch steht die &#xD6;konomin dem Weissen Haus nahe, betont aber ihre Unabh&#xE4;ngigkeit von der Regierung.</p><p><em>Frau Furchtgott-Roth, Donald Trump hat am Mittwoch in Davos mit seiner Rede viel Irritation ausgel&#xF6;st. Er hat seine wirtschaftliche Bilanz verteidigt, neue Z&#xF6;lle angedroht und den amerikanischen Anspruch auf Gr&#xF6;nland bekr&#xE4;ftigt, bevor er wieder davon abr&#xFC;ckte. Sie arbeiten f&#xFC;r eine Denkfabrik mit engen Verbindungen zum republikanischen Machtzentrum. Wie haben Sie Trumps Auftritt am WEF erlebt?</em></p><p>Zun&#xE4;chst m&#xF6;chte ich sagen: Die Heritage Foundation wird nicht vom Weissen Haus kontrolliert. Das Weisse Haus &#xFC;bernimmt manchmal unsere Ratschl&#xE4;ge und manchmal nicht. Es sind also getrennte Institutionen. Ich bin allerdings Mitautorin von &#xAB;Project 2025&#xBB; und habe ein Kapitel verfasst.</p><p><em>Wie beurteilen Sie also seine Rede in Davos?</em></p><p>Entscheidend ist: Pr&#xE4;sident Trump hat sich am Abend nach seiner Rede mit der Nato geeinigt und seine Zolldrohung gegen mehrere europ&#xE4;ische L&#xE4;nder aufgehoben. Er will nicht in Gr&#xF6;nland einmarschieren, und er will Gr&#xF6;nland auch nicht kaufen.</p><p><em>Sondern?</em></p><p>Seine wichtigste Botschaft war, dass er sich Sorgen &#xFC;ber den wachsenden chinesischen und russischen Einfluss in Gr&#xF6;nland mache. Und dass Gr&#xF6;nland mehr Schutz brauche. Danach drohte er mit Z&#xF6;llen und stellte kurz darauf einen Kompromiss in Aussicht. Das ist sein Modus Operandi: erst die Zolldrohung, dann das Entgegenkommen der Gegenseite, am Ende der R&#xFC;ckzug. So lief es vor einigen Monaten auch mit der kanadischen Digitalsteuer. Kanada wollte sie einf&#xFC;hren, Trump drohte mit Z&#xF6;llen, wenige Tage sp&#xE4;ter war die kanadische Steuer vom Tisch.</p><p><em>Sie halten also den Einsatz von Z&#xF6;llen, und sei es als Druckmittel, f&#xFC;r sinnvoll?</em></p><p>Ich sage nicht, dass ich den Einsatz von Z&#xF6;llen bef&#xFC;rworte. Was ich bef&#xFC;rworte, sind Zolldrohungen als Verhandlungsinstrument. Eine Ausnahme ist China, wo der tats&#xE4;chliche Einsatz von Z&#xF6;llen aufgrund ungleicher Wettbewerbsbedingungen gerechtfertigt ist.</p><p><em>Viele Beobachter halten die st&#xE4;ndigen Zolldrohungen der Wirtschaftsmacht USA nicht f&#xFC;r ein harmloses Verhandlungsinstrument. Sie sehen darin das Ende der Globalisierung und des vom World Economic Forum propagierten Freihandels.</em></p><p>Ach, das ist doch ein Witz.</p><p><em>Warum?</em></p><p>Das World Economic Forum propagiert nicht Freihandel. Schauen Sie sich all die nichttarif&#xE4;ren Handelshemmnisse f&#xFC;r amerikanische Produkte an, zum Beispiel amerikanische Autos. Dann gibt es die <strong>Corporate Sustainability Due Diligence Directive</strong>. Das ist ein EU-Gesetz, das vorschreibt, dass Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Dollar Umsatz ihre Gesch&#xE4;ftst&#xE4;tigkeit auf Netto-Null ausrichten und ihre Emissionen offenlegen m&#xFC;ssen &#x2013; ebenso die Emissionen ihrer Auftragnehmer und jene der Auftragnehmer ihrer Auftragnehmer. Ein anderes Beispiel: Chinesische Unternehmen d&#xFC;rfen ihre Aktien an der B&#xF6;rse in den USA kotieren lassen. Amerikanische Unternehmen haben dieses Recht in China nicht. Chinesische Unternehmen k&#xF6;nnen hundert Prozent eines amerikanischen Unternehmens kaufen. Unternehmen aus den USA d&#xFC;rfen das nicht. Das ist kein Freihandel. Pr&#xE4;sident Trump versucht, einige dieser Missst&#xE4;nde zu beheben.</p><p><em>Ihr Vorwurf an Amerikas Handelspartner lautet also Doppelz&#xFC;ngigkeit?</em></p><p>Genau. Dazu geh&#xF6;rt auch Grossbritannien, das kein amerikanisches H&#xFC;hnerfleisch importiert, weil es angeblich mit Chlor behandelt ist. Interessant ist auch die Ausrichtung der &#xAB;Aussenpolitischen Strategie 2024&#x2013;2027&#xBB; der Schweiz, die sich st&#xE4;rker an Europa orientiert und den Kampf gegen den Klimawandel in den Vordergrund stellt, statt wie zuvor eine neutralere Position einzunehmen. Daran st&#xF6;rt sich der Pr&#xE4;sident eher als am Handelsbilanzdefizit.</p><p><em>Das ist eine ziemlich ungew&#xF6;hnliche Perspektive auf diese Debatte.</em></p><p>Ich kann mir gut vorstellen, wie die Berater des Pr&#xE4;sidenten ihn in dieser Angelegenheit informieren und wie er darauf reagiert: Wenn die Schweiz in ihrer aussenpolitischen Strategie die Treibhausgasemissionen senken und gleichzeitig ihre Energiesicherheit erh&#xF6;hen will, erkennt Pr&#xE4;sident Trump darin vor allem eine gr&#xF6;ssere Offenheit f&#xFC;r chinesische Elektrofahrzeuge und f&#xFC;r chinesische Batterien und andere erneuerbare Technologien.</p><p><em>Und das gilt dann als adverse Politik in den Augen des Weissen Hauses?</em></p><p>Korrekt, weil diese Art der Politik China unterst&#xFC;tzt. Ausserdem glaubt der Pr&#xE4;sident, wie er in Davos gesagt hat, dass der Einsatz erneuerbarer Energien den Strom verteuert und die L&#xE4;nder wirtschaftlich schw&#xE4;cht. Dieselben Staaten gelangen an den Pr&#xE4;sidenten und bitten ihn um Unterst&#xFC;tzung im Ukraine-Krieg. Er fragt sich dann: Warum kommen sie zu mir, wenn sie mit ihren Netto-Null-Zielen ihre eigenen Volkswirtschaften schw&#xE4;chen und damit China st&#xE4;rken?</p><p><em>Sie finden also, Europa sollte vollst&#xE4;ndig aus den erneuerbaren Energien aussteigen?</em></p><p>Europa sollte die Subventionierung von erneuerbaren Energien einstellen. In den vergangenen zwanzig Jahren hat die Welt 9&#xA0;Billionen Dollar f&#xFC;r die Subventionierung von Wind- und Solarenergie ausgegeben, und trotzdem k&#xF6;nnen diese Technologien ohne Subventionen nicht eigenst&#xE4;ndig bestehen. Der Markt soll entscheiden.</p><p><em>Wie soll Europa seine Energieversorgung k&#xFC;nftig sicherstellen?</em></p><p>Nun, das ist in jedem Land unterschiedlich, weil jedes Land &#xFC;ber andere Ressourcen verf&#xFC;gt. Aber klar ist: Das, was Europa derzeit tut, funktioniert nicht. Wie man sieht, liegt das Wirtschaftswachstum seit der Corona-Pandemie praktisch bei null, vielleicht bei etwa einem Prozent pro Jahr. Das ist ausserordentlich niedrig. Der Einkommensabstand pro Kopf zwischen den USA und Europa vergr&#xF6;ssert sich, statt kleiner zu werden. Europa muss also sehr genau pr&#xFC;fen, was es tut &#x2013; auch in der Energiepolitik, die meiner Ansicht nach zur Deindustrialisierung Europas beitr&#xE4;gt. Energieintensive Industrie verlagert sich mehr und mehr nach China, wo die Emissionen sogar h&#xF6;her sind, als sie es in Europa w&#xE4;ren.</p><p><em>Dass die USA selbst ihre industrielle Basis zur&#xFC;ck ins eigene Land holen, ist doch genauso unrealistisch.</em></p><p>Nun, die Hightech-Industrie w&#xE4;chst in den Vereinigten Staaten stark. Sie ist nie wirklich verschwunden. Das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2025 lag laut den neuesten verf&#xFC;gbaren Daten bei 4,3 Prozent. Amerika w&#xE4;chst also kr&#xE4;ftig. Wir haben eine Arbeitslosenquote von nur 4,4 Prozent. Viele europ&#xE4;ische L&#xE4;nder w&#xFC;rden sich diese Zahlen w&#xFC;nschen. Und wir haben eine Inflation von unter 3&#xA0;Prozent.</p><p><em>Und das liegt nicht nur an den gewaltigen Investitionen im KI-Sektor?</em></p><p>Nein, wenn man sich die Hightech-Industrie anschaut &#x2013; Medizintechnik, andere kapitalintensive Anlagen &#x2013;, dann sieht man dort viele Exporte und starkes Wachstum. Auch im Automobilsektor gibt es viel Wachstum.</p><p><em>In ihrem Verh&#xE4;ltnis zur Wirtschaft verfolgt die Trump-Regierung einen ungew&#xF6;hnlich interventionistischen Kurs. Sie dr&#xE4;ngt &#xD6;lkonzerne zu Investitionen in Venezuela, sie fordert eine Obergrenze f&#xFC;r Kreditkartenzinsen, und der Staat steigt bei Intel ein. Finden Sie das richtig?</em></p><p>Ich glaube nicht, dass es ideal ist, wenn eine Regierung in private Unternehmen investiert, ausser es gibt einen klaren Grund in der nationalen Sicherheit. Wenn ein Unternehmen schlecht wirtschaftet und staatliches Geld darin steckt, dann verliert der Staat Geld. Wenn ein Unternehmen schlecht wirtschaftet und kein Steuergeld darin steckt, dann verlieren nur die Aktion&#xE4;re ihr Geld.</p><p><em>Apropos staatliche Eingriffe: Ebenfalls am Mittwoch gab es eine Anh&#xF6;rung vor dem Supreme Court zu der von Donald Trump angestrebten Entlassung von Lisa Cook, einem Mitglied des Fed-Direktoriums. Die Richter schienen den Argumenten der Regierung gegen&#xFC;ber recht kritisch zu sein. Was ist Ihre Haltung?</em></p><p>Das ist eine rechtliche Frage, zu deren juristischen Aspekten ich mich nicht &#xE4;ussern kann. Was ich sagen kann: Niemand steht &#xFC;ber dem Gesetz, auch nicht ein Mitglied des Federal Reserve Board. Wenn diese Gouverneurin behauptet hat, einer ihrer Wohnsitze sei ihr Hauptwohnsitz, obwohl er es nicht war, um einen g&#xFC;nstigeren Hypothekarzins zu erhalten, dann ist das problematisch. Wenn normale Amerikaner so etwas t&#xE4;ten, h&#xE4;tten sie ernsthafte Probleme. Es sollte also niemand &#xFC;ber dem Gesetz stehen. Und wenn sie das tats&#xE4;chlich getan hat &#x2013; und meines Wissens hat sie das nicht bestritten &#x2013;, dann bin ich mir nicht sicher, ob sie geeignet ist, Gouverneurin des Federal Reserve Board zu sein, das ja die Banken beaufsichtigt. Aber das ist eine rechtliche Angelegenheit, und ich bin sicher, dass sie vor Gericht gekl&#xE4;rt wird.</p><p><em>Die Trump-Regierung ist der F&#xFC;hrung des Fed gegen&#xFC;ber generell kritisch eingestellt und ist der Meinung, diese m&#xFC;sse die Leitzinsen viel st&#xE4;rker senken. Teilen Sie diese Haltung?</em></p><p>Ich finde es sehr verd&#xE4;chtig, dass der Fed-Pr&#xE4;sident Jerome Powell kurz vor der Wahl zwischen Kamala Harris und Pr&#xE4;sident Trump 2024 beschlossen hat, die Zinsen deutlich zu senken, um die Wirtschaft anzukurbeln und das Land besser dastehen zu lassen. Das legt nahe, dass sein Urteil nicht immer rein wirtschaftlich ist, sondern manchmal auch politisch.</p><p><em>Das w&#xFC;rden viele Fed-Kenner bestreiten.</em></p><p>Er hat die Zinsen damals um 50 Basispunkte gesenkt &#x2013; also um einen halben Prozentpunkt &#x2013; direkt vor der Wahl. Das stellt seine Unabh&#xE4;ngigkeit und seine politische Neutralit&#xE4;t durchaus infrage.</p><p><em>Sie sind seit langem in der Politik t&#xE4;tig, arbeiteten f&#xFC;r Ronald Reagan, George H. W. Bush, George W.&#xA0;Bush und Donald Trump in seiner ersten Amtszeit. Wie unterscheidet sich Trumps Wirtschaftspolitik von jener seiner republikanischen Vorg&#xE4;nger?</em></p><p>Trump ist in Sachen Steuersenkungen weitergegangen als alle seine Vorg&#xE4;nger. In seiner ersten Amtszeit senkte er die Einkommenssteuern. Diese Senkungen hat er nun gesichert und ausgeweitet. Unternehmen k&#xF6;nnen Investitionen sofort abschreiben, &#xDC;berstunden und Trinkgelder bleiben steuerfrei, und die Erbschaftssteuer zwingt Firmen beim Tod des Eigent&#xFC;mers nicht mehr zur Zerschlagung. Auch beim Abbau von Regulierung ist Trump weitergegangen als seine Vorg&#xE4;nger. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Regulierung unter Pr&#xE4;sident Biden stark zugenommen hatte &#x2013; und Trump nun viel zur&#xFC;ckdrehen konnte.</p><p><em>Wo sehen Sie die amerikanische und die Weltwirtschaft am Ende von Donald Trumps zweiter Amtszeit?</em></p><p>Ich erwarte eine deutlich st&#xE4;rkere amerikanische Wirtschaft dank Steuersenkungen und Deregulierung. F&#xFC;r Europa sind das schlechte Nachrichten. Wenn Trump die Netto-Null-Politik beendet und die Strompreise senkt, entsteht ein Sog: Unternehmen wandern aus Europa in die USA ab. Europa deindustrialisiert sich, auch wegen der Arbeitsmarktregulierung. Es ist nahezu unm&#xF6;glich, in Europa einen Arbeitnehmer zu entlassen. In der Folge sind die Erwerbsquote und die Besch&#xE4;ftigung niedriger. Die Industrieproduktion wandert in die USA, nach China, nach Indien ab. Das ist eine sehr gef&#xE4;hrliche Situation f&#xFC;r Europa.</p><p><em>Diana Furchtgott-Roth wurde 1958 in England geboren und kam als Kind mit ihren Eltern in die USA. Heute ist sie Direktorin des Zentrums f&#xFC;r Energie, Klima und Umwelt bei der konservativen Heritage Foundation. Die &#xD6;konomin war unter vier US-Pr&#xE4;sidenten &#x2013; von Ronald Reagan bis Donald Trump &#x2013; in f&#xFC;hrenden Funktionen im Weissen Haus und in Bundesbeh&#xF6;rden t&#xE4;tig. Sie gilt als einflussreiche Stimme und als Kritikerin gr&#xFC;ner Industriepolitik. Sie lehrt als Dozentin an der George Washington University und studierte Wirtschaftswissenschaften in den USA und in Oxford. Sie ist verheiratet und Mutter von sechs Kindern. (lho.)</em></p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/01/22/d5c5490a-d676-42c8-a41d-09146d6c3495.jpg?width=654&amp;height=872&amp;fit=bounds&amp;quality=75&amp;auto=webp&amp;crop=338,450,x34,y0" class="kg-image" alt="Ist die Globalisierung am Ende? &#xAB;Ach, das ist doch ein Witz&#xBB;, sagt eine der Vordenkerinnen von Donald Trumps zweiter Pr&#xE4;sidentschaft" loading="lazy" width="338" height="450"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Seit Jahrzehnten f&#xFC;r republikanische US-Regierungen t&#xE4;tig: Diana Furchtgott-Roth.PD</span></figcaption></figure>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die erfolgreichste Dekolonisierungsbewegung aller Zeiten – die Gründung Israels war keineswegs ein Geschenk der Uno]]></title><description><![CDATA[Der Mythos, die Juden hätten Israel 1947 von der Uno auf einem Silbertablett bekommen, ist eine Verzerrung der Geschichte. Israel existiert, weil seine Menschen einen Plan hatten und den Preis dafür bezahlten, die Resolution 181 von Papier in Leben zu verwandeln.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/die-erfolgreichste-dekolonisierungsbewegung-aller-zeiten-die-grundung-israels-war-keineswegs-ein-geschenk-der-uno/</link><guid isPermaLink="false">696e560a25a86b947e16cdf5</guid><category><![CDATA[Israel]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Mon, 19 Jan 2026 16:09:09 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/01/juedische-buerger-1947-g-80630866-jpg--76323-.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/01/juedische-buerger-1947-g-80630866-jpg--76323-.jpg" alt="Die erfolgreichste Dekolonisierungsbewegung aller Zeiten &#x2013; die Gr&#xFC;ndung Israels war keineswegs ein Geschenk der Uno"><p><strong><em>Der Mythos, die Juden h&#xE4;tten Israel 1947 von der Uno auf einem Silbertablett bekommen, ist eine Verzerrung der Geschichte. Israel existiert, weil seine Menschen einen Plan hatten und den Preis daf&#xFC;r bezahlten, die Resolution 181 von Papier in Leben zu verwandeln.</em></strong></p><p><em>NZZ, Jan Kapusnak, 17.01.2026</em></p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/01/16/c3f6a023-855e-4f0c-917a-39dca656875c.jpg?width=654&amp;height=439&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="Die erfolgreichste Dekolonisierungsbewegung aller Zeiten &#x2013; die Gr&#xFC;ndung Israels war keineswegs ein Geschenk der Uno" loading="lazy" width="654" height="439"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Jubel &#xFC;ber den von der Uno angenommenen Teilungsplan auf den Strassen von Tel Aviv.Hans Pins / Hulton Archive / Getty</span></figcaption></figure><p>Am Abend des 29.&#xA0;November 1947, als die Ergebnisse der Abstimmung der Uno-Generalversammlung &#xFC;ber die Resolution 181 &#xFC;ber die Radios kamen, str&#xF6;mten die Juden im Land Israel auf die Strassen. Nach Jahrhunderten des Gebets, Jahrzehnten diplomatischer Bem&#xFC;hungen, des Landerwerbs und des Aufbaus eigener Institutionen war die Vision eines eigenen Staates greifbar nah. Die internationale Gemeinschaft hatte soeben vorgeschlagen, das britische Mandatsgebiet Pal&#xE4;stina in zwei Staaten zu teilen &#x2013; &#xAB;einen arabischen und einen j&#xFC;dischen&#xBB;.</p><p>Aus diesem Moment der Euphorie erwuchs ein hartn&#xE4;ckiger Mythos: dass die Uno den Juden einen Staat auf dem Silbertablett serviert habe. In der heutigen antizionistischen Rhetorik erscheint Israel als westlicher Kolonialposten, angeblich in New York durch eine &#xAB;j&#xFC;dische Verschw&#xF6;rung&#xBB; heraufbeschworen und durch das Ausspielen einer &#xAB;Holocaust-Mitleidskarte&#xBB; gegen&#xFC;ber einer schuldbewussten Welt &#x2013; und dieselben undankbaren Zionisten sollen seither die Geburt eines arabischen Staates verhindert haben.</p><p>Ironischerweise hallt dieses Narrativ heute in einer eigenen Gedenkfeier der Uno zum 29.&#xA0;November wider, dem &#xAB;Internationalen Tag der Solidarit&#xE4;t mit dem pal&#xE4;stinensischen Volk&#xBB; &#x2013; einem Ritual feierlich-trauriger Reden, die den &#xAB;unerf&#xFC;llten&#xBB; arabischen Staat betrauern, oft durchzogen von antisemitischen Anspielungen und einseitiger Schuldzuweisung an Israel. Bei einer solchen Veranstaltung sass Kofi Annan, damals Generalsekret&#xE4;r, unter einer Landkarte, auf der Israel schlicht nicht existierte: Das gesamte Gebiet zwischen Fluss und Meer war als &#xAB;Pal&#xE4;stina&#xBB; beschriftet &#x2013; die kartografische Phantasie heutiger Pal&#xE4;stina-Aktivisten und eine Szene, die den Geist dieses Solidarit&#xE4;tstages treffend einf&#xE4;ngt.</p><h2 id="nur-scheinbar-grossz%C3%BCgig">Nur scheinbar grossz&#xFC;gig</h2><p>Diese Erz&#xE4;hlungen verschleiern, was die Resolution tats&#xE4;chlich sagte &#x2013; und wer damals daf&#xFC;r sorgte, dass der besagte arabische Staat nicht entstand.</p><p>Die Generalversammlung hat keine Macht, Staaten zu schaffen. Die Resolution 181 empfahl lediglich die Teilung des Gebiets des britischen Mandats, dessen Grundlage in der Balfour-Deklaration von 1917 lag &#x2013; dem Versprechen, &#xAB;in Pal&#xE4;stina die Errichtung einer nationalen Heimst&#xE4;tte f&#xFC;r das j&#xFC;dische Volk&#xBB; zu unterst&#xFC;tzen und zugleich die b&#xFC;rgerlichen und religi&#xF6;sen Rechte der nichtj&#xFC;dischen Gemeinden zu gew&#xE4;hrleisten.</p><p>1922 &#xFC;berf&#xFC;hrte der V&#xF6;lkerbund, der Vorg&#xE4;nger der Uno, dieses Versprechen in das V&#xF6;lkerrecht, erkannte die &#xAB;historische Verbindung des j&#xFC;dischen Volkes mit Pal&#xE4;stina&#xBB; an und beauftragte Grossbritannien, dieses Versprechen in die Realit&#xE4;t umzusetzen &#x2013; faktisch der Beginn eines Dekolonisierungsprozesses.</p><p>Das Mandat war darauf angelegt, zu bestehen, bis seine Ziele erreicht waren. Stattdessen zog sich Grossbritannien Schritt f&#xFC;r Schritt aus seinen Verpflichtungen zur&#xFC;ck &#x2013; zum Teil blockierte es aktiv die Entstehung eines j&#xFC;dischen Staates &#x2013; und verlor den Willen, sie durchzusetzen. Am Ende &#xFC;bergab London die ungel&#xF6;ste Pal&#xE4;stinafrage an die neugegr&#xFC;ndeten Vereinten Nationen.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/01/16/50148804-3a87-49e6-b531-50b91aa126ca.jpg?width=654&amp;height=461&amp;fit=bounds&amp;quality=75&amp;auto=webp&amp;crop=3738,2624,x0,y331" class="kg-image" alt="Die erfolgreichste Dekolonisierungsbewegung aller Zeiten &#x2013; die Gr&#xFC;ndung Israels war keineswegs ein Geschenk der Uno" loading="lazy" width="654" height="459"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Vorsitz der Uno-Debatte &#xFC;ber den Teilungsbeschluss 1947. Rechts der damalige Uno-Generalsekret&#xE4;r, der Norweger Trygve Lie.Bettmann / Getty</span></figcaption></figure><p>Die Resolution wies dem vorgesehenen j&#xFC;dischen Staat rund 56 Prozent des Gebiets zu, dem arabischen etwa 43 Prozent. Auf dem Papier schien der j&#xFC;dische Anteil grossz&#xFC;gig; in der Realit&#xE4;t bestand ein grosser Teil davon aus der kargen Negevw&#xFC;ste.</p><p>Einige Monate vor der Abstimmung bereiste der elfk&#xF6;pfige Sonderausschuss der Uno f&#xFC;r Pal&#xE4;stina (UNSCOP) das Mandatsgebiet, um die Fakten zu erheben, auf denen seine Empfehlungen beruhen sollten. Die Grenzen, die er schliesslich vorschlug, waren kein Produkt &#xAB;kolonialer Willk&#xFC;r&#xBB;, sondern folgten sinnhaft einer bereits bestehenden demografischen und wirtschaftlichen Realit&#xE4;t.</p><p>In den Jahrzehnten zuvor hatten Zionisten staatsbildende Institutionen aufgebaut, St&#xE4;dte und Kibbuzim gegr&#xFC;ndet, Strassen und H&#xE4;fen gebaut. Das j&#xFC;dische Siedlungsgebiet wuchs nicht durch Enteignung arabischen Eigentums, sondern durch Landerwerb und die Wiedergewinnung von Gebieten, die zuvor Sumpf oder &#xD6;dland waren. Wissenschaftlich fundierte Anti-Malaria-Kampagnen verwandelten S&#xFC;mpfe an der K&#xFC;ste, im Jesreel-Tal und in Teilen Galil&#xE4;as in Agrar- und Siedlungsland &#x2013; ein Magnet nicht nur f&#xFC;r j&#xFC;dische, sondern auch f&#xFC;r arabische Zuwanderer. UNSCOP verband diese zusammenh&#xE4;ngenden Zonen zu einer territorialen Einheit &#x2013; dies wurde zur Grundlage des j&#xFC;dischen Staates.</p><h2 id="nur-kein-j%C3%BCdischer-staat">Nur kein j&#xFC;discher Staat</h2><p>Arabische F&#xFC;hrer boykottierten UNSCOP und behaupteten, seine Mitglieder h&#xE4;tten sich bereits vor ihrer Ankunft festgelegt. Der Vorwurf war haltlos. Der niederl&#xE4;ndische Delegierte Nicolas Blom &#x2013; dessen proarabische Haltung durch die niederl&#xE4;ndische Herrschaft im muslimischen Indonesien gepr&#xE4;gt war &#x2013; lehnte eine Teilung fast bis zum Ende ab und &#xE4;nderte seine Meinung erst, nachdem er das Land bereist und gesehen hatte, dass die zionistische Gemeinschaft modern, gut organisiert und eindeutig f&#xE4;hig war, einen Staat zu tragen.</p><p>Der iranische Diplomat Nasrollah Entezam, ebenfalls als antizionistisch geltend, verliess einen Kibbuz in der Negev mit den Worten: &#xAB;Was sind die Araber f&#xFC;r Esel! Das Land ist so sch&#xF6;n, und man kann es entwickeln. Wenn man es den Juden g&#xE4;be, w&#xFC;rden sie daraus Europa machen.&#xBB; Seine schonungslose Bemerkung machte deutlich, wie sehr die Karte von 1947 der dort investierten Arbeit folgte.</p><p>Die Uno vermochte eine Karte zu zeichnen, aber sie konnte die Teilung nicht durchsetzen; das hing von den Akteuren vor Ort ab. Nach schmerzhaften inneren Debatten akzeptierte die zionistische F&#xFC;hrung die Resolution als Kompromiss: Jerusalem sollte unter ein internationales Regime gestellt, viele historische Gebiete in Jud&#xE4;a und Samaria dem arabischen Staat zugeschlagen werden &#x2013; und doch blieb dies der einzige Weg zu anerkannter Souver&#xE4;nit&#xE4;t. David Ben-Gurion, Staatsgr&#xFC;nder und erster Ministerpr&#xE4;sident, sprach nach der Abstimmung vom &#xAB;gr&#xF6;ssten Erfolg des j&#xFC;dischen Volkes in seiner langen Geschichte, seit es ein Volk geworden ist&#xBB;.</p><p>Die arabischen F&#xFC;hrer wiesen den Plan hingegen rundweg zur&#xFC;ck. Das Arabische Oberkomitee in Pal&#xE4;stina lehnte jede Regelung ab, die einen j&#xFC;dischen Staat &#x2013; und sei er noch so klein &#x2013; anerkannte, und k&#xFC;ndigte an, die Umsetzung der Resolution &#xAB;mit allen notwendigen Mitteln&#xBB; zu verhindern. Es war ein bekanntes Muster: Schon fr&#xFC;here Teilungspl&#xE4;ne wie den Peel-Plan von 1937 hatten sie verworfen, und sp&#xE4;tere Angebote sollten sie ebenfalls ablehnen. F&#xFC;r sie lag das Problem nicht in den Grenzen, sondern in der blossen Existenz eines j&#xFC;dischen Staates. Abdel Rahman Azzam, Generalsekret&#xE4;r der Arabischen Liga, wies warnend darauf hin, dessen Entstehung bedeute &#xAB;einen Vernichtungskrieg und ein gewaltiges Massaker, von dem man sprechen wird wie von den Massakern der Mongolen und den Kreuzz&#xFC;gen&#xBB;.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2023/11/02/e8452e3c-1d8f-4c3c-b82f-fa08ad887dda.jpeg?width=654&amp;height=464&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="Die erfolgreichste Dekolonisierungsbewegung aller Zeiten &#x2013; die Gr&#xFC;ndung Israels war keineswegs ein Geschenk der Uno" loading="lazy" width="654" height="464"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Arabische K&#xE4;mpfer begutachten einen zerst&#xF6;rten Nachschubtransport der israelischen Haganah, 1948.Universal History / Getty</span></figcaption></figure><p>Die Ereignisse vor Ort best&#xE4;tigten diese Drohungen sofort. Schon am n&#xE4;chsten Tag, dem 30.&#xA0;November 1947, &#xFC;berfielen arabische Terroristen zwei j&#xFC;dische Busse bei Kfar Sirkin und t&#xF6;teten sieben Passagiere &#x2013; weithin als Auftakt des B&#xFC;rgerkriegs von 1947/48 im britischen Mandatsgebiet Pal&#xE4;stina gesehen. Das Land versank in brutalen K&#xE4;mpfen zwischen dem j&#xFC;dischen Jischuw und arabischen Milizen, w&#xE4;hrend die britischen Truppen, bereits im R&#xFC;ckzug, kaum noch eingriffen.</p><p>Die damaligen Einsch&#xE4;tzungen in Washington waren alles andere als optimistisch. Ein CIA-Bericht mit dem Titel &#xAB;The Consequences of the Partition of Palestine&#xBB;, datiert auf den 28.&#xA0;November 1947 &#x2013; einen Tag vor der Abstimmung &#x2013;, sagte bewaffnete Auseinandersetzungen voraus und warnte davor, in einem l&#xE4;ngeren Abnutzungskrieg w&#xFC;rden &#xAB;die Juden nicht l&#xE4;nger als zwei Jahre Widerstand leisten k&#xF6;nnen&#xBB;, sofern sie keine massive Unterst&#xFC;tzung von aussen erhielten. Die Zweifel, ob ein j&#xFC;discher Staat einem koordinierten arabischen Angriff standhalten k&#xF6;nne, waren gross.</p><p>Wenige Monate sp&#xE4;ter wurde dieses Szenario auf die Probe gestellt. Am 14.&#xA0;Mai 1948, mit dem Ende des britischen Mandats, rief Ben-Gurion den Staat Israel aus. Binnen Stunden marschierten Armeen aus &#xC4;gypten, Transjordanien, Syrien, Libanon und dem Irak ein. Aus einem B&#xFC;rgerkrieg war ein regionaler Krieg geworden.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/01/16/d6660108-82c1-4dad-968d-82d2c134188f.jpg?width=654&amp;height=445&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="Die erfolgreichste Dekolonisierungsbewegung aller Zeiten &#x2013; die Gr&#xFC;ndung Israels war keineswegs ein Geschenk der Uno" loading="lazy" width="654" height="445"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">David Ben-Gurion verk&#xFC;ndet die Gr&#xFC;ndung des Staates Israel, 14. Mai 1948.Universal History / Getty</span></figcaption></figure><h2 id="%C3%BCberfall-ohne-strategie">&#xDC;berfall ohne Strategie</h2><p>Der neue Staat k&#xE4;mpfte unter &#xE4;usserst schwierigen Bedingungen. Ein Uno-Waffenembargo galt zwar f&#xFC;r die gesamte Region, traf in der Praxis jedoch die Juden st&#xE4;rker als die arabischen Staaten, von denen viele bereits &#xFC;ber regul&#xE4;re, von den Briten ausgebildete Armeen mit organisierten Kommandostrukturen und gut gef&#xFC;llten Arsenalen verf&#xFC;gten. Der Krieg war eine Kette verzweifelter Abwehrgefechte. An den j&#xFC;dischen milit&#xE4;rischen Umst&#xE4;nden war nichts &#xAB;silbern&#xBB;.</p><p>Und doch f&#xFC;hrte dieser materielle Vorteil nicht zum arabischen Sieg, weil es den Angreifern an einer koh&#xE4;renten politisch-milit&#xE4;rischen Strategie fehlte. Die arabischen Armeen bildeten keine einheitliche Streitmacht, sondern eine Koalition von Regimen mit konkurrierenden Zielen, Rivalit&#xE4;ten und roten Linien: Jordaniens Arabische Legion, die professionellste Formation, k&#xE4;mpfte nach eigenen Priorit&#xE4;ten; &#xC4;gypten f&#xFC;hrte seinen eigenen Feldzug im S&#xFC;den und versuchte zugleich, jordanische Gewinne zu verhindern; Syrien und der Irak operierten auf anderen Fronten mit nur begrenzter Koordination. Manche f&#xFC;rchteten sogar einen neuen arabischen Staat als k&#xFC;nftigen Rivalen.</p><p>F&#xFC;r viele wurde der Krieg weniger von pal&#xE4;stinensischer Staatlichkeit getrieben als von territorialen Ambitionen &#x2013; und schlicht vom Ziel, jede j&#xFC;dische Souver&#xE4;nit&#xE4;t zu verhindern. Israel hingegen k&#xE4;mpfte auf inneren Linien mit einem einzigen &#xFC;bergeordneten Ziel: dem &#xDC;berleben.</p><p>Wenn die Uno den Juden keinen Staat &#xAB;geschenkt&#xBB; hat, dann hat ihnen die Tschechoslowakei wom&#xF6;glich geholfen, ihn zu halten. In einer geheimen Lieferkette mit dem Decknamen &#xAB;Operation Balak&#xBB; nutzte Prag seine R&#xFC;stungsindustrie und eine schon vor dem Zweiten Weltkrieg vorhandene Sympathie f&#xFC;r den Zionismus, um Waffen und &#x2013; entscheidend &#x2013; Avia-S-199-Jagdflugzeuge, umger&#xFC;stete Messerschmitts, an das bedr&#xE4;ngte Israel zu liefern.</p><p>Hinter diesen Gesch&#xE4;ften stand intensive zionistische Diplomatie: Emiss&#xE4;re der Haganah reisten durch europ&#xE4;ische Hauptst&#xE4;dte und trugen ihr Anliegen vor. Eine Schl&#xFC;sselfigur war der tschechoslowakische Aussenminister Jan Masaryk &#x2013; Sohn des Staatsgr&#xFC;nders, langj&#xE4;hriger Freund einer j&#xFC;dischen Staatsgr&#xFC;ndung und selbst eine &#xAB;Ja&#xBB;-Stimme f&#xFC;r die Resolution 181 &#x2013;, der dem Haganah-Gesandten Ehud Avriel sogar half, &#xE4;thiopische Tarnpapiere zu erhalten, damit die Waffen offiziell als nach Addis Abeba bestimmt schienen.</p><p>Die Tschechoslowakei bildete auch israelische Piloten aus, unter ihnen ein junger Ezer Weizman, der sp&#xE4;tere Luftwaffenchef und Staatspr&#xE4;sident. Was als Initiative Prags begann, geschah nicht im luftleeren Raum: Nach dem kommunistischen Umsturz im Februar 1948 war die Tschechoslowakei fest im sowjetischen Einflussbereich, und Ausfuhren dieser Gr&#xF6;ssenordnung waren nur mit Zustimmung Moskaus m&#xF6;glich. Stalin sah eine Chance, Grossbritannien im Nahen Osten zu schw&#xE4;chen, hoffte, ein von Arbeiterzionisten gef&#xFC;hrtes Israel w&#xFC;rde zum sozialistischen Lager tendieren, f&#xFC;rchtete aber zugleich, die arabischen Staaten offen vor den Kopf zu stossen.</p><p>F&#xFC;r einen kurzen Moment hing die Zukunft Israels an einigen gebrauchten Flugzeugen &#x2013; und am Mut eines kleinen Staates, internationale Beschr&#xE4;nkungen zu ignorieren.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/01/16/207f3353-6114-41a2-a999-00d2511be69f.jpg?width=654&amp;height=1189&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="Die erfolgreichste Dekolonisierungsbewegung aller Zeiten &#x2013; die Gr&#xFC;ndung Israels war keineswegs ein Geschenk der Uno" loading="lazy" width="654" height="1189"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Sinnhaft der bereits bestehenden demografischen und wirtschaftlichen Realit&#xE4;t verpflichtet: Die Karte Pal&#xE4;stinas nach dem Teilungsplan der Uno.Universal History / Getty</span></figcaption></figure><h2 id="zerst%C3%B6rung-des-j%C3%BCdischen-viertels-in-jerusalem">Zerst&#xF6;rung des j&#xFC;dischen Viertels in Jerusalem</h2><p>Das Ergebnis des Krieges von 1948/49 spiegelte die Priorit&#xE4;ten beider Seiten wider. Auf israelischer Seite war sie klar: &#xFC;berleben. Israel ging aus dem Krieg mit rund einem Drittel mehr Gebiet hervor, als die Uno urspr&#xFC;nglich zugeteilt hatte &#x2013; um den Preis von etwa 6000 Toten, rund einem Prozent einer Bev&#xF6;lkerung von kaum 600&#xA0;000 Menschen, viele davon erst kurz zuvor den NS-Vernichtungslagern entkommen, und vielen weiteren Verwundeten.</p><p>Gleichzeitig fiel die Altstadt Jerusalems, einschliesslich Klagemauer und Tempelberg, an die jordanische Arabische Legion, das j&#xFC;dische Viertel wurde zerst&#xF6;rt, und der Grossteil des f&#xFC;r einen arabischen Staat vorgesehenen Territoriums ging an Jordanien im Westjordanland und an &#xC4;gypten im Gazastreifen. Die Beseitigung eines j&#xFC;dischen Staates, nicht der Aufbau eines arabischen, entsprach den Interessen der benachbarten Regime &#x2013; ein Faktum, das bei den 29.-November-Zeremonien der Uno kaum je zur Sprache kommt. Stattdessen entsteht h&#xE4;ufig der Eindruck, Israel m&#xFC;sse sich daf&#xFC;r entschuldigen, dass es der Teilung zugestimmt und gewagt hatte, um seine Existenz zu k&#xE4;mpfen.</p><p>In der Gewissheit eines schnellen Sieges hatten im Krieg viele arabische F&#xFC;hrer und Medien die arabische Zivilbev&#xF6;lkerung vor Ort aufgefordert zu fliehen &#x2013; verbunden mit dem Versprechen einer raschen R&#xFC;ckkehr nach Israels Niederlage. Jahre sp&#xE4;ter schrieb Khaled al-Azm, 1948 Ministerpr&#xE4;sident Syriens, in seinen Memoiren: &#xAB;Wir .&#xA0;.&#xA0;. haben sie zum Weggehen ermuntert .&#xA0;.&#xA0;. Wir haben &#xFC;ber eine Million arabischer Fl&#xFC;chtlinge ins Verderben gest&#xFC;rzt, indem wir sie aufforderten und anflehten, ihr Land zu verlassen.&#xBB;</p><p>Das erkl&#xE4;rt nicht die ganze Fl&#xFC;chtlingsgeschichte &#x2013; es gab auch Brutalit&#xE4;t, Vertreibung und Chaos &#x2013;, aber es zeigt, wie arabische Selbst&#xFC;bersch&#xE4;tzung eine &#xAB;taktische Flucht&#xBB; in ein langfristiges Desaster f&#xFC;r das eigene Volk verwandelte. Dieses wurde sp&#xE4;ter unter dem Namen Nakba (Katastrophe) mythologisiert, im propagandistischen Bem&#xFC;hen, es dem Narrativ des Holocaust gleichzustellen und dadurch eine pal&#xE4;stinensische Identit&#xE4;t zu schaffen.</p><p>Doch die Geschichte ist unvollst&#xE4;ndig ohne einen weiteren, oft &#xFC;bersehenen Fakt: 1948 blieb eine betr&#xE4;chtliche arabische Bev&#xF6;lkerung innerhalb der Grenzen Israels und wurde zu israelischen Staatsb&#xFC;rgern &#x2013; etwa ein F&#xFC;nftel der fr&#xFC;hen Bev&#xF6;lkerung &#x2013; und bildet bis heute den Kern der arabischen Minderheit. Israels Unabh&#xE4;ngigkeitserkl&#xE4;rung, mitten im Krieg verabschiedet, rief die arabischen Einwohner auf, &#xAB;den Frieden zu bewahren&#xBB;, und versprach &#xAB;volle und gleiche Staatsb&#xFC;rgerschaft&#xBB;.</p><p>Ungeachtet sp&#xE4;terer Reibungen und Beschwerden w&#xE4;hlen arabische Staatsb&#xFC;rger, gr&#xFC;nden Parteien, sitzen in der Knesset, studieren an israelischen Universit&#xE4;ten und nutzen dasselbe &#xF6;ffentliche Gesundheitssystem &#x2013; mit weit gr&#xF6;sseren politischen Freiheiten und einem h&#xF6;heren Lebensstandard als in weiten Teilen der Region. Diese Realit&#xE4;t untergr&#xE4;bt die notorische Behauptung, Israel sei von suprematistischen Zionisten als ethnisch oder religi&#xF6;s &#xAB;reines&#xBB; Projekt konzipiert worden.</p><h2 id="zionismus-heisst-j%C3%BCdische-selbstbestimmung">Zionismus heisst: j&#xFC;dische Selbstbestimmung</h2><p>Fast schon wie durch ein Wunder bezeichnete der Pr&#xE4;sident der Pal&#xE4;stinensischen Autonomiebeh&#xF6;rde, Mahmud Abbas, 2011 die arabische Ablehnung des Teilungsplans von 1947 als historischen Fehler: &#xAB;Es war unser Fehler. Es war ein arabischer Fehler insgesamt&#xBB;, sagte er &#x2013; und r&#xE4;umte damit ein, dass die Araber eine Chance auf Staatlichkeit neben Israel verpasst hatten. Doch bis heute weigert sich die Pal&#xE4;stinensische Autonomiebeh&#xF6;rde &#x2013; ganz zu schweigen von der Hamas &#x2013;, Israel als den in der Resolution 181 vorgesehenen j&#xFC;dischen Staat anzuerkennen.</p><p>Noch aufschlussreicher ist, dass pal&#xE4;stinensische Staatlichkeit h&#xE4;ufig in ausschliessenden Kategorien gedacht wird: als ein Staat, in dem Juden nicht leben d&#xFC;rften &#x2013; oder zumindest nicht als B&#xFC;rger mit gleichen Rechten. Darin liegt eine eklatante Asymmetrie, die die internationale Gemeinschaft allzu oft &#xFC;bergeht: Israel wird immer wieder verurteilt, obwohl es eine grosse arabische Minderheit als Staatsb&#xFC;rger integriert hat, w&#xE4;hrend bei einem zuk&#xFC;nftigen pal&#xE4;stinensischen Staat nicht selten selbstverst&#xE4;ndlich von einem &#xAB;judenfreien&#xBB; Gemeinwesen ausgegangen wird &#x2013; und diese Annahme kaum mit derselben moralischen Dringlichkeit hinterfragt wird.</p><p>Was also haben die Vereinten Nationen den Juden am 29.&#xA0;November 1947 tats&#xE4;chlich gegeben? Sie gaben ihnen weder sichere Grenzen noch Sicherheit; beides wurde in einem Krieg errungen, in dem Juden schon am Morgen nach der Abstimmung unter Beschuss standen. Sie gaben ihnen keinen Sieg; der wurde &#x2013; wie der Dichter Natan Alterman voraussah &#x2013; mit dem Leben junger Frauen und M&#xE4;nner bezahlt, der eigentlichen &#xAB;Silberplatte&#xBB;.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2023/11/02/eb52eb57-9be6-459b-b9b9-7f17ce1b5a95.jpeg?width=654&amp;height=445&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="Die erfolgreichste Dekolonisierungsbewegung aller Zeiten &#x2013; die Gr&#xFC;ndung Israels war keineswegs ein Geschenk der Uno" loading="lazy" width="654" height="445"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">&#xAB;Nakba&#xBB;: Von ihrer F&#xFC;hrung im Vertrauen auf den k&#xFC;nftigen Sieg zur Flucht aufgefordert, verl&#xE4;sst ein grosser Teil der arabischen Bev&#xF6;lkerung die Israel zugedachten Gebiete, 1948.Getty</span></figcaption></figure><p>Die Resolution 181 bot etwas Bescheideneres, aber Entscheidendes: internationale Legitimit&#xE4;t f&#xFC;r einen j&#xFC;dischen Staat im Land Israel. Sie brachte den Begriff &#xAB;j&#xFC;discher Staat&#xBB; in die Sprache der Uno und verlieh einem Anspruch, den Juden &#xFC;ber Generationen hinweg erhoben hatten, rechtlich-diplomatische Anerkennung. F&#xFC;r einen kurzen historischen Moment deckte sich der Wortschatz der Uno mit der schlichten Bedeutung des Zionismus: j&#xFC;dische Selbstbestimmung &#x2013; das organisierte, schliesslich erf&#xFC;llte Verlangen eines von Antisemitismus und wiederkehrenden Pogromen gezeichneten Volkes, einen eigenen Staat zu haben.</p><p>Alles andere leisteten Menschen, nicht die Vereinten Nationen &#x2013; zionistische F&#xFC;hrungspers&#xF6;nlichkeiten, die jahrelang die Welt bearbeiteten und zugleich die Verteidigung organisierten; Holocaust-&#xDC;berlebende, die wenige Wochen nach dem Verlassen eines Displaced-Persons-Lagers das Gewehr in die Hand nahmen; Frauen, die Waffen schmuggelten; Jugendliche in improvisierten Uniformen, die abgelegene Kibbuzim bewachten.</p><p>Der Mythos, die Juden h&#xE4;tten Israel auf einem Silbertablett bekommen, verf&#xE4;lscht nicht nur die Geschichte; er beleidigt diejenigen, die dieses Silbertablett tats&#xE4;chlich waren. Der j&#xFC;dische Staat existiert nicht, weil er den Juden als Gunstbeweis gew&#xE4;hrt wurde, sondern weil seine Menschen den Preis daf&#xFC;r bezahlt haben, eine Resolution auf Papier in ein lebendiges Land zu verwandeln &#x2013; und damit den Zionismus wohl zur erfolgreichsten Dekolonisierungsbewegung der modernen Geschichte &#xFC;berhaupt gemacht haben.</p><p><em><strong>Jan Kapusnak</strong>&#xA0;lebt als freier Autor in Tel Aviv und schreibt &#xFC;ber den Nahen Osten, Israel sowie geopolitische Themen.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der Himmel über Jerusalem]]></title><description><![CDATA[Der Tempelberg in Jerusalem ist der konfliktträchtigste religiöse Ort der Welt. Hier standen die beiden jüdischen Tempel, von hier soll Mohammed in den Himmel aufgestiegen sein. Die Aksa-Moschee dient der Mystifikation des palästinensischen Kampfes gegen Israel.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/untitled-3/</link><guid isPermaLink="false">6960e66725a86b947e16cddf</guid><category><![CDATA[Islam]]></category><category><![CDATA[Israel]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Fri, 09 Jan 2026 11:35:44 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/01/DSC04084_DxO_09_15_2024.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2026/01/DSC04084_DxO_09_15_2024.jpg" alt="Der Himmel &#xFC;ber Jerusalem"><p><strong>Wie der erfundene j&#xFC;dische Plan zur Zerst&#xF6;rung der Al-Aksa-Moschee die Gewaltdoktrin der Hamas st&#xFC;tzt.</strong></p><p><strong>Der Tempelberg in Jerusalem ist der konflikttr&#xE4;chtigste religi&#xF6;se Ort der Welt. Hier standen die beiden j&#xFC;dischen Tempel, von hier soll Mohammed in den Himmel aufgestiegen sein. Die Aksa-Moschee dient der Mystifikation des pal&#xE4;stinensischen Kampfes gegen Israel.</strong></p><p><em>NZZ, Jan Kapusnak08.01.2026</em></p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/01/06/d1da61d9-9ebf-442b-9b8e-8617126c6cbf.jpg?width=654&amp;height=492&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="Der Himmel &#xFC;ber Jerusalem" loading="lazy" width="654" height="492"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Blick aus der Vogelperspektive &#xFC;ber die Anh&#xF6;he in Jerusalem, auf der einst der j&#xFC;dische Tempel stand. Vorn mit grauer Kuppel die Al-Aksa-Moschee, in der Mitte mit goldener Kuppel der Felsendom.Ilan Rosenberg / Reuters</span></figcaption></figure><p>An vielen Morgen in Jerusalem wirkt das Gel&#xE4;nde der Al-Aksa-Moschee weniger wie ein Ort des Gebets denn wie eine Frontlinie. Im Inneren verschanzen sich junge Pal&#xE4;stinenser mit Steinen, Feuerwerksk&#xF6;rpern und Kameras und warten auf die israelische Bereitschaftspolizei. Ein kurzer Zusammenstoss &#x2013; Steine, Blendgranaten, Rauch &#x2013;, und schon geht durch die sozialen Netzwerke die Schlagzeile: &#xAB;Al-Aksa wird angegriffen.&#xBB; Wo al-Aksa als vom Untergang bedroht und der Endkampf gegen die muslimische Welt lanciert scheint, wird Gewalt zur heiligen Pflicht und Terrorismus zur &#xAB;Verteidigung des Islam&#xBB;. Ein lokales Scharm&#xFC;tzel wird zu einem Zivilisationskampf stilisiert, in dem Blutvergiessen geheiligt ist.</p><p>Als die Hamas am 7.&#xA0;Oktober 2023 ihren verheerenden Angriff auf Israel startete, nannte sie die Operation &#xAB;Tufan al-Aksa&#xBB; &#x2013; &#xAB;Al-Aksa-Flut&#xBB;. In westlichen Ohren mag das wie ein Slogan klingen, doch die Botschaft war eindeutig: Das Massaker sei kein Verbrechen, sondern eine &#xAB;Verteidigungsschlacht&#xBB; in einem heiligen Krieg um die Moschee. Im Zentrum dieser Erz&#xE4;hlung steht die seit Jahrhunderten kursierende Verleumdung, Juden oder Israel planten, die Moschee zu zerst&#xF6;ren und an ihrer Stelle einen dritten j&#xFC;dischen Tempel zu errichten. Das ist &#xFC;ble und leider auch t&#xF6;dliche Propaganda.</p><h2 id="heiliger-mythischer-ort">Heiliger mythischer Ort</h2><p>Der Ruf verf&#xE4;ngt, weil der Al-Aksa-Komplex auf dem Tempelberg liegt &#x2013; Har Habayit auf Hebr&#xE4;isch, al-Haram al-Sharif (&#xAB;Edles Heiligtum&#xBB;) auf Arabisch &#x2013;, dem wohl konflikttr&#xE4;chtigsten religi&#xF6;sen Ort der Welt. Lange bevor sich der Islam in der Gegend breitmachte, war dies die Achse der j&#xFC;dischen Heilsgeografie: der Ort, wo Abraham beinahe Isaak opferte, wo Salomos Tempel den Babyloniern zum Opfer fiel und wo der zweite Tempel stand, bis ihn die R&#xF6;mer im Jahr 70 n.&#xA0;Chr. zerst&#xF6;rten. In seinem Innersten lag der Grundstein (Even ha-Shetiya), von dem aus die Sch&#xF6;pfung begonnen haben soll. Heute ist davon noch ein Teil der St&#xFC;tzmauer sichtbar: die Westmauer.</p><blockquote>Israel behielt Souver&#xE4;nit&#xE4;t und Sicherheit, doch die Verwaltung der Al-Aksa-Anlage blieb bei Jordanien.</blockquote><p>Der Islam legte seine eigene Geschichte &#xFC;ber denselben Stein. Sp&#xE4;tere &#xDC;berlieferungen berichten, Mohammed sei von hier aus in der Nacht der Himmelsreise in den Himmel aufgestiegen. Der Koran bleibt hier jedoch auffallend vage. Er spricht von einer n&#xE4;chtlichen Reise von der &#xAB;heiligen Moschee&#xBB; in Mekka zur &#xAB;fernsten Moschee&#xBB; (al-Masjid al-Aksa), nennt aber weder Jerusalem noch dessen sp&#xE4;teren arabischen Namen al-Kuds und beschreibt weder einen bestimmten Felsen noch ein Geb&#xE4;ude. Einige fr&#xFC;he Traditionen verorteten diese &#xAB;fernste Moschee&#xBB; sogar im Himmel.</p><p>Erst nach Mohammeds Tod und der arabischen Eroberung Jerusalems &#x2013; im 7.&#xA0;Jahrhundert unter Kalif Umar ibn al-Khattab dem Byzantinischen Reich abgerungen &#x2013; wurde der Tempelberg als al-Majid al-Aksa beansprucht und sodann zum drittheiligsten Ort des Islam nach Mekka und Medina erkl&#xE4;rt. Unter christlicher Herrschaft war das fr&#xFC;here Tempelareal weitgehend eine Ruinenlandschaft geblieben, stellenweise als M&#xFC;llkippe genutzt &#x2013; eine &#xAB;Theologie aus Stein&#xBB;, die signalisieren sollte, dass der j&#xFC;dische Tempel endg&#xFC;ltig Vergangenheit sei. Auf diesen Tr&#xFC;mmern errichteten die Umayyaden ihre eigenen Monumente: 691/692 liess Kalif Abdelmalik den goldenen Felsendom &#xFC;ber dem Grundstein bauen, wenige Jahrzehnte sp&#xE4;ter vollendete sein Sohn al-Walid I. die heute silbern bekuppelte Al-Aksa-Moschee. Eine architektonische Machterkl&#xE4;rung dazu, wer nun den H&#xFC;gel beherrschte.</p><p>Im Lauf der Jahrhunderte begannen muslimische Autorit&#xE4;ten, den gesamten H&#xFC;gel &#x2013; einschliesslich der Klagemauer &#x2013; als ausschliesslich islamisch zu betrachten; j&#xFC;disches Gebet galt als Entweihung. Erst unter den Osmanen (1517&#x2013;1918) wurden j&#xFC;dische Gebetsrechte an der Mauer anerkannt. Anfang des 20.&#xA0;Jahrhunderts waren die Heiligt&#xFC;mer sichtbar vernachl&#xE4;ssigt. In den 1920er Jahren sammelte der Grossmufti von Jerusalem, Haj Amin al-Husseini, Spenden zur Renovierung des Areals und machte al-Aksa zu einem Symbol des panarabischen, sp&#xE4;ter des pal&#xE4;stinensischen Nationalismus gegen den zionistischen St&#xE4;dtebau in Jerusalem.</p><p>Es war auch der mit den Nazis paktierende al-Husseini, der das Narrativ lancierte: &#xAB;Al-Aksa ist in Gefahr&#xBB; &#x2013; Code f&#xFC;r einen angeblichen zionistischen Plan, die Moschee zu zerst&#xF6;ren. Der Slogan wanderte rasch in das ideologische Repertoire des Islamismus und wurde sp&#xE4;ter von der Hamas bewirtschaftet und perfektioniert.</p><h2 id="bemerkenswerte-selbstbeschr%C3%A4nkung">Bemerkenswerte Selbstbeschr&#xE4;nkung</h2><p>1948, nach der Annexion der Altstadt durch Jordanien, wurden Juden vertrieben und von der Klagemauer ausgeschlossen, Synagogen im j&#xFC;dischen Viertel gesprengt und der Friedhof am &#xD6;lberg gesch&#xE4;ndet. Als Israel im Sechstagekrieg 1967 die Altstadt eroberte, h&#xE4;tte es mit dem Recht des Siegers die volle Kontrolle &#xFC;ber den H&#xFC;gel beanspruchen k&#xF6;nnen. Stattdessen liess der Verteidigungsminister Moshe Dajan die israelische Fahne vom Felsendom holen und schmiedete einen &#xAB;Status quo&#xBB;: Israel behielt Souver&#xE4;nit&#xE4;t und Sicherheit, doch die Verwaltung der Al-Aksa-Anlage blieb beim jordanisch gest&#xFC;tzten islamischen Wakf.</p><p>Muslime konnten weiterhin frei auf dem Plateau beten; Juden und andere Nichtmuslime durften den Ort nur zu bestimmten Zeiten besuchen, &#xF6;ffentliche Gebete waren untersagt, w&#xE4;hrend der Platz an der Klagemauer darunter f&#xFC;r j&#xFC;disches Gebet bestimmt war. Es war ein Akt bemerkenswerter Selbstbeschr&#xE4;nkung: eine nichtmuslimische Macht, die muslimischen Zugang zu al-Aksa garantiert. Gen&#xFC;tzt hat es wenig &#x2013; seither stellen viele muslimische Akteure selbst simple j&#xFC;dische Besuche als &#xAB;St&#xFC;rmung&#xBB; der Moschee dar.</p><p>Die modernen grossen Zusammenst&#xF6;sse auf dem Tempelberg fallen mit dem Aufstieg der Hamas zusammen. Die 1987 gegr&#xFC;ndete radikalislamische Bewegung verpflichtet sich in ihrer Charta, die &#xAB;Aksa-Moschee zu verteidigen&#xBB;. Ihre erste grosse Kampfprobe suchte sie am 8.&#xA0;Oktober 1990: Obwohl die israelische Polizei den Marsch einer kleinen extremistischen j&#xFC;dischen Gruppe f&#xFC;r den Wiederaufbau des Tempels mit einem symbolischen Grundstein verboten hatte, half das der Hamas, Tausende zum &#xAB;Schutz&#xBB; der Moschee zu mobilisieren. Steine prasselten auf Juden an der Klagemauer nieder, ein Polizeiposten auf dem Plateau wurde gest&#xFC;rmt. Polizisten, die sich in Lebensgefahr sahen, schossen, siebzehn Pal&#xE4;stinenser starben. Die Hamas schrieb das Ereignis als &#xAB;Al-Aksa-Massaker&#xBB; in ihre Mythologie ein.</p><p>Eine der folgenreichsten Eruptionen al-Aksa-inspirierter Gewalt war die zweite Intifada, ein f&#xFC;nfj&#xE4;hriger Terrorkrieg gegen israelische Zivilisten, der als &#xAB;Al-Aksa-Intifada&#xBB; verkauft wurde. &#xD6;ffentlich wurde sie Ariel Sharons kurzem Besuch auf dem Tempelberg im Jahr 2000 angelastet, doch die Gewalt war vorbereitet; der Besuch lieferte nur den Vorwand nach Wochen von Arafat- und Hamas-Parolen wie &#xAB;Nach al-Aksa marschieren wir &#x2013; M&#xE4;rtyrer zu Millionen&#xBB;. Pal&#xE4;stinensische Selbstmordattent&#xE4;ter beriefen sich in Abschiedsvideos auf die Moschee und sprengten sich in ihrem Namen in die Luft.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2026/01/06/9c9008a8-eb31-4304-820e-7d004002c879.jpg?width=654&amp;height=417&amp;fit=crop&amp;quality=75&amp;auto=webp" class="kg-image" alt="Der Himmel &#xFC;ber Jerusalem" loading="lazy" width="654" height="417"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Unruhen auf dem Tempelberg anl&#xE4;sslich des Spaziergangs von Ariel Sharon, September 2000.AP</span></figcaption></figure><p>Mitte der 2010er Jahre lebte der Mythos durch eine neue Welle der Gewalt auf. Die Hamas fand einen Verb&#xFC;ndeten in Scheich Raed Salah, dem selbsternannten &#xAB;Scheich al-Aksa&#xBB;, dessen n&#xF6;rdlicher Zweig der Islamischen Bewegung auf Dauermobilisierung setzte: Es gab Massenkundgebungen unter dem Motto &#xAB;Al-Aksa ist in Gefahr&#xBB;, organisierte Fahrten nach Jerusalem und Schikanetrupps, die j&#xFC;dische Besucher bedr&#xE4;ngten und Bildmaterial f&#xFC;r Propaganda lieferten. Dieses Umfeld bereitete den Boden f&#xFC;r die &#xAB;Messer-Intifada&#xBB; 2014 bis 2017, als vor allem pal&#xE4;stinensische Jugendliche Terroranschl&#xE4;ge als &#xAB;Martyrium f&#xFC;r al-Aksa&#xBB; ver&#xFC;bten. Israel verbot die Bewegung schliesslich wegen systematischer Volksverhetzung.</p><p>Ende der 2010er Jahre glitt die tats&#xE4;chliche Autorit&#xE4;t auf dem Plateau zunehmend vom jordanischen Wakf zu losen &#xAB;Verteidiger-Netzwerken&#xBB; junger Ostjerusalemer, die offen im Namen der Hamas agierten. Ihren ersten Erfolg verbuchten sie 2017: Nach einem Terroranschlag auf israelische Polizisten auf dem Berg und der Installation von Metalldetektoren durch Israel erzwangen Unruhen und Massenproteste deren Entfernung und vertrieben den von der Pal&#xE4;stinensischen Autonomiebeh&#xF6;rde eingesetzten Mufti unter Sprechch&#xF6;ren zu Ehren des Hamas-Kommandanten Mohammed Deif.</p><h2 id="nachsicht-mit-folgen">Nachsicht mit Folgen</h2><p>Anfang der 2020er Jahre war der Spruch &#xAB;Al-Aksa ist in Gefahr&#xBB; zum festen Ramadan-Ritual geworden: mit Jugendlichen, die sich mit Steinen in der Moschee verbarrikadieren, mit Provokationen der Polizei, Raketen aus Gaza &#xAB;f&#xFC;r al-Aksa&#xBB; sowie Hamas-Fahnen &#xFC;ber dem Gel&#xE4;nde. Im Ramadan 2021 trugen die Unruhen auf dem Berg dazu bei, dass ein elft&#xE4;giger Krieg ausbrach, als die Hamas ihren Raketenbeschuss &#xAB;Schwert Jerusalems&#xBB; startete und Israel darauf mit der Operation &#xAB;W&#xE4;chter der Mauern&#xBB; reagierte. Der Hamas gelang es, den Konflikt als Religionskrieg zu rahmen.</p><p>Gleichzeitig ver&#xE4;nderte sich die j&#xFC;dische Pr&#xE4;senz auf dem Plateau. Seit 2015 steigen zunehmend Juden aus dem nationalreligi&#xF6;sen Lager auf den Tempelberg, nicht als Touristen, sondern als Beter. Unter politischem Druck duldet die Polizei stilles j&#xFC;disches Gebet in bestimmten Ecken, obwohl das Oberrabbinat dies weiterhin ablehnt. Die Hamas deutet jeden j&#xFC;dischen Besuch &#x2013; insbesondere Besuche rechter Politiker &#x2013; als staatliche Strategie zur Zerst&#xF6;rung der Moschee.</p><p>Zwei Wochen vor dem Massaker vom 7.&#xA0;Oktober 2023 rief die Hamas zu einer eskalierten &#xAB;Auseinandersetzung um al-Aksa&#xBB; auf; &#xAB;Al-Aksa-Flut&#xBB; wurde als Erf&#xFC;llung dieses Aufrufs pr&#xE4;sentiert. Die Botschaft an Millionen war brutal einfach: Der Weg nach Jerusalem ist mit j&#xFC;dischem Blut gepflastert. Es war dies kein Ausrutscher, sondern hatte System. Der Westen hat das Narrativ von der von Zerst&#xF6;rung bedrohten Al-Aksa-Moschee lange als blosse Rhetorik abgetan &#x2013; doch blieb diese Nachsicht nicht ohne Folgen: Die Zahl der Israeli und der Pal&#xE4;stinenser, die aufgrund der Folgen dieser Verleumdung ihr Leben liessen, ist Legion. Und es wird weiterhin Opfer geben, solange die Entwaffnung der Hamas Wunschdenken bleibt.</p><p><em><strong>Jan Kapusnak</strong>&#xA0;lebt als freier Autor in Tel Aviv und schreibt &#xFC;ber den Nahen Osten, Israel sowie geopolitische Themen.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Revenge of the Climate Realists]]></title><description><![CDATA[For years, those who questioned the calamity of climate change were treated like pariahs. Now, their day of vindication has come.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/revenge-of-the-climate-realists/</link><guid isPermaLink="false">693c160b7c2e3ba83507ace3</guid><category><![CDATA[Global Warming]]></category><category><![CDATA[Science]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Fri, 12 Dec 2025 13:26:06 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2025/12/agw.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2025/12/agw.jpg" alt="Revenge of the Climate Realists"><p><em>The Free Press, Peter Savodnik, 12.11.25</em></p><p><strong>For years, those who questioned the calamity of climate change were treated like pariahs. Now, their day of vindication has come.</strong></p><figure class="kg-card kg-embed-card"><iframe src="https://substack.com/visited-surface-frame" width="0" height="0" class="visitedSurfacesIFrame-yy8AJL" style="--tw-border-spacing-x: 0; --tw-border-spacing-y: 0; --tw-translate-x: 0; --tw-translate-y: 0; --tw-rotate: 0; --tw-skew-x: 0; --tw-skew-y: 0; --tw-scale-x: 1; --tw-scale-y: 1; --tw-pan-x: ; --tw-pan-y: ; --tw-pinch-zoom: ; --tw-scroll-snap-strictness: proximity; --tw-gradient-from-position: ; --tw-gradient-via-position: ; --tw-gradient-to-position: ; --tw-ordinal: ; --tw-slashed-zero: ; --tw-numeric-figure: ; --tw-numeric-spacing: ; --tw-numeric-fraction: ; --tw-ring-inset: ; --tw-ring-offset-width: 0px; --tw-ring-offset-color: #fff; --tw-ring-color: rgb(59 130 246 / 0.5); --tw-ring-offset-shadow: 0 0 #0000; --tw-ring-shadow: 0 0 #0000; --tw-shadow: 0 0 #0000; --tw-shadow-colored: 0 0 #0000; --tw-blur: ; --tw-brightness: ; --tw-contrast: ; --tw-grayscale: ; --tw-hue-rotate: ; --tw-invert: ; --tw-saturate: ; --tw-sepia: ; --tw-drop-shadow: ; --tw-backdrop-blur: ; --tw-backdrop-brightness: ; --tw-backdrop-contrast: ; --tw-backdrop-grayscale: ; --tw-backdrop-hue-rotate: ; --tw-backdrop-invert: ; --tw-backdrop-opacity: ; --tw-backdrop-saturate: ; --tw-backdrop-sepia: ; border: none; display: block;"></iframe></figure><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mOuK!,w_750,h_440,c_fill,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep,g_auto/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F8ee8c8a0-b56e-480c-b565-8c57a45990bf_1024x686.jpeg" class="kg-image" alt="Revenge of the Climate Realists" loading="lazy" width="750" height="440"></figure><p>For years, those who questioned the calamity of climate change were treated like pariahs. Now, their day of vindication has come.By&#xA0;<a href="https://www.thefp.com/w/peter-savodnik?ref=tat.xbopp.com">Peter Savodnik</a>12.11.25&#xA0;&#x2014;<a href="https://www.thefp.com/s/us-politics?ref=tat.xbopp.com">U.S. Politics</a>U.S. Politics</p><p>Breaking news, deep investigations, and eye-opening commentary that favor no party.Roger Pielke Jr., a public-policy expert who had studied the intersection of politics and climate science, had been battling the prophets of doom for years. Those who insisted we were on the brink of civilizational collapse. Mass death. A biblical confrontation with ourselves that would out-Flood the Flood.</p><p>But it was his argument that the rising cost of natural disasters had no tie to greenhouse gases that cost him his career.</p><p>In February 2015, Congressman Ra&#xFA;l Grijalva<a href="https://www.politico.com/story/2015/02/climate-change-study-funding-raul-grijalva-115568?ref=tat.xbopp.com"><u>&#xA0;</u>announced an investigation</a>&#xA0;into Pielke&#x2019;s climate research, sending letters to several universities suggesting that faculty members, including Pielke, who taught at the University of Colorado, were secretly working for energy companies.&#x201C;Companies with a direct financial interest in climate and air quality standards,&#x201D; Grijalva wrote to the universities, are behind &#x201C;research that influences state and federal regulations and shapes public understanding of climate science.&#x201D;</p><p>&#x201C;Pretty much all the invitations to workshops and speaking engagements were canceled,&#x201D; Pielke told me. &#x201C;People were saying, &#x2018;I&#x2019;d love to support you, but I&#x2019;m afraid they&#x2019;ll come after me, too.&#x2019;&#x2009;&#x201D;</p><p>It was upsetting but hardly shocking: Even though Pielke agreed global warming was a big problem, he was skeptical of the &#x201C;catastrophizing&#x201D; that has gripped the scientific establishment and the elites for the last decade.</p><p>&#x201C;Our ability to live is what&#x2019;s at stake,&#x201D; former vice president&#xA0;<a href="https://youtu.be/CH-qO9RRchc?si=Wo8GxfGFHNzZZwh2&amp;t=141&amp;ref=tat.xbopp.com">Al Gore declared</a>&#xA0;in his 2006 documentary&#xA0;<em>An Inconvenient Truth</em>.</p><p>Soon, &#x201C;climate change would move beyond man&#x2019;s control,&#x201D; the&#xA0;<a href="https://www.nobelprize.org/prizes/peace/2007/prize-announcement/?ref=tat.xbopp.com">Nobel Prize Committee chairman warned</a>&#xA0;while awarding Gore the Nobel Peace Prize the following year.</p><p>To question any of the science behind the emotion was to invite disdain, marginalization, outrage. That was Roger Pielke&#x2019;s crime.</p><p>In the next few decades, &#x201C;every place on Earth&#x2014;the temperature will be hotter than it&#x2019;s ever been,&#x201D; environmental activist Bill McKibben&#xA0;<a href="https://youtu.be/58cAD9Uw8XA?si=2CQO3tcP7_axlyGg&amp;t=408&amp;ref=tat.xbopp.com">said in 2013</a>.</p><p>We are &#x201C;the last generation that can do something,&#x201D; President Barack Obama insisted&#xA0;<a href="https://obamawhitehouse.archives.gov/the-press-office/2015/11/30/remarks-president-obama-first-session-cop21?ref=tat.xbopp.com">while addressing</a>&#xA0;the 2015 climate change summit in Paris.</p><p>&#x201C;You have stolen my dreams and my childhood with your empty words!&#x201D;&#xA0;<a href="https://youtu.be/xVlRompc1yE?si=F0BjVNNfQVTAjTqJ&amp;t=14&amp;ref=tat.xbopp.com">Greta Thunberg thundered</a>&#xA0;while addressing world leaders in 2019.</p><p>And on and on.</p><p>At the time, it was hard to imagine that one day the fury would ebb.</p><p>To question any of the science behind the emotion was to invite disdain, marginalization, outrage. That was Roger Pielke&#x2019;s crime. He had&#xA0;<a href="https://theclimatefix.wordpress.com/2015/02/25/i-am-under-investigation/?ref=tat.xbopp.com">clashed with</a>&#xA0;President Obama&#x2019;s science adviser, John Holdren. And Grijalva, apparently taking his cue from the White House, wanted to know if Pielke was secretly funded by Big Oil.</p><p>Pielke vehemently denied the accusations. But at the University of Colorado and across the academic world, his exit was met with quiet approval. &#x201C;No one on my campus talked to me about any of the events,&#x201D; Pielke recalled. &#x201C;I only heard from the university lawyers. For me, that was one of the strangest aspects of it. The department chair, the dean, the provost&#x2014;it would have been a great chance for the university to stand up for academic freedom, but that wasn&#x2019;t in the cards.</p><p>&#x201C;It was the announcement of the investigation that was the point,&#x201D; Pielke added.</p><p>The Democratic probe ultimately pushed Pielke out of climate research and into a new field of study: the governance of sports organizations.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cZnY!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fc15091fc-9432-4018-9789-5debc0138cd7_1320x30.png" class="kg-image" alt="Revenge of the Climate Realists" loading="lazy" width="1320" height="30"></figure><p>They had been promising for two decades that the end was near&#x2014;that Greenland would melt, and the Amazon would shrivel up, and sub-Saharan Africa would turn into a perma-desert, and New York City would be swallowed up by the Atlantic while climate refugees from the global South invaded Europe.</p><p>A handful of voices&#x2014;including Pielke; the environmental scientist Steven Koonin; Judith Curry, the former chair of Georgia Tech&#x2019;s School of Earth and Atmospheric Sciences; the Danish political scientist Bjorn Lomborg; and Michael Shellenberger, the former activist and author of&#xA0;<a href="https://bookshop.org/a/93116/9780063001695?ref=tat.xbopp.com"><em>Apocalypse Never: Why Environmental Alarmism Hurts Us All</em></a><em>,</em>&#xA0;among others&#x2014;questioned the orthodoxy.</p><p>They didn&#x2019;t doubt that the globe was warming, but they disagreed about the extent to which the warming was &#x201C;anthropogenic,&#x201D; or man-made, and they criticized the 1997 Kyoto Protocol and 2015 Paris Agreement and proposals like the Green New Deal, which they considered excessive at best, and probably counterproductive.</p><p>It wasn&#x2019;t just Pielke who had paid for questioning the dogma.</p><p>After a prominent Pennsylvania State University climatologist called climatologist Curry a &#x201C;<a href="https://www.huffpost.com/entry/climate-change-report_b_3999277?ref=tat.xbopp.com">serial climate disinformer</a>&#x201D; in a 2013&#xA0;<em>HuffPost</em>&#xA0;piece, she &#x201C;began planning my exit strategy from academia,&#x201D; she told me. Koonin, who formerly worked in the Obama administration, said he was stung when, in 2021,&#xA0;<em>Scientific American</em>&#xA0;<a href="https://www.scientificamerican.com/article/that-obama-scientist-climate-skeptic-youve-been-hearing-about/?ref=tat.xbopp.com">said he was</a>&#xA0;a &#x201C;a crank who&#x2019;s only taken seriously by far-right disinformation peddlers.&#x201D; (The magazine declined to publish Koonin&#x2019;s response.) Shellenberger said he had been &#x201C;censored&#x201D; by Facebook in 2020, when it slapped a &#x201C;partly false&#x201D; rating on his article: &#x201C;On Behalf of Environmentalists, I Apologize for the Climate Scare&#x201D;&#x2014;prompting Shellenberger to write an&#xA0;<a href="https://environmentalprogress.org/big-news/2020/7/7/i-have-been-censored-by-facebook-for-telling-the-truth-about-climate-change-and-extinctions?ref=tat.xbopp.com#:~:text=July%202%2C%202020,the%20scientific%20evidence%20to%20date.">open letter</a>&#xA0;to Mark Zuckerberg.</p><p>The old guard called them &#x201C;deniers&#x201D; or &#x201C;denialists,&#x201D; Shellenberger said, because it made them sound &#x201C;fascist-adjacent.&#x201D; &#x201C;It links you with the Holocaust,&#x201D; he told me. &#x201C;I think it&#x2019;s a very deliberate strategy.&#x201D;</p><p>And then, over the past year, almost imperceptibly, a sea change started and the outsiders<strong>&#xA0;</strong>were no longer on the fringe.</p><p>The first unmistakable sign that the contours of the debate were shifting came in late January, during the Energy and Natural Resources Committee&#x2019;s hearing for Donald Trump&#x2019;s nominee for Energy Secretary, Chris Wright.</p><p>Wright, an MIT-trained mechanical engineer who previously founded a fracking company, calls himself a &#x201C;<a href="https://www.cpr.org/2025/05/05/climate-change-trump-secretary-of-energy-chris-wright/?ref=tat.xbopp.com">climate realist</a>&#x201D;&#x2014;he agrees climate change is real but supports developing new energy technologies, not capping fossil fuels.</p><p>Two Democrats on the committee&#x2014;John Hickenlooper and Michael Bennet, both from Colorado&#x2014;<a href="https://www.hickenlooper.senate.gov/press_releases/hickenlooper-bennet-announce-support-for-chris-wrights-nomination/?ref=tat.xbopp.com">supported Wright</a>, noting that they didn&#x2019;t always agree with him but adding that he &#x201C;believes in science&#x201D; and American &#x201C;energy independence.&#x201D;</p><p>The old guard called them &#x201C;deniers&#x201D; or &#x201C;denialists,&#x201D; Michael Shellenberger said, because it made them sound &#x201C;fascist-adjacent.&#x201D; &#x201C;It links you with the Holocaust,&#x201D; he told me. &#x201C;I think it&#x2019;s a very deliberate strategy.&#x201D;</p><p>Then, in April, the Council on Foreign Relations&#x2014;the beating heart of the foreign-policy establishment&#x2014;launched its&#xA0;<a href="https://www.cfr.org/news-releases/cfr-launches-new-climate-realism-initiative-advance-climate-and-clean-energy-policy?ref=tat.xbopp.com">Climate Realism Initiative</a>, which aims to &#x201C;leverage technology and finance&#x201D; to rein in warming in &#x201C;a way that spurs U.S. competitiveness.&#x201D; (In a recent TED Talk, Gore&#xA0;<a href="https://www.ted.com/dubbing/al_gore_why_climate_action_is_unstoppable_and_climate_realism_is_a_myth?audio=en&amp;language=en&amp;ref=tat.xbopp.com">dismissed climate realism</a>, portraying it as a pet project of the energy companies.)</p><p>Six months later, Bill Gates, whose foundation had spent billions combating climate change,&#xA0;<a href="https://www.gatesnotes.com/home/home-page-topic/reader/three-tough-truths-about-climate?ref=tat.xbopp.com">shifted his tone</a>: &#x201C;Although climate change will have serious consequences&#x2014;particularly for people in the poorest countries&#x2014;it will not lead to humanity&#x2019;s demise. People will be able to live and thrive in most places on Earth for the foreseeable future.&#x201D;</p><p>Canada&#x2019;s Liberal prime minister Mark Carney, who once championed net-zero carbon emissions as the UN&#x2019;s Special Envoy on Climate Action and Finance, soon after&#xA0;<a href="https://subscriber.politicopro.com/article/eenews/2025/11/05/carney-scraps-canadas-anti-greenwashing-rules-ee-00636323?ref=tat.xbopp.com">introduced a budget</a>&#xA0;seeking to revivify the country&#x2019;s liquefied natural gas sector while eliminating anti-&#x201C;greenwashing&#x201D; measures favored by his predecessor, Justin Trudeau.</p><p>Even UN Secretary-General Ant&#xF3;nio Guterres is sounding more restrained these days.</p><p>A year ago, at a UN climate summit in oil-rich Azerbaijan,&#xA0;<a href="https://www.un.org/en/desa/%E2%80%98pay-or-humanity-will-pay-price%E2%80%99-guterres-warns-cop29-climate-summit?ref=tat.xbopp.com#:~:text=Change/Habib%20Samadov.-,&apos;Pay%20up%20or%20humanity%20will%20pay%20the%20price&apos;%2C%20Guterres,by%20human%2Dmade%20climate%20change.">Guterres warned</a>&#xA0;that we face a &#x201C;ticking clock&#x201D;&#x2014;adding that &#x201C;we are in the final countdown to limit global temperature rise to 1.5 degrees Celsius.&#x201D;</p><p>But last month, the secretary-general conceded that it was now inevitable that we would exceed the 1.5-degree threshold. Instead of warning of any looming catastrophes, he was now talking about ushering in a new era of &#x201C;clean energy.&#x201D;</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Wrh3!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e64190f-ef6d-4d18-9ac4-382d668f82fa_1024x683.jpeg" class="kg-image" alt="Revenge of the Climate Realists" loading="lazy" width="1024" height="683"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">They had been promising for two decades that the end was near&#x2014;that Greenland would melt, and New York City would be swallowed up by the Atlantic. (Charly Triballeau / AFP via Getty Images)</span></figcaption></figure><p>Lomborg, the political scientist, told me: &#x201C;I believe that we are witnessing a broader, more balanced reassessment of climate change.&#x201D;</p><p>The reassessment was driven by several factors&#x2014;starting with the all-important fact that we were still here.</p><p>&#x201C;We see no long-term trends in most extreme weather events,&#x201D; Steven Koonin, a theoretical physicist who spent most of his career at Caltech, said.</p><p>The number of hurricanes&#xA0;<a href="https://www.gfdl.noaa.gov/global-warming-and-hurricanes/?ref=tat.xbopp.com">had plateaued</a>.</p><p>There were not more tornadoes or cyclones or dust bowls or floods.</p><p><a href="https://science.nasa.gov/earth/explore/wildfires-and-climate-change/?ref=tat.xbopp.com#:~:text=Fire%20weather%20is%20becoming%20more,the%20potential%20for%20extreme%20fires.">The wildfires</a>&#xA0;that had ravaged California, Oregon, and much of South America could not be blamed on warming, although climate scientists did say climate change exacerbated their effects.</p><p>Even UN Secretary-General Ant&#xF3;nio Guterres is sounding more restrained these days.</p><p>Nor had there been any &#x201C;accelerated sea-level rise,&#x201D; Shellenberger said, &#x201C;and island atolls&#x2014;89 percent of them have either grown or stayed the same size.&#x201D;</p><p>Pielke added that emissions&#xA0;<a href="https://www.carbonbrief.org/analysis-global-co2-emissions-will-reach-new-high-in-2024-despite-slower-growth/?ref=tat.xbopp.com#:~:text=11.13.24-,Multiple%20Authors,some%20modest%20progress%20tackling%20emissions.">had stabilized</a>, as coal use had declined.</p><p>&#x201C;With the exception of China and India, global coal consumption peaked about 15 years ago,&#x201D; Pielke said. That&#x2019;s because we are producing more innovative energy than ever, with a shift toward natural gas and nuclear.</p><p>Looking to the future, Koonin said: &#x201C;What you&#x2019;re going to see is the small nuclear reactors&#x2014;let&#x2019;s say a tenth of the size of the older ones. You build them in a factory, and then you put them on a train or a truck and move them to where they go. They&#x2019;re all the same design, so the licensing is a lot less burdensome.&#x201D;</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cZnY!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fc15091fc-9432-4018-9789-5debc0138cd7_1320x30.png" class="kg-image" alt="Revenge of the Climate Realists" loading="lazy" width="1320" height="30"></figure><p>The new thinking&#x2014;that climate change was bad but not&#xA0;<em>that</em>&#xA0;bad&#x2014;reflected the political sea change in Washington.</p><p>&#x201C;The election of President Trump was an important trigger for this reassessment,&#x201D; Judith Curry said in an email. &#x201C;He effectively gave other governments the green light to slow down or even drop their ambitions for net-zero.&#x201D;</p><p>Curry and Koonin were co-authors of a recently released&#xA0;<a href="https://www.energy.gov/sites/default/files/2025-07/DOE_Critical_Review_of_Impacts_of_GHG_Emissions_on_the_US_Climate_July_2025.pdf?ref=tat.xbopp.com">Department of Energy climate change report</a>&#xA0;that argued, among other things, that &#x201C;models and experience suggest that CO2-induced warming might be less damaging economically than commonly believed, and excessively aggressive mitigation policies could prove more detrimental than beneficial.&#x201D;</p><p>The new politics dovetailed with the rise of artificial intelligence, which, Koonin and Pielke said, was about to dramatically ratchet up energy demand with its data centers.</p><p>&#x201C;Reality has bitten,&#x201D; Koonin said.</p><p>Pielke added: &#x201C;We&#x2019;re going to need a lot more power going forward.&#x201D; Meaning, more wind, plus space-based solar power and batteries with greater storage capacity. And, above all, more nuclear.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Ajid!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F0cba0974-0bac-493e-af6e-f68a1fbf2919_1024x767.jpeg" class="kg-image" alt="Revenge of the Climate Realists" loading="lazy" width="1024" height="767"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">We are producing more innovative energy than ever, with a shift toward natural gas and nuclear. (Chip Somodevilla/Getty Images)</span></figcaption></figure><p>The public appears&#xA0;<a href="https://www.pewresearch.org/short-reads/2025/10/16/support-for-expanding-nuclear-power-is-up-in-both-parties-since-2020/?ref=tat.xbopp.com">open to that</a>: 69 percent of Republicans and 52 percent of Democrats would like to see more nuclear power.</p><p>&#x201C;The future looks great for energy,&#x201D; Pielke said.</p><p>The new thinking around climate comes at the same time that progressives&#x2014;including Ezra Klein and Derek Thompson, the authors of the highly influential 2025 book&#xA0;<a href="https://bookshop.org/a/93116/9781668023488?ref=tat.xbopp.com"><em>Abundance</em></a>&#x2014;rethink decades of regulation that have limited construction of housing, transportation and, of course, power plants.</p><p>The new thinking&#x2014;that climate change was bad but not&#xA0;<em>that</em>&#xA0;bad&#x2014;reflected the political sea change in Washington.</p><p>Marc Dunkelman, a political historian at Brown University and the author of the recently published&#xA0;<a href="https://bookshop.org/a/93116/9781541700215?ref=tat.xbopp.com"><em>Why Nothing Works: Who Killed Progress&#x2014;and How to Bring It Back</em></a>,<strong>&#xA0;</strong>told me<strong>&#xA0;</strong>that the &#x201C;governing infrastructure&#x201D;&#x2014;and mindset&#x2014;is only slowly catching up with reality.</p><p>&#x201C;The dirty secret is that the old notion that we need to abandon the economic advantage of using cheap, dirty energy to satisfy the moral imperative of taking advantage of clean, expensive energy doesn&#x2019;t really apply anymore,&#x201D; Dunkelman wrote in an email. &#x201C;We&#x2019;ve got the technology to make clean energy cheap.&#x201D;</p><p>Even Greta Thunberg, who sailed across oceans in search of climate justice, seems to have given up: In the past year, she ditched the environment in exchange for a keffiyeh.&#xA0;<a href="https://www.thefp.com/p/greta-thunberg-and-swedens-lost-children?ref=tat.xbopp.com">Her new cause is Gaza</a>.</p><p>The reassessment was anticipated by a famous 1962 book written by the philosopher of science Thomas Kuhn,&#xA0;<a href="https://bookshop.org/a/93116/9780226458120?ref=tat.xbopp.com"><em>The Structure of Scientific Revolutions</em></a>, Koonin said.</p><p>Central to Kuhn&#x2019;s argument is the insight that scientific progress does not unfold the way we might imagine it happening&#x2014;in laboratories filled with bespectacled, data-focused scientists immune to politics and culture. On the contrary, the people who do science&#x2014;not only the researchers, but those who administer their departments and universities, the philanthropists and billionaires who fund their research, the influencers and politicians who align themselves with it and talk about it and build their brands around it&#x2014;have a vested interest in whatever hypothesis or scientific theory they have constructed their careers around.</p><p>Alas, progress often happens only after a very gradual accretion of counter-evidence builds and there&#x2019;s a &#x201C;paradigm shift,&#x201D; as Kuhn noted. Sometimes that process stretches across decades. Or centuries.</p><p>Exhibit A: Copernicus overthrowing the 1,400-year-old geocentric model of the universe. Or, Koonin said, eugenics, or Soviet agriculture, a.k.a. Lysenkoism&#x2014;both of which were all the rage. Until they weren&#x2019;t.</p><p>Or&#x2014;maybe, just maybe&#x2014;climate alarmism.</p><p>&#x201C;The whole world believed these sciencey ideas and then came to understand that they were just wrong,&#x201D; Koonin said. &#x201C;People get invested in their careers, their reputations, their businesses, and it&#x2019;s very hard to let those go&#x2014;you have to wait until people die.&#x201D;</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cZnY!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fc15091fc-9432-4018-9789-5debc0138cd7_1320x30.png" class="kg-image" alt="Revenge of the Climate Realists" loading="lazy" width="1320" height="30"></figure><p>It was easy to forget how many lives had been turned upside down by the alarmists.</p><p>A 2021 study published in&#xA0;<em>The</em>&#xA0;<em>Lancet</em>&#xA0;found that&#xA0;<a href="https://www.thelancet.com/journals/lanplh/article/PIIS2542-5196(21)00278-3/fulltext?ref=tat.xbopp.com">60 percent of young people</a>&#x2014;ages 16 to 25&#x2014;suffered from what has been called eco-depression or eco-anxiety. A 2025 survey published in the&#xA0;<em>Proceedings of the National Academy of Sciences</em>&#xA0;reported that&#xA0;<a href="https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2311400122?ref=tat.xbopp.com">one in five people</a>&#xA0;ages 16 to 24 did not want to bring children into the world, given the state of the climate.</p><p><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10693336/?ref=tat.xbopp.com">Depression, domestic violence, lethargy, suicide</a>&#x2014;they were all, apparently, compounded by rising temperatures and melting ice caps and, perhaps more importantly, the belief that these things were being driven by huge, inexorable forces.</p><p><a href="https://www.thefp.com/p/the-suspected-la-arsonist-and-the-nihilistic-violent-extremists-fire?ref=tat.xbopp.com">Jonathan Rinderknecht</a>, the 29-year-old man suspected of starting the Palisades fire in Los Angeles, was enraged by his deeply held conviction that the people in charge were doing nothing to stop the climate apocalypse. (The fire left 12 dead, and razed nearly 7,000 buildings.)</p><p>&#x201C;People should be angry,&#x201D; Shellenberger said.</p><p>When I asked Curry whether any of her critics had quietly reached out to her to concede that maybe she&#x2019;d had a point, she replied: &#x201C;Many people have been telling me that for the past decade.&#x201D; Like Lomborg, she was cautiously optimistic.</p><p>&#x201C;I don&#x2019;t see this as personal vindication, but rather as progress toward a more rational debate,&#x201D; Lomborg said.</p><p>Of course, Shellenberger said, the decline of climate alarmism does not mean the decline of alarmism. We had segued seamlessly from the Cold War&#x2013;era fear of nuclear war to the fear of overpopulation to the fear of climate change.</p><p>And now?</p><p>&#x201C;Now, it&#x2019;s probably going to be AI security,&#x201D; Koonin said. &#x201C;That&#x2019;s a big one. Or maybe microplastics. It could definitely be microplastics.&#x201D;</p><p>It did not help that we inhabited a supremely political moment, Pielke said. The polarization, the anger, the constant ratcheting up of our emotions&#x2014;it made us more susceptible to other people&#x2019;s moral crusades.</p><p>&#x201C;I would not expect a reckoning,&#x201D; Pielke added.</p><p>He recalled that, after news of the Grijalva investigation broke, he called the University of Maine, where he was scheduled to give a talk at the Senator George J. Mitchell Center for Sustainability Solutions&#x2014;after the Democratic former Senate minority leader.</p><p>&#x201C;I said, &#x2018;I don&#x2019;t know if you saw&#xA0;<em>The New York Times</em>&#xA0;story,&#x2019;&#x2009;&#x201D; Pielke said, &#x201C;and they laughed and said, &#x2018;Senator Mitchell knows how Congress works, and he looks forward to welcoming you in September.&#x2019; That kind of buoyed me.&#x201D;</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Generation C as in ‘Confused’]]></title><description><![CDATA[I fear we are turning out the most confused generation, with an affliction of contradiction. Now we have Gen C, for confused. You can’t blame them; look at the Sybil-like multipersonality splits at Wellesley and most universities.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/generation-c-as-in-confused-andy-kessler-by-andy-kessler-follow-nov-23-2025-3-41-pm-et/</link><guid isPermaLink="false">6924100d983f4d5fe58665c2</guid><category><![CDATA[Economy]]></category><category><![CDATA[Politics]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Mon, 24 Nov 2025 08:02:25 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2025/11/08-03-2018-5-factors-defining-Generation-Z-1.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2025/11/08-03-2018-5-factors-defining-Generation-Z-1.jpg" alt="Generation C as in &#x2018;Confused&#x2019;"><p></p><p><strong>Lucidity will come when they figure out that capitalism will solve their problems.</strong></p><p><em>WSJ, Andy Kessler, Nov. 23, 2025</em></p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://opinion-images.wsj.net/im-93083362/?size=1.5" class="kg-image" alt="Generation C as in &#x2018;Confused&#x2019;" loading="lazy" width="1280" height="853"></figure><p>Recent college graduates are moaning about their struggle to find jobs. Fair enough. But now there&#x2019;s a backlash on campuses over &#x201C;career funneling&#x201D;&#x2014;schools only allowing interviews on campus for what students consider objectionable jobs, like finance and consulting. Can you spot the contradiction?</p><p>A Wellesley College junior, majoring in economics as well as &#x201C;peace and justice studies,&#x201D; complained to the Journal about narrow job opportunities. While Wellesley&#x2019;s economics department offers solid macro and micro courses, even &#x201C;ECON 312: The Economics of Globalization,&#x201D; peace and justice studies was new to me. So I did a little digging and found these courses: &#x201C;PEAC 346: Decolonizing the Bible&#x201D; and PEAC 205, which lectures students on &#x201C;how gender as a symbolic construct configures how we make sense of war making and peacebuilding.&#x201D;</p><p>What a disconnect. You&#x2019;d think learned professors would teach that capitalism drives peace and justice, while constantly failing socialism delivers, I don&#x2019;t know, human-rights-abusing Cuba and Venezuela? No cap, that&#x2019;s sus (translation: no lie, that&#x2019;s suspicious). Universities are living contradictions.</p><p>I fear we are turning out the most confused generation, with an affliction of contradiction. I&#x2019;ve written before about&#xA0;<a href="https://www.wsj.com/articles/a-nation-of-quitters-great-enabling-exodus-working-age-men-parents-stimulus-covid-quit-retirement-bohemian-videogame-11664112795?mod=article_inline&amp;ref=tat.xbopp.com">Cy-Bos</a>&#x2014;cyber bohemian quitters&#x2014;and&#xA0;<a href="https://www.wsj.com/articles/SB10001424127887324853704578589902110093308?mod=article_inline&amp;ref=tat.xbopp.com">Gen G</a>&#x2014;generation guilty. Now we have Gen C, for confused. You can&#x2019;t blame them; look at the Sybil-like multipersonality splits at Wellesley and most universities.</p><p>I have to believe that most corporate recruiters by now see &#x201C;peace and justice&#x201D; and other squishy majors as red flags after marketing disasters by social-justice warriors. You know, how marketing executive&#xA0;Alissa Heinerscheid&#xA0;destroyed Bud Light, how Cracker Barrel CEO&#xA0;Julie Felss Masino&#xA0;botched a logo rebranding, and how Target offered &#x201C;tuck-friendly&#x201D; product selections. Billions of dollars were lost in stunts like those. Justice jobs are sparse for a reason. And this before artificial intelligence kicks in.</p><p>Maybe government can help. Rep. Ro Khanna (D., Calif.) tweeted, &#x201C;We need regulations that prevent companies from using AI to eliminate jobs to extract greater profits.&#x201D; Mr. Khanna was the 2020 campaign co-chair for democratic socialist (another contradiction) Bernie Sanders. He somehow represents prosperity-creating Silicon Valley. Make sense?</p><p>Young people complain (and yes, I&#x2019;m generalizing) about affordability and food deserts while sipping Mocha Cookie Crumble Frappuccinos at&#xA0;<a href="https://www.wsj.com/market-data/quotes/SBUX?ref=tat.xbopp.com">Starbucks</a>. They demand land acknowledgments but have no sense of history. They stand for &#x201C;gender equality&#x201D; but sing along to vile and misogynist music. They love actress&#xA0;Sydney Sweeney&#xA0;in shows like &#x201C;Euphoria&#x201D; but hate her for not apologizing for her great jeans or genes. They love to be influencers but are closed-minded and uninfluenceable. They abhor violence but play gory videogames. I recently learned of &#x201C;classy trashy&#x201D; parties. I overheard, &#x201C;Let&#x2019;s dress up, like, for an Oscars party, drink champagne and then order in pizza and wings.&#x201D; For the record, Buffalo chicken wings are messy but never trashy.</p><p>Capitalism is messy, so it&#x2019;s considered trash. And Gen C will loudly and proudly tell you this via Instagram and TikTok from their $1,000 parent-bought iPhones as if these things magically appear. No way were they created from the blood, sweat and beers of toiling engineers, massive amounts of human ingenuity melded with trillions in capital delivered along land, ship and jet trade routes.</p><p>Gen C hates the newly minted billionaires who provide these products and services because, well, it isn&#x2019;t fair. So they vote for democratic socialists like New York Mayor-elect&#xA0;Zohran Mamdani, demand free goodies, and agree there shouldn&#x2019;t be billionaires because everything they have all magically appeared, remember? Yes, even Wellesley econ majors must recognize they&#x2019;re voting for their own demise via expensive free stuff.</p><p>Gen C want jobs that make the world better. Who doesn&#x2019;t? Yes, we need museum curators to spread history and knowledge, but not ideology. Yes, we need artists to inspire but not twist their work to advertise the justicey message du jour. We even need the Greta Thunbergs of the world to champion issues from start to finish, but not angrily hop from one to the next, green to Gaza, to feed the news cycle. I respect their passion but sure wish it were directed to something useful.</p><p>There is poverty. Capitalism is solving it. U2 singer&#xA0;Bono&#xA0;reluctantly admitted this in 2022. &#x201C;There&#x2019;s a funny moment when you realize that as an activist: The off-ramp out of extreme poverty is, ugh, commerce, it&#x2019;s entrepreneurial capitalism.&#x201D; Ugh?</p><p>There is pollution. Capitalism is solving it. It&#x2019;s helping the move from coal to fracked oil and natural gas to nukes. High-school reading levels are atrocious. Capitalism can fix it&#x2014;especially if we could break the stranglehold of teachers&#x2019; unions and allow self-paced and technology-reinforced education.</p><p>There is disease and human suffering. Capitalism is solving it. Not by giving away free stuff, but by rolling up our sleeves and doing the hard and expensive work of drug discovery and disease eradication.</p><p>When Gen C eventually figures this out, their confusion will end.</p><p><em>Write to kessler@wsj.com.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Leon de Winter über den Zustand der Niederlande: «Eine Minderheit diktiert die Politik»]]></title><description><![CDATA[Der Schriftsteller sieht sein Land nach den Wahlen in einer blamablen Verfassung. Die Eliten würden sich gegenseitig Pfründe zuschanzen – und mit Themen wie dem Gaza-Krieg Stimmung machen.]]></description><link>https://tat.xbopp.com/leon-de-winter-uber-den-zustand-der-niederlande-eine-minderheit-diktiert-die-politik/</link><guid isPermaLink="false">691d6eee983f4d5fe58665ae</guid><category><![CDATA[Politics]]></category><dc:creator><![CDATA[Jacques Bopp]]></dc:creator><pubDate>Wed, 19 Nov 2025 07:21:21 GMT</pubDate><media:content url="https://tat.xbopp.com/content/images/2025/11/w2100_h1546_x1125_y828_rp_35214f99-7eb425ced473cc0f.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tat.xbopp.com/content/images/2025/11/w2100_h1546_x1125_y828_rp_35214f99-7eb425ced473cc0f.jpg" alt="Leon de Winter &#xFC;ber den Zustand der Niederlande: &#xAB;Eine Minderheit diktiert die Politik&#xBB;"><p><strong>Der Schriftsteller sieht sein Land nach den Wahlen in einer blamablen Verfassung. Die Eliten w&#xFC;rden sich gegenseitig Pfr&#xFC;nde zuschanzen &#x2013; und mit Themen wie dem Gaza-Krieg Stimmung machen.</strong></p><p><em>NZZ, Leon de Winter18.11.2025</em></p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://img.nzz.ch/2025/11/17/8b586417-7165-4ecb-b099-993b6491d347.jpg?width=654&amp;height=457&amp;fit=bounds&amp;quality=75&amp;auto=webp&amp;crop=3925,2747,x520,y0" class="kg-image" alt="Leon de Winter &#xFC;ber den Zustand der Niederlande: &#xAB;Eine Minderheit diktiert die Politik&#xBB;" loading="lazy" width="653" height="457"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Die ber&#xFC;hmte Konzerthalle Concertgebouw in Amsterdam wollte die j&#xE4;hrliche Veranstaltung zum j&#xFC;dischen Chanukka-Fest streichen.Getty</span></figcaption></figure><p>Um die j&#xFC;ngsten Ereignisse in den Niederlanden zu verstehen, m&#xFC;ssen wir von einem Thema zum n&#xE4;chsten springen. Das wird ein wildes St&#xFC;ck. Es geht um Politik, Kultur, Migration, Judenhass.</p><p>Wir beginnen mit Musik, genauer gesagt mit einem der Leuchtt&#xFC;rme der europ&#xE4;ischen Musikkultur: dem klassischen Konzertsaal Concertgebouw in Amsterdam.</p><p>Grosse Komponisten und Dirigenten haben das Concertgebouw-Orchester geleitet; die niederl&#xE4;ndischen Eliten erleben seit Generationen hochstehende Musikdarbietungen. Ausser &#xFC;ber eine brillante Orchesterleitung verf&#xFC;gt das Concertgebouw &#xFC;ber gesch&#xE4;ftsf&#xFC;hrende Manager, die die Auff&#xFC;hrungen organisieren und daf&#xFC;r sorgen, dass die S&#xE4;le so gut wie m&#xF6;glich genutzt werden. Wie zum Beispiel f&#xFC;r das j&#xE4;hrlich stattfindende Chanukka-Konzert.</p><p>Jetzt wird es etwas komplizierter.</p><p>Was ist Chanukka? Chanukka ist ein altes j&#xFC;disches Fest. Die erste Feier kann genau datiert werden: auf das Jahr 164 v.&#xA0;Chr. Die Juden hatten gegen die Hellenisten rebelliert, die den Zweiten Tempel entweiht hatten, und nach dem Sieg ereignete sich in Jerusalem ein wahres Wunder: Ein kleines bisschen &#xD6;l, das normalerweise nur f&#xFC;r einen Tag ausreichte, beleuchtete acht Tage lang die Menora, den Leuchter.</p><h2 id="in-einen-nebenraum-verbannt">In einen Nebenraum verbannt</h2><p>Chanukka wird also schon seit zweitausend Jahren gefeiert, und seit einigen Jahren im Concertgebouw mit einem Konzert vor einem Publikum aus Amsterdamer Juden und zionistischen Christen. Aber jetzt hat die Leitung des Concertgebouw das Chanukka-Konzert gestrichen. Der Grund daf&#xFC;r war der Kantor, also der liturgische S&#xE4;nger. Er ist Israeli und singt auch f&#xFC;r Einheiten der israelischen Armee IDF.</p><p>In einer Presseerkl&#xE4;rung der Leitung heisst es: &#xAB;Als Chief Cantor spielt Abramson [der Kantor] eine wichtige Rolle in den IDF und vertritt die IDF bei offiziellen Anl&#xE4;ssen. F&#xFC;r das Concertgebouw ist entscheidend, dass die IDF aktiv an einem umstrittenen Krieg beteiligt sind und Abramson ein sichtbarer Vertreter davon ist.&#xBB; Mit anderen Worten: Die Leitung des Concertgebouw ist &#xFC;berzeugt, dass die IDF eine Armee von Kriegsverbrechern ist, also ist auch der Kantor einer.</p><p>Inzwischen ist ein Kompromiss &#xFC;ber dieses Chanukka-Konzert geschlossen worden: Die Juden d&#xFC;rfen in einem Nebenraum des grossen Concertgebouw eine geschlossene Vorstellung besuchen, die nun als religi&#xF6;se Veranstaltung definiert wird und daher unter andere Regeln f&#xE4;llt. Viele Juden sind dar&#xFC;ber entsetzt.</p><h2 id="israel-wurde-zum-zentralen-thema-bei-den-wahlen">Israel wurde zum zentralen Thema bei den Wahlen</h2><p>Warum hatten die Manager des Concertgebouw so viel Angst vor dem Kantor Abramson? Sie haben offensichtlich weder Zeit noch Interesse, sich mit dem komplexen Hintergrund des Nahostkonflikts auseinanderzusetzen, wie viele andere B&#xFC;rger auch. Sie verlassen sich auf die Berichte in den Medien und sind &#xFC;berzeugt, dass die IDF in Gaza etwas angerichtet haben, was in der Weltgeschichte seinesgleichen sucht.</p><p>Die Folgen davon beschr&#xE4;nken sich nicht darauf, ob ein israelischer S&#xE4;nger in Amsterdam willkommen ist. Israelische Touristen trauen sich nicht mehr, in der &#xD6;ffentlichkeit Hebr&#xE4;isch zu sprechen oder eine Kippa zu tragen. Die Synagogen in Amsterdam werden streng bewacht. Unz&#xE4;hlige kleine Angriffe gegen Juden werden stillschweigend hingenommen.</p><p>Doch was hat das mit der Politik zu tun und mit den vergangenen Wahlen?</p><p>Dazu muss man wissen: In den Niederlanden entspricht die Einstellung zu Israel und Gaza exakt der parteipolitischen Ausrichtung. Die Linke, der sich niederl&#xE4;ndische Muslime meist angeschlossen haben, steht hinter den Bewohnern Gazas, w&#xE4;hrend die Rechte proisraelisch ist. Infolgedessen widmeten Politiker rund um die j&#xFC;ngsten Wahlen einen Grossteil der Diskussionen dem Thema Gaza.</p><p>Das Bizarre daran: Ein Konflikt, der sich mehrere tausend Kilometer entfernt abspielt und keine direkten niederl&#xE4;ndischen Interessen betrifft, wurde zu einem der grossen Streitpunkte im Vorfeld des Wahltags, angeheizt von linken Parteien und den Medien.</p><h2 id="profiteure-des-politspiels">Profiteure des Politspiels</h2><p>Die Wahlen vom 29.&#xA0;Oktober zeigten, dass die Einstellung der niederl&#xE4;ndischen Bev&#xF6;lkerung relativ stabil geblieben ist: Die Mehrheit ist weiterhin konservativ. Dass die Linke erneut geschrumpft ist, ist ein Prozess, der seit Jahrzehnten zu beobachten ist: Alle linken Parteien haben zusammengerechnet kaum noch mehr Sitze als Geert Wilders&#x2019; populistische Partei f&#xFC;r die Freiheit (PVV) allein, die 26 Sitze gewonnen hat. Auch die progressiv-liberale D66 &#x2013; einst gegr&#xFC;ndet, um das niederl&#xE4;ndische politische System zu modernisieren &#x2013; kommt auf 26 von 150 Sitzen.</p><p>Im Ausland ist man sich oft nicht bewusst, dass sich die Strukturen der Beh&#xF6;rden in den Niederlanden seit 1848 in der Tiefe kein bisschen ver&#xE4;ndert haben. Nach den Wahlen bleiben die Spitzenbeamten unabh&#xE4;ngig vom Resultat auf ihren Posten, das Geld fliesst weiterhin an dieselben NGO, die Netzwerke von Beratern und Lobbyisten bleiben so einflussreich wie zuvor. Was besonders aufst&#xF6;sst: Das sogenannte Jobkarussell, also der Kreislauf, in dem altgediente Politiker mit einem guten Regierungsjob belohnt werden, dreht sich munter weiter.</p><p>Seit 1848 werden in den Niederlanden wichtige Posten in der Gesellschaft durch Ernennungen besetzt. B&#xFC;rgermeister werden nicht gew&#xE4;hlt, sondern ernannt, ebenso die &#xAB;Kommissare des K&#xF6;nigs&#xBB;, also die Provinzgouverneure, sowie die Direktoren staatlicher Unternehmen wie der Niederl&#xE4;ndischen Eisenbahn. Wer einmal, egal ob links oder rechts, vom Establishment aufgenommen wurde, kann profitieren.</p><p>Vor zwei Jahren gewann Geert Wilders mit grossem Abstand die Wahlen. Er erhielt 37 Sitze. Nun fiel er auf 26 zur&#xFC;ck &#x2013; aber das ist f&#xFC;r ihn immer noch das zweitbeste Ergebnis seiner Karriere. Der Erfolg n&#xFC;tzt ihm wenig: Wie vor 2023 wurde wieder ein Cordon sanitaire um ihn herum errichtet. Es muss eine Koalition gebildet werden, die anderen Parteien schliessen Wilders&#x2019; PVV von Anfang an bei den Verhandlungen aus.</p><h2 id="machtfaktor-postleitzahl-lotterie">Machtfaktor Postleitzahl-Lotterie</h2><p>Rob Jetten, der junge Vorsitzende der Partei D66, hat eindeutig eine Vorliebe f&#xFC;r die Linke, aber f&#xFC;r eine Koalition mit ihnen fehlen ihm die Mehrheiten. Selbst f&#xFC;r eine Mitte-links-Koalition braucht er in jedem Fall die VVD, die liberal-rechte Partei mit 22 Sitzen, die f&#xFC;r jede Koalition unentbehrlich ist. Die VVD will jedoch ausschliesslich eine Mitte-rechts-Koalition. Aber ich frage mich: Spielt das &#xFC;berhaupt eine Rolle?</p><p>Rob Jetten war einige Zeit Klimaminister, was f&#xFC;r einen so jungen Politiker bemerkenswert ist. Es wurde ein &#xAB;Klimabudget&#xBB; von 35 Milliarden Euro geschaffen, das, wie er auf eine Frage im Parlament antworten musste, zu einer Verringerung des Temperaturanstiegs auf der Erde f&#xFC;hren wird &#x2013; in der Tat: zu einer Verringerung des Anstiegs &#x2013; um 0,000036 Grad Celsius. Jetten musste selbst dar&#xFC;ber lachen. Aber er trat nicht zur&#xFC;ck.</p><p>Die linksliberalen Eliten aus Politik, Medien und Kunst sowie Heerscharen von Studenten und Angeh&#xF6;rigen der besseren Mittelschicht (das sind die W&#xE4;hler von Rob Jettens D66) schw&#xF6;ren auf die Idee, dass das Klima vom Menschen zerst&#xF6;rt wird und auch wieder repariert werden kann. Sie glauben auch, dass die Welt von populistischen Faschisten wie Wilders und Trump bedroht wird und dass Israel genozidale Gewalt anwendet. Dieser Teil der Bev&#xF6;lkerung ist zwar in der Minderheit, aber in den Medien, den Beh&#xF6;rden und der Kultur ausserordentlich stark vertreten.</p><p>Was die Situation in den Niederlanden noch komplizierter macht, ist die Rolle der &#x2013; man wundere sich nicht &#x2013; Postleitzahl-Lotterie. Ja, tats&#xE4;chlich: Es gibt eine nationale Postleitzahl-Lotterie. Diese beherrscht den Lotteriemarkt. Die damit verbundenen Ertr&#xE4;ge fliessen in &#xAB;gute Zwecke&#xBB;. Die Empf&#xE4;nger sind vor allem linke NGO, die sich mit dem Klima und Fl&#xFC;chtlingen befassen.</p><p>Die Lotteriemanager, NGO, linke Politiker, aktivistische Richter, die meisten Medien (einschliesslich der unabh&#xE4;ngigen &#xF6;ffentlichrechtlichen Rundfunkanstalten) &#x2013; sie bilden zusammen ein erstickendes Geflecht, das immer weiterbesteht, egal, wer die Wahlen gewinnt.</p><h2 id="alles-ist-nur-noch-metapher">Alles ist nur noch Metapher</h2><p>Die niederl&#xE4;ndische Demokratie hat sich von einer Elite einlullen lassen, die glaubt, das Recht zu haben, ihre Macht zu festigen, unabh&#xE4;ngig davon, was die B&#xFC;rger als ihre Interessen ansehen. Die B&#xFC;rger w&#xFC;ssten nicht, was ihre Interessen seien, behaupten die Herrscher unseres Landes. Deshalb m&#xFC;ssen sie durch die zwingenden Erkenntnisse insbesondere der D66 aufgekl&#xE4;rt werden, also der Partei, die &#x2013; oh Ironie &#x2013; 1966 gegr&#xFC;ndet wurde, um das Modell von 1848 zu modernisieren, aber seit Jahrzehnten den Status quo bewahrt.</p><p>Welcher Verwaltungsbeamte oder Politiker hat die Zeit, sich Gegenstimmen anzuh&#xF6;ren? Und warum sollte er? Wer will schon mit der vorherrschenden Meinung brechen? Wer will schon ein verspotteter Dissident werden? Es ist sicherer, sich dem Tagesgeschehen anzuschliessen: Die Hamas sind Freiheitsk&#xE4;mpfer, die Juden Israels sind Monster, der Klimawandel kann mit Verboten und Milliardenbetr&#xE4;gen von den Steuerzahlern bek&#xE4;mpft werden.</p><p>Ich bin mittlerweile zur ern&#xFC;chternden Erkenntnis gelangt: Propaganda funktioniert. Die braven Direktoren des Concertgebouw sind Opfer davon. Auch die W&#xE4;hler von D66 sind Opfer. Eine perfekte Marketingkampagne, besser gesagt: Propagandawelle, hat Rob Jetten, der doch von vielen als Operettenfigur angesehen wird, popul&#xE4;r gemacht. Pl&#xF6;tzlich begann er viel zu lachen, war fr&#xF6;hlich und &#xFC;bernahm Barack Obamas wunderbaren Slogan &#xAB;Yes, we can&#xBB;. Jetten versprach viele sch&#xF6;ne Dinge, insbesondere versprach er zur L&#xF6;sung der Wohnungsnot den Bau von nicht weniger als zehn neuen St&#xE4;dten &#x2013; aber das sollten wir, so sagte ein prominenter D66-Politiker unmittelbar nach dem Wahlsieg, als Metapher betrachten.</p><p>So geht das mit Politikern: Alles ist auf einmal Metapher. Niemand ist verantwortlich. Es sind nur W&#xF6;rter.</p><p><em><strong>Leon de Winter</strong>&#xA0;geh&#xF6;rt zu den bekanntesten Schriftstellern der Niederlande. Zuletzt erschien von ihm der Roman &#xAB;Stadt der Hunde&#xBB; (Diogenes-Verlag).</em></p>]]></content:encoded></item></channel></rss>